20.06.2017

Erster Eindruck: Es gibt keine zweite Chance

Ein erster Eindruck ist entscheidend: Innerhalb von Sekundenbruchteilen ist für Ihr Gegenüber alles klar. Sympathie oder Antipathie, Erfolg oder Misserfolg, Meinungsübereinstimmungen oder Dissonanzen.

Von: Claudia Scherrer   Drucken Teilen   Kommentieren  

Claudia Scherrer

Claudia Scherrer ist Inhaberin und Geschäftsführerin von Tipptopp. Ihre Kernkompetenzen liegen im Bereich Kommunikation, Lektorat und Korrektorat. Vom Know-how aus ihrer langjährigen Berufserfahrung profitieren ihre Kunden auch in den beliebten Tipptopp-Workshops: Ganzheitliche Bewerbung – Erfolg auf der ganzen Linie; Moderne Korrespondenz – Erfolg ohne Floskeln; Die neue deutsche Rechtschreibung – modern, systematisch und einfach gelernt; Souverän Telefonieren – Kommunikation in Höchstform; Business-Knigge – optimales Verhalten in jeder Situation.

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Erster Eindruck

Erster Eindruck - er entscheidet alles

Im Berufsleben hat dies weitreichende Konsequenzen. Wir kaufen unser Auto bei dem Autoverkäufer, der vertrauenerweckend ist, das Schmuckstück bei der freundlichen Verkäuferin und ein Los für die Tombola von dem Schulkind, das uns anstrahlt.

Körpersprache, Mimik, Gestik und Kleidung – der nonverbale Ausdruck – und die Stimme – der verbale Ausdruck – bestimmen, wie wir wirken und wie die anderen Menschen uns einschätzen. Vieles läuft unbewusst ab und hat trotzdem grossen Einfluss. Sehen Sie einen rebellischen Teenager vor sich, wie er die Augen verdreht? Sein Missfallen könnte nicht deutlicher sein – ohne ein gesprochenes Wort.  

Der Händedruck

Mit dem Händedruck kommen wir dem anderen nahe, manchmal auch zu nahe. Berührungen sind heikel, aber sie spiegeln Ihre Persönlichkeit in Sekundenschnelle. Die Festigkeit des Drucks, die Art der Handhaltung, die Distanz: Dies kann man so weit beeinflussen, wie man seine Wirkung auf andere statt durch unterbewusste Handlungen durch bewusstes Tun steuert. Ein Händedruck sollte fest sein. Ist er zu stark, so wirkt er dominant und bedrohlich. Mit einem schwachen Händedruck können Sie einen verweichlichten, unterwürfigen ersten Eindruck hinterlassen. Wenn Sie einer Frau die Hand schütteln, dann achten Sie bitte darauf, ob diese viele Ringe trägt. Sonst könnte ein herzhafter Händedruck sehr schmerzhaft sein. Optimal schüttelt man die Hand nicht, sondern ergreift sie und drückt sie einmal fest. Passen Sie die Festigkeit Ihres Händedrucks an Ihr Gegenüber an – zarte Frauenhände, zupackende Männerhände.

Nervosität vor dem Vorstellungsgespräch

Vor seinem Vorstellungsgespräch ist man nervös. Die Hände sind kalt und feucht. Die Reaktion des Körpers auf diese Stresssituation ist ganz normal. Da gibt es nur eines: Man erwähnt möglichst locker, dass man aufgeregt ist und kalte Hände hat. Die verschwitzten Hände trocknet man kurz vor der Begrüssung mit einem Taschentuch. Nehmen Sie sich bei wichtigen Gesprächen vor dem Termin eine Auszeit und gönnen Sie sich eine Tasse Tee in einem Café in der Nähe. So sind Sie sicher pünktlich und haben auch noch Zeit, um sich vorzubereiten.

Ein alter Aberglaube hat sich bis in die heutige Zeit gehalten: Hände werden nicht übers Kreuz gereicht. Treffen zwei Paare aufeinander, so reichen sich zuerst die Damen die Hände, danach die Damen den Herren und schliesslich die beiden Herren einander. 

Wenn der Körper spricht

Noch mehr über die eigene Persönlichkeit zeigt man durch seine Körpersprache. Der Körper spricht aus dem Unterbewusstsein heraus, er kann nicht lügen. Verschränkte Arme oder ein Lächeln? Alles wird eindeutig demonstriert.  

Die Körpersprache ergibt sich aus der Körperhaltung, Gestik und Mimik. Wir nehmen sie ganzheitlich wahr. Ein Signal allein ist noch nicht aussagekräftig. Jeder Mensch hat seine eigene Körpersprache. Je besser man sein Gegenüber kennt, desto leichter lässt sich das Verhalten entschlüsseln. Gewohnheitsbewegungen macht man unbewusst, ohne dass man dauernd die Wirkung auf andere im Kopf hat. Das locker aus dem Gesicht gestrichene Haar deutet deshalb nicht immer auf Zerstreutheit hin.

Körpersprache verstehen

Die rechte Gehirnhälfte und die linke Körperseite repräsentieren das Gefühl, die linke Gehirnhälfte und die rechte Körperseite die Logik und den Verstand. Die Füsse und Beine zeigen den Standpunkt und die Festigkeit, mit der man im Leben oder zu einer Meinung steht. Diese Körperhaltungen lassen Rückschlüsse zu:

  • Die Position der Fusssohle im Stehen und im Sitzen deutet auf die Bodenhaftung und den Realitätssinn.
  • Lagert man das Körpergewicht auf den rechten Fuss, dann aktiviert man den Verstand, auf dem linken Fuss herrscht das Gefühl vor.
  • Das schnelle Gewichtverlagern von einem Bein aufs andere signalisiert Unentschlossenheit oder Ungeduld.
  • Ein dynamischer Gang mit grossen Schritten deutet auf einen Menschen, der weiss, was er will, und seine Ziele entschlossen verfolgt. Wer viel strauchelt, der stolpert hingegen auch durchs Leben. Und so wirkt auch ein Schlurfender antriebsarm.
  • Neigt man sich beim Sitzen nach links, dann sind die Gefühle aktiviert. Beugt man sich nach rechts, dann überlegt man angestrengt.
  • Eine offene Körperhaltung zeigt Interesse am Gegenüber an. Verschränkte Arme dagegen signalisieren Abwehr oder Unsicherheit.
  • Die Position der Hände und vor allem der Handflächen erzählt ganze Romane. Wer zum wilden Gestikulieren neigt, sollte einmal ein Video von sich studieren und dann die Konsequenzen ziehen und auch umsetzen.

Die Stimme sagt mehr über uns aus, als wir manchmal wollen

Wer seine Stimme effektiv einsetzt, hat einen grossen Vorteil. Tiefe Atmung durch die Nase und das Üben der eigenen optimalen Tonlage stärken die Stimme. So hinterlassen Sie einen kompetenten ersten Eindruck. In jeder Situation strahlen Sie Ruhe und Gelassenheit aus, was wiederum Selbstsicherheit erzeugt. Achten Sie auch bei Ihrem Gegenüber auf die Stimme. Was sagt sie aus? Erkennen Sie seine Gemütslage? Sprechen Sie in Krisensituationen so tief und so langsam wie möglich. Dadurch wirken Sie kompetent und schaffen eine Atmosphäre, in der sich die Wogen glätten können. Eine deutliche Aussprache macht sympathisch. Man verschluckt keine Wortendungen, macht dafür den Mund weit auf beim Sprechen. Ein rollendes R verleiht der Stimme Stärke. Nehmen Sie mit einem Tonband Ihre Stimme auf und achten Sie auf die unbewussten Angewohnheiten. Zu leise oder zu laut? Hoch oder tief? Deutlich?

Nur Sie selber empfinden Ihre Stimme ab Band als falsch und merkwürdig. Ihr Körper wirkt beim Sprechen als Resonanzkörper und fängt die Schallwellen auf. Auf Band hören Sie sich deshalb anders.

Körperhaltung

Imponiergehabe und Dominanz werden immer durch Bewegungen von oben nach unten demonstriert. Man zeigt nie mit ausgestrecktem Finger auf eine Person. Dieser hinterlässt den Eindruck einer Waffe. Ausgesprochen dominant verhält sich der, der seine Sachen auf einem fremden Pult ausbreitet. Auch im Flugzeug ist es typisch für eine dominante oder unhöfliche Person, sofort die gemeinsame Armlehne in Beschlag zu nehmen.  

In einer Menschenmenge, beispielsweise an einem Firmenjubiläum, hat man viele Möglichkeiten zu wirken, ohne zu sprechen. Überprüfen Sie Ihre Körperhaltung und fragen Sie sich: Zeige ich Interesse am Gespräch auch über meine Haltung? Höre ich meinem Gegenüber mit allen Sinnen aufmerksam zu?

Diese Ausstrahlung nennt man positive Haltung. Dazu gehört, dass Gestik, Mimik, äussere Haltung, Stimme und Worte eine harmonische Einheit bilden und zur Persönlichkeit passen. Und noch etwas Wichtiges: Lächeln, lächeln, lächeln! Forschungsstudien haben nachgewiesen, dass lächelnde Menschen als besser, kompetenter und ehrlicher eingeschätzt werden. Die Summe aller Eindrücke wird durch das äussere Erscheinungsbild abgerundet. Verhalten Sie sich am besten schon heute so und tragen Sie die Kleidung für den Job, den Sie morgen haben werden.

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