KI-Ethik: Weiterhin ethisch handeln

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Generative KI: Segen oder Fluch
Künstliche Intelligenz ist eins: Künstlich, d.h. die vielbeschworene Intelligenz ist nicht mehr als Technik, Statistik und Algorithmus. Dieser Fakt schmälert nicht all die vielen Vorteile, die viele zu Recht als Segen empfinden – wie beispielsweise:
- Unternehmensprozesse verbessert,
- umfassendere Daten auswerten,
- Innovationen vorantreiben,
- Wissen (umfangreich) erfassen und verknüpfen,
- Entscheidungsfindung erleichtern,
- Text- und Bildgestaltung automatisieren,
- schnelle 24/7 Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern,
- (komplexe) Probleme lösen,
- rezeptive Aufgaben übernehmen
- undundund…
Nur, Generative KI wird dem Deloitte Technology Ethics Survey 2023, indem 1.700 Digitalexperten weltweit befragt wurden, als Segen und als Fluch gesehen – als zweischneidiges Schwert:
- 39% sehen in dieser kognitiven Technologie das grösste Potenzial, um sozial und gesamtgesellschaftlich für alle Nutzen zu generieren,
- 57% allerdings finden, dass in dieser generativen KI die grössten Risiken und Gefahren für ernsthafte digital-ethische Verstösse lauern.
Als Unternehmer, der vielleicht bereits generative KI intern einsetzt, vielleicht damit begonnen hat oder es in Kürze plant, werden Sie sich zweifelsfrei in beiden Einordnungen wiederfinden: Dem Segen und dem Fluch. Und eins mit Deutlichkeit sagen können: Von generativem KI ethisches Handeln zu erwarten, ist eine Illusion. Die Verantwortung diese Zukunftstechnologie ethisch korrekt einzusetzen, das wissen Sie, liegt bei Ihnen.
Digital-ethische Bedenken bezüglich KI-Ethik im Fokus
Zweifelsfrei können Sie selbst mühelos einige ethisch-rechtliche Bedenken benennen. Ein wenig „beruhigend“ mag es sein, zu sehen und zu lesen, dass Sie nicht alleine mit diesen Bedenken sind. Die Deloitte Technology Trust Ethics Survey 2023 führt befürchtete Konflikte und Verstösse, die die 1.700 Befragten hervorhoben, auf:
| Digital-ethische Bedenken im Fokus | |
| Zuwiderhandlungen gegen die Privatsphäre | 22 Prozent |
| Konflikte mit der Transparenz | 14 Prozent |
| Vergehen gegen geistiges Eigentum bzw. Urheberrecht | 12 Prozent |
| Risiko der Manipulation | 12 Prozent |
| Missachtungen und Unklarheit der Datenherkunft | 12 Prozent |
| Risiko der „Halluzinationen“ | 9 Prozent |
| Gefahr der Täuschung | 8 Prozent |
| Konflikte mit dem Standort und Arbeitsplätzen: Arbeitsplatzverlagerung | 7 Prozent |
| Verletzungen der Aktualität | 3 Prozent |
| Wo reihen Sie sich überall ein? Und welche Bedenken fehlen für Sie? | |
Bedenken ernst nehmen – und konkrete Kriterien bezüglich KI-Ethik gegenüber KI-Anbieter kommunizieren
Nicht allein bei der Einführung von KI-Lösungen in Ihrem Unternehmen, gilt es einen verlässlichen, rechtlich-ethischen Einsatz zu garantieren. Auch beim späteren Einsatz sollte immer wieder das Augenmerk darauf liegen. Nur, als KI-Nutzer, fehlt Ihnen verständlicherweise das Wissen über die Funktionsweise der eingesetzten KI-Lösung. Da poppen logischerweise Fragen auf – wie beispielsweise:
- Woher bezieht die KI Ihre Daten? Nur von uns? Oder womit wurde sie „gefüttert“ und wird weiter „gefüttert“? Wie können wir dies nachvollziehen – Transparenz ist gewünscht?
- Welche Daten werden von uns eingespeist – und wie können diese gesichert werden?
- Wie kann ausgeschlossen werden, dass die eingesetzten Daten so verfälscht werden, um den Kunden bzw. Endabnehmer geschickt zu manipulieren?
- Wie verhindern wir Fake-News?
Mit all diesen oder ähnlichen Fragen sind Sie nicht allein. Ausgezeichnet, denn dies bedeutet, dass sich viele mit ähnlichen Aspekten und Anliegen beschäftigen. Aus diesem Grunde hat das Institut für Internet-Sicherheit –if(is) – der Westfälischen Hochschule ein Forschungsprojekt „Trust KI“ durchgeführt, mit dem Ziel, als Mittler beim Vertrauensaufbau zu fungieren – und zwar zwischen Ihnen als Anwender und dem Hersteller(unternehmen). Bei diesem Projekt beteiligten sich 263 Führungskräfte deutscher Anwender(unternehmen).
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| Trust-KI-Studie: Die Kernergebnisse | ||
| Die Auswertung offenbart viele Kriterien. Kriterien, die für das Vertrauen zwischen Führungskräften – also Ihnen – der KI-Lösung und dessen Anbieter, notwendig sind. Lesen Sie die aufgeführten Kriterien in Ruhe durch. Markieren Sie, was für Sie und Ihr Unternehmen wesentlich ist. | ||
| Kriterium | Bedeutung in Prozent | Ja |
| Geschäftshauptsitz | 50,8 Prozent legen Wert darauf, dass der KI-Anbieter seinen Geschäftshauptsitz in der EU/Deutschland hat. | □ |
| Qualitätssicherung | 65 Prozent erwarten vom KI-Hersteller einen definierten Prozess zur Qualitätssicherung in der Entwicklung. | □ |
| Funktionen | 42,4 wollen wissen, wieso und ob durch den KI-Hersteller auf bestimmte Funktionen zum Wohle des Anwenders und/oder Kunden verzichtet wurde. | |
| Störfall | 75,4 Prozent erwarten eine unmittelbare Kommunikation eines Störfalls durch den KI-Hersteller | □ |
| Code of Conduct |
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| Datenkontrolle und Datenschutz | 72,6 Prozent beanspruchen Informationen darüber, wie und ob bei der Nutzung der KI-Lösung sichergestellt wird, dass Sie als Anwender die Kontrolle über die Abgabe der Daten behalten. | □ |
| Schadensabwendung | 68 Prozent fordern Informationen, was der KI-Hersteller vorsieht und unternimmt, um physische, psychische und/oder finanzielle Schädigungen von Ihnen als Anwender abzuwenden. | □ |
| Welche Kriterien fügen Sie noch hinzu? | ||
Generative KI im Einsatz – und weiterhin ethisch handeln
Generative KI ist nicht wegzudenken. Dafür beschert sie einfach zu viele Vorteile. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, gar den gewünschten Vorsprung vor der Konkurrenz zu haben, werden Sie zweifelsfrei in immer mehr Unternehmensbereiche künstliche Intelligenz einsetzen. Damit diese ein Segen und kein Fluch wird, setzen Sie klare Ziele für den ethisch-rechtlichen Einsatz.
KI-Ethik Tipp 1: Den Einsatz klären
Es gibt so viele Unternehmensbereiche, in denen künstliche KI von Vorteil ist. Und jeder Bereich bedarf oftmals anderer bzw. angepasster KI-Lösungen, aber auch – ganz wesentlich – anderer ethisch-korrekter Schwerpunkte. In einem spielt der Datenschutz und die Transparenz der Daten eine entscheidende Rolle. In einem anderen das Urheberrecht und die Minimierung von Manipulation. Deshalb fragen Sie sich:
- In welchen Unternehmensbereichen wünschen Sie sich KI-Lösungen?
- Welche Aufgaben soll diese übernehmen?
- In welchem Umfang soll sie welche Aufgaben übernehmen?
- In welche Prozesse soll sie eingebunden werden?
- Bei welchen Entscheidungen soll sie mitwirken – auf welche Art und Weise?
- Mit welchen Daten soll sie gefüttert werden?
KI-Ethik Tipp 2: Risiken wahrnehmen
Jeder Einsatz generativer KI birgt Risiken. Sensibilisieren Sie sich für diese. Listen Sie erste Risiken auf. Besprechen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern, Kollegen und der Geschäftsleitung, um diese Liste zu vervollständigen. Fragen Sie sich:
- Welche ethisch-rechtlichen Aspekte fallen in welchem Einsatzbereich ins Gewicht?
- Welche sind besonders gravierend?
- Welche müssen in jedem Falle beachtet und ausgeschlossen werden?
- Was müssen Sie beachten?
- Was soll zusätzlich beachtet werden?
KI-Ethik Tipp 3: Kriterien benennen – und selbst soweit als möglich kontrollieren können
Sie haben Ihren ethisch-rechtlichen Rahmen abgesteckt. Kommunizieren Sie diesen gegenüber dem KI-Hersteller und –Anbieter. Besprechen Sie, wie dieser auf welche Weise sicherstellt, dass die Kriterien umgesetzt und eingehalten werden. Klären Sie auch, ob und wie Sie, ein Mitarbeiter oder Ihr Team selbst prüfen können, ob die Kriterien weiterhin beim Einsatz der KI-Lösung bestehen.