22.12.2015

Grenzgänger: Leben im Ausland – Arbeiten in der Schweiz

Wohnen in einem EU-Bundesstaat und Arbeiten in der Schweiz, das ist die Tätigkeit eines Grenzgängers. Dabei ist es jedoch notwendig, dass dieser dort täglich einem Beruf nachgeht oder mindestens einmal in der Woche pendelt. Ferner gibt es noch andere Voraussetzungen, die Auswandern-schweiz.net näher erläutert. Dazu gehören natürlich ein Arbeitsort in der Schweiz sowie ein fester Wohnsitz innerhalb einem der EU-Mitgliedsstaaten. Ferner benötigen die Pendler eine Grenzgängerbewilligung sowie einen Arbeitsvertrag, welcher auf mindestens drei Monate befristet oder sogar unbefristet ist. Wichtig ist darüber hinaus, das regelmässige Pendeln zum eigentlichen Wohnort. Dies sollte mindestens 60 Tage im Jahr nach Feierabend geschehen sowie mindestens einmal in der Woche.

Kommentieren   Teilen   Drucken

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 

Pixabay © lukaskontakt (CC0 Public Domain 1.0)

Doch wie viele Grenzgänger gibt es in der Schweiz eigentlich?

Diese Statistik zeigt deutlich, dass es vor allem Franzosen sind, die sich in der Schweiz zum Arbeiten aufhalten. Über 150.000 pilgern regelmässig über die Grenze. Deutsche sind es hingegen lediglich ungefähr 60.000. Insgesamt sind im zweiten Quartal 2015 297.938 Menschen in der Schweiz gemeldet, die im Ausland ihren Wohnsitz haben und hierzulande einer Beschäftigung nachgehen. Am beliebtesten ist die Region rund um den Genfer See, die Nordwestschweiz sowie das Tessin. Die Jobs sind dabei vollkommen unterschiedlich. Zwar belaufen sie sich vorwiegend auf den sekundären sowie tertiären Sektor, allerdings sind hinsichtlich der Beschäftigungen von den Führungskräften und akademischen Berufen, bis hin zu Hilfsarbeitskräften alle Sparten mit zahlreichen Arbeitnehmern aus dem Ausland besetzt. Lediglich in der Landwirtschaft ist dies nicht der Fall.

Die Grenzgängerbewilligung – notwendige Voraussetzung

Eine Grenzgängerbewilligung ist eine Bescheinigung, die bestätigt, dass alle wichtigen Formalien für die Arbeit in der Schweiz erfüllt sind. Dabei gehören das Pendeln, das Herkunftsland sowie die Dauer des Angestelltenverhältnisses zu den Aspekten, die durch jenen Nachweis bestätigt werden. Sofern die Bewilligung abläuft, besteht die Möglichkeit, diese zu verlängern, falls weiterhin alle Aspekte eingehalten werden können. Diese Einwilligung unterliegt ferner keiner regionalen Begrenzung. So können die Arbeitnehmer in allen Kantonen der Schweiz einer Beschäftigung nachgehen und auch ihre Stelle wechseln. Sogar die Selbstständigkeit ist im Grunde kein Problem, erfordert lediglich einige Behördengänge.

  •  Die Bewilligung „G“: Diese ist fünf Jahre gültig, wenn ein Arbeitsvertrag vorgelegt werden kann, der unbefristet oder zumindest länger als ein Jahr gültig ist.
  • Die Bewilligung „L“: Hier handelt es sich lediglich um eine Kurzaufenthaltsbewilligung, welche bei einer Beschäftigung von kürzer als einem Jahr beantragt werden kann. Nach einem Ablauf dieses Formulars ist es jedoch möglich, dieses erneut zu verlängern, allerdings lediglich um maximal 12 weitere Monate.

Krankenversicherung für ausländische Arbeitnehmer

Auch in der Schweiz besteht eine Pflicht hinsichtlich der Krankenversicherung. Um dieser gerecht zu werden, stehen dem Arbeitnehmer unterschiedliche Modelle zur Auswahl. Er kann entweder eine gesetzlich anerkannte Schweizer Krankenversicherung abschliessen oder weiterhin das deutsche Krankenkassensystem nutzen. Hier besteht immer noch die Möglichkeit, sich zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Police zu entscheiden. Die vierte Alternative ist schliesslich das Grenzgängermodell Mondial, welches die Kombination der Schweizer Krankenkasse ÖKK sowie einer deutschen Krankenkasse verbindet.

Unter Umständen steht demnach ein Wechsel der Police bevor. Das beinhaltet neben einem neuen Abschluss ebenso die Kündigung des bestehenden Verhältnisses. In folgendem Artikel wird die Vorgehensweise näher dargelegt, denn es sind einige wichtige Gesichtspunkte zu beachten. Hierzu zählen die schriftliche Kündigung, die Einhaltung der Fristen sowie die Entscheidung für eines der Modelle. Binnen vier Wochen ist die Auflösung des Vertrages möglich. Diese erfolgt immer erst zum Ende des Jahres. Das heisst, dass der Versicherung bis zum 30. November ein möglicher Modell- und damit auch Police-Wechsel mitzuteilen ist. Geht die Kündigung zu spät ein, so kann diese erst wieder im Folgejahr in schriftlicher Form erfolgen.

Bei der Wahl des Modells ist das Amt für Sozialversicherungen zu konsultieren. Ferner ist ein Formular auszufüllen und bei der deutschen Krankenkasse einzureichen, sodass eine passende Krankenkassenkarte ausgestellt werden kann und keine zusätzlichen Gebühren auf den Versicherungsnehmer zukommen.

Abgaben und Zuwendungen

Steuern

Am Beispiel von Grenzgängern aus Deutschland lässt sich das Steuersystem anschaulich darstellen. Dabei ist zunächst vorgeschrieben, so berichtet der Grenzgänger-Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verband, dass in  Deutschland die Steuern zu zahlen sind. Dies wird mit der Quellensteuer verrechnet, die seitens des Arbeitgeberlandes erhoben wird.  Die richtige Vorgehensweise: Grenzgänger müssen sich zunächst bei ihrem Finanzamt im Heimatland als solche melden. Hierfür gibt es eigens Fragebögen, die neben einem Lohnnachweis einzureichen sind. Sofern noch keine Abrechnung vorhanden ist, reicht es ebenfalls, den neuen Arbeitsvertrag beizufügen. Infolgedessen werden schliesslich vierteljährliche Vorauszahlungen erhoben. Diese sind fällig am:

  • 10. März
  • 10. Juni 
  • 10. September 
  • 10. Dezember

Die Quellensteuer ist ein Pauschalbetrag von 4,5 Prozent, der auf den Bruttolohn angerechnet und seitens der Schweiz gefordert wird.

Kindergeld

Auch hinsichtlich der Zuwendungen bei Kindern gelten für Grenzgänger andere Regeln. Wichtig ist zunächst, der deutschen Kindergeldkasse mitzuteilen, dass einer Tätigkeit in der Schweiz nachgegangen wird. Denn dadurch ist es nicht mehr die Behörde aus Deutschland, die für die Zahlungen zuständig ist, sondern die der Schweiz. Grenzgänger dürfen sich jedoch nicht täuschen lassen, denn die Beträge in der Schweiz sind niedriger als in Deutschland. Ist der Ehepartner also noch in der Bundesrepublik angestellt, so ist es empfehlenswert, dass dieser die Zahlungen bei der deutschen Kasse beantragt.

Mit dem Dienstwagen über die Grenze?

Seit 01. Mai 2015 gibt es eine Verschärfung dieser Regelung. Hier gibt einige wichtige Aspekte, die Grenzgänger zu beachten haben. Zum einen dürfen keine Dritten den Wagen führen. Doch darüber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer Eigenschaften, die an dieser Stelle zu erwähnen sind. Wichtig ist dies gerade in Hinblick auf die Zollvorschriften, wie der Autor Alain Villard beschreibt:

„Eine vollständige Befreiung von den Einfuhrabgaben wird bewilligt, wenn Beförderungsmittel, die einer ausserhalb des Zollgebiets der Gemeinschaft ansässigen Person gehören, von einer bei dieser Person angestellten oder anderweitig von ihr zur Verwendung ermächtigten natürlichen, im Zollgebiet der Gemeinschaft ansässigen Person gewerblich oder zum eigenen Gebrauch verwendet werden sollen“

Es ist erkennbar, dass das Arbeiten in der Grenzregion mit vielen Behördengängen verbunden ist. Allerdings birgt es jedoch auch viele Vorteile. Denn in der Schweiz herrscht nicht nur ein höheres Lohnniveau, auch auf kultureller und menschlicher Ebene, ist es empfehlenswert, als Grenzgänger zu arbeiten und über den Tellerrand hinauszublicken.

Arbeitshilfen Internationales HRM

Produkt-Empfehlung

Internationale PersonalPraxis

Internationale PersonalPraxis

So rekrutieren und beraten Sie aus EU/EFTA oder Drittstaaten stammendes Personal rechtssicher.

ab CHF 168.00

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

International Human Resource Management I

Grundlagenwissen Quellensteuer, Sozialversicherungen, Bewilligungen

Nächster Termin: 05. September 2018

mehr Infos

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos