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Beileid ausdrücken: 3 Tipps für das Schreiben von Trauerbriefen

Verluste treffen jeden – auch den Kollegen, Geschäftspartner oder Kunden. Mit Worten der aufrichtigen Anteilnahme wollen Sie Ihr Beileid ausdrücken. 3 Tipps unterstützen Sie beim Schreiben eines Trauerbriefes.

12.07.2021 Von: Brigitte Miller
Beileid ausdrücken

Beileid ausdrücken wollen – und Sie fühlen sich blockiert

Verluste gehören zum Leben. Die damit verbundene Trauer auch. Und obwohl jeder den einen oder anderen Verlust in seinem Leben erlitten hat, fällt es schwer, einen Trauerbrief zu schreiben. Die Worte fehlen. Stattdessen versteckt sich oft die aufrichtige Anteilnahme hinter Floskeln im Kondolenzschreiben.

Die Ursache für dieses Unvermögen liegt weniger beim Einzelnen – also bei Ihnen -, als vielmehr im gesellschaftlich-kulturellen Habitus der Trauerbewältigung. Über Verluste und damit Trauer wird nicht oder wenig gesprochen. Solch ein (Ver-)Schweigen führt auch zu einer mentalen Schreib-Blockade, wenn es darum geht, Beileid ausdrücken zu wollen.

Verluste wahrnehmen – und der Trauer nachspüren

Durch den äusseren Umgang mit Trauer – dem Tabuisieren – ist der Zugang zu den eigenen Emotionen und Gedanken blockiert. Um diese Blockade aufzuheben, sensibilisieren Sie sich erst einmal für die vielfältigen Verluste, die im Leben auftreten – wie beispielsweise:

  • das Sterben eines geliebten Menschen oder Haustieres
  • Scheidung oder Trennung vom Partner
  • die Kündigung
  • die nicht erhaltene Beförderung
  • die Absage einer Bewerbung
  • Umzug in eine neue Stadt (mit Verlust der vertrauten Umgebung)
  • die verpatzte Prüfung, Präsentation oder das verpatzte Kundengespräch
  • der geplatzte Deal
  • Aufgabe des Geschäftes/Unternehmens
  • Krankheit
  • und vieles mehr

Vielleicht fallen Ihnen spontan weitere Verluste ein, die bei Ihnen Trauer ausgelöst haben. Sicherlich haben Sie jedoch den einen oder anderen der aufgelisteten Verluste selbst erlitten. Spüren Sie diesem Verlust nach, um die innere Blockade aufzulösen. Fragen Sie sich:

  • Was haben Sie damals bei diesem Verlust empfunden?
  • Wie einschneidend war dieses Erlebnis?
  • Was hat sich geändert?
  • Wie haben Sie ihn bewältigt?

Ihre Antworten erleichtern es Ihnen, Beileid in Trauerbriefen auszusprechen. Denn der Betroffene wird ähnliche Gefühle und Gedanken, wie Sie damals erlebt haben, durchleben.

Beileid ausdrücken im Trauerbrief: 3 Tipps

Trauertexte zu verfassen, benötigt Zeit. Zeit, um sich den eigenen Gefühlen und Gedanken zu stellen. Zeit, um sich in die betroffene Person hineinzuversetzen. Zeit, sich zu fragen:

  • Welche Worte drücken Ihre Trauer und Anteilnahme aufrichtig aus?
  • Welche Worte würden Ihnen in solch einer Verlust-Situation Trost spenden?

Die folgenden Tipps geben Impulse, wie Sie die für sich richtigen Worte der Trauer finden.

Tipp 1: Den Verlust betrauern

Mancher Verlust, wie den Todesfall eines Menschen, betrifft auch Sie – als Arbeitgeber, Vorgesetzter, Kollege. Der Verstorbene war ein Mitarbeiter und Kollege oder ein langjähriger Stammkunde oder Geschäftspartner. Sie spüren den Verlust. Sie trauern um diesen Menschen. Drücken Sie Ihre Trauer aus – offen, emotional und mit Details über die Person und die Lücke, die entstanden ist.

«Wir können es alle nicht fassen. Luca, unser geschätzter Mitarbeiter und Kollege und Ihr geliebter Ehemann, ist tot. Herzinfarkt. Von einer Sekunde zur anderen wurde Luca aus dem Leben gerissen – unser aller Leben. Der Schock sitzt tief. Die Trauer überwältigt uns, weil die Lücke, die Luca hinterlässt, gross ist. Sein Humor, seine viele Ideen, sein offenes Ohr, sein Verständnis für andere, sein Engagement und seine hervorragende Arbeit, all dies wird uns fehlen und fehlt uns bereits heute. Wir trauern mit Ihnen …»

Tipp 2: Am Verlust Anteilnahme zeigen

Gehen Sie auf den Betroffenen zu. Nehmen Sie an seinem Schicksal und Verlust Anteil. Spenden Sie ihm Worte des Trostes und Beistandes aus.

«Ihr heutiger Brief hat mich bestürzt. Sie geben Ihr Geschäft auf und melden Konkurs an. Ein Albtraum eines jeden Unternehmers, der uns alle manches Mal schneller treffen kann, als wir glauben.

Es tut mir so leid. Ich weiss, mit wie viel Herzblut und Energie Sie Ihren Betrieb aufgebaut und geleitet haben. Über 20 Jahre waren Sie ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaftsregion. Immer wieder haben Sie uns mit Ihren Fachkenntnissen zur Seite gestanden. Und nun ist alles vorbei. Wie schrecklich.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute, viel Zuversicht und viel Erfolg für Ihren Neubeginn…»

Tipp 3: Dem Verlust mit Zuversicht füllen

Das Leben geht weiter – auch nach einem Schicksalsschlag. Wer einen Verlust erlitten hat, mag dies kaum glauben. Die Trauer lähmt. Die Hoffnung sinkt. Finden Sie die richtigen Worte, um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Knüpfen Sie in Ihrem Trauerbrief an persönliche Verlusterfahrungen und deren Bewältigung an.

«Gestern Abend beim Netzwerk-Treffen hast du fast beiläufig erwähnt, dass die ersehnte Beförderung ausgeblieben ist. Mensch Anna, du hast mein volles Mitgefühl (bitte nicht zu verwechseln mit Mitleid!). Denn ich weiss recht gut, was in dir vorgeht. Wut, Frustration, Selbstzweifel.

Mir ist es vor Jahren auch so ergangen. Die Beförderung ging an einen Kollegen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich meine Wunden geleckt hatte und mich aufmachte, mein Ziel «Beförderung» beim nächsten Anlauf zu erreichen. Wie du weisst, mit Erfolg. Ruf mich bitte an. Lass uns darüber in Ruhe sprechen…»

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