Silver Ager: Das Potenzial älterer Mitarbeitender nutzen

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Arbeitsmarkt im Wandel
Der demografische Wandel stellt die Schweiz vor grosse Herausforderungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Erwerbstätigen dank der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge stark an, was auch das Wirtschaftswachstum beflügelte. Heute kehrt sich diese Entwicklung um: Die Babyboomer scheiden nach und nach aus dem Arbeitsmarkt aus, während aufgrund sinkender Geburtenraten weniger Junge nachrücken. Infolgedessen wird der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
Eine bislang unzureichend genutzte Ressource, um dem sich zuspitzenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, sind die Silver Ager. In dieser Population gibt es weiterhin Menschen, die kurz vor oder nach der Pension stehen, gesundheitlich fit und bereit sind, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Das Potenzial ist gross: Gemäss dem Schweizer HR-Barometer 2020 sind 40% der Erwerbstätigen in der Schweiz grundsätzlich an einer Weiterbeschäftigung interessiert, und laut einer Studie von Swiss Life (2024) möchte sich nur etwa ein Fünftel der älteren Erwerbstätigen nach 65 vollständig pensionieren lassen.
Barrieren und Hindernisse
Das Zusammenfinden von Pensionierten und Arbeitgebenden ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Eine Studie von Deloitte (2019) zeigt: 30% der Pensionierten hätten weitergearbeitet, wenn ihr Arbeitgebender ihnen eine geeignete Möglichkeit angeboten hätte.
Daneben gibt es andere Silver Ager, die ein grundsätzliches Interesse an einer Weiterbeschäftigung nach der Pensionierung haben, sich aber lieber in einer anderen Branche oder Tätigkeit verwirklichen möchten.
Problematisch bleibt die weitverbreitete Altersdiskriminierung. Laut den Ergebnissen des Schweizer HR-Barometers geben nur etwas mehr als 10% der Beschäftigten in der Schweiz an, dass in ihrer Abteilung keinerlei negativen Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmenden existieren. Insbesondere bei Bewerbungen werden ältere Arbeitnehmende benachteiligt. Dies steht im Widerspruch zur Erkenntnis, dass neben den finanziellen Aspekten ein gutes Arbeitsklima und Wertschätzung zentrale Voraussetzungen dafür sind, dass jemand über die Pension weiterarbeitet.
Da viele Silver Ager nicht mehr nach einer Vollzeitbeschäftigung streben, besteht zudem ein Mismatch zwischen den Erwartungen der Silver Ager und den Angeboten der Unternehmen. Silver Ager bevorzugen flexiblere Arbeitszeitmodelle, was Anpassungen in der Gestaltung von Arbeitsplätzen und -angeboten erfordert.
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