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Corporate Volunteering: So stärken Unternehmen ihre Teams

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Unternehmen, die Mitarbeitende im Rahmen ihrer Arbeitszeit für gemeinnützige Projekte einsetzen, betreiben Corporate Volunteering. Diese Form des Engagements dient nicht nur dem Gemeinwohl, sondern festigt den Teamzusammenhalt, steigert die Motivation und verbessert die Reputation des Arbeitgebers. Besonders in der Schweiz, wo fast 40 % der Bevölkerung freiwillig engagiert sind, gewinnt dieses Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte zunehmend an Bedeutung.

Die wichtigsten Punkte:

  • Corporate Volunteering verbindet gesellschaftliche Verantwortung mit Teambuilding.
  • Einsätze können während der Arbeitszeit als Aktionstage oder flexible Freistellungen erfolgen.
  • Naturschutz, soziale Projekte und Mentoring sind gängige Einsatzbereiche.
  • Die Teilnahme muss freiwillig sein, um nachhaltigen Erfolg zu garantieren.
  • Langfristige Kooperationen mit Organisationen wie dem Netzwerk Schweizer Pärke oder dem SRK werden empfohlen.
08.09.2026 Von: Karin Freiermuth
Corporate Volunteering

Was ist Corporate Volunteering und wie profitieren Unternehmen davon?

Unternehmen können mit Corporate Volunteering gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und die Mitarbeitenden aktiv einbeziehen. Das gemeinnützige Engagement kann den Teamgeist und die Motivation stärken und hat einen positiven Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität.

Fahrdienst für Kranke, Deutschkurse für Flüchtlinge, Einkaufen für die Nachbarin – die Freiwilligenarbeit hat viele Facetten und ist für Vereine und Organisationen häufig unerlässlich, um ihre Projekte und Angebote durchführen zu können. Die UNO hat 2026 zum internationalen Jahr der Freiwilligen erklärt und würdigt somit das Engagement von Millionen Menschen, die sich unentgeltlich für das Gemeinwohn einsetzen, auch in der Schweiz. Fast 40% der Bevölkerung engagierte sich im Jahr 2024 auf freiwilliger Basis.

Auch Unternehmen beteiligen sich zunehmend an sozialen oder ökologischen Projekten. Diese Form des Engagements nennt man Corporate Volunteering (CV). Dabei setzen sich Mitarbeitende im Namen ihres Betriebs für gemeinnützige Zwecke ein. Diese betriebliche Freiwilligenarbeit geschieht während der Arbeitszeit und kann unterschiedlich umgesetzt werden. Oft führen Unternehmen einmal pro Jahr einen Aktionstag durch, bei dem sich die Mitarbeitenden gemeinsam für das Gemeinwohl engagieren, beispielsweise indem sie ein Gewässer reinigen oder Essen an Bedürftige verteilen. Dar über hinaus besteht die Möglichkeit, die private Freiwilligentätigkeit der Mitarbeitenden durch die Gewährung flexibler Arbeitszeiten bis hin zur Freistellung zu unterstützen.

Gemeinsam Gutes tun

Das Netzwerk Schweizer Pärke bietet seit mehreren Jahren CV-Einsätze für Firmen an. In zehn der insgesamt 20 Schweizer Pärke können je nach Jahreszeit unterschiedliche Naturschutzarbeiten ausgeführt werden: Alpwiesen entbuschen, Neophyten ausreissen, Hecken pflanzen, pflegen und schneiden oder Steinmauern sanieren. «Damit verrichten die Mitarbeitenden wichtige Arbeiten für den Erhalt und den Schutz der Landschaften, für die sonst die Ressourcen nicht ausreichen», sagt Ladina Maurer, welche die CV-Aktivitäten in den Schweizer Pärken koordiniert. «Zudem erfahren die Teilnehmenden viel über die Natur und Landschaft. Gleichzeitig können die Einsatzleitenden und die Akteure vor Ort – beispielsweise Landwirte und Produzenten – für ihre Arbeit und ihre täglichen Herausforderungen Verständnis schaffen.» Laut Maurer würden der Kontakt zu diesen Menschen und die Einblicke in deren Arbeitsalltag sehr geschätzt. Weiter betont sie, dass das Corporate Volunteering auch für die Firmen selbst von Vorteil sei: «Die Unternehmen profitieren von einer positiven Teambuilding-Erfahrung, denn das gemeinsame Arbeiten in der Natur stärkt Motivation und Zusammenhalt. Mitarbeitende lernen sich in einem neuen Umfeld kennen, oft auch über Abteilungsgrenzen hinweg.»

Neben der eigentlichen Arbeit, die in den Naturpärken verrichtet wird, profitieren die Pärke auch von einer Stärkung der regionalen Wirtschaft: «Da bei den Einsätzen lokale Produkte und Dienstleistungen berücksichtigt werden – Mittagessen und Zwischenverpflegung beispielsweise bestehen aus regionalen Produkten –, wird die Wertschöpfung in den Parkregionen gefördert. So sind die Einsätze nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch wirtschaftlich nachhaltig», erklärt Maurer.

Dass Corporate Volunteering für alle Beteiligten ein Gewinn ist, ist nicht selbstverständlich. Ladina Maurer betont in diesem Zusammenhang insbesondere die Herausforderung, den unterschiedlichen Erwartungen der involvierten Akteure gerecht zu werden. Deswegen brauche es eine klare Rollenverteilung und eine sorgfältige Planung.

Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte

Corporate Volunteering ist für die Unternehmen mit Kosten verbunden: Zum einen stellen die Betriebe ihren Mitarbeitenden Arbeitszeit zur Verfügung, zum anderen müssen die konkreten Aktivitäten finanziert werden. Denn für Einsatzorganisationen ist die Durchführung von CV-Einsätzen mit Aufwand verbunden. Deswegen verlangen sie von den teilnehmenden Unternehmen eine Kostenbeteiligung. Ladina Maurer dazu: «Die Einsätze werden zum Selbstkostenpreis organisiert. Damit werden nur die Aufwände des jeweiligen Parks und der Koordinationsstelle gedeckt; weder der Park noch das Netzwerk erzielen finanzielle Gewinne.»

Das Netzwerk Schweizer Pärke arbeitet mehrheitlich mit Grossunternehmen zusammen, grundsätzlich können aber auch KMU oder andere interessierte Gruppen einen Einsatz buchen. Mit mehreren Unternehmen gibt es langjährige Kooperationen. Zudem kommen gemäss Maurer jedes Jahr neue Firmen dazu, die ihren Mitarbeitenden ein Engagement für den Erhalt wertvoller Lebensräume ermöglichen möchten.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Neben dem Netzwerk Schweizer Pärke bieten auch andere Einsatzorganisationen Corporate Volunteering für die Umwelt an: Der WWF Schweiz führt beispielsweise Projekte zur Förderung der Biodiversität oder Gewässer-Clean-ups in diversen Städten durch. Bei Pro Natura können sich Firmenmitarbeitende bei Arbeiten in den verschiedenen Naturschutzgebieten beteiligen, indem sie z.B. Hecken, Wiesen unterhalten.

Soziales Engagement ist vor allem bei den verschiedenen Kantonalverbänden des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) oder bei Caritas Schweiz möglich. Beim SRK können Mitarbeitende für die Aktion «2× Weihnachten» Lebensmittel und Hygieneartikel auspacken und sortieren. Zudem wurde ein CV-Angebot lanciert, bei dem ein HR-Team eines Grossunternehmens Bewerbungstrainings für Jugendliche durchführte. In Kooperation mit Caritas Schweiz ist es möglich, Bergbauernfamilien beim Alpbetrieb zu unterstützen, in der Kleiderzentrale eingehende Kleiderspenden zu sortieren oder im Warenlager der 22 Caritas-Märkte der Schweiz die Bestellungen zusammenzustellen.

Indem sich Unternehmen an solchen gemeinnützigen Projekten beteiligen, nehmen sie einerseits ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr. Andererseits spielt das Engagement aber auch zunehmend im Wettbewerb um Fachkräfte eine Rolle: Firmen können mit Angeboten wie Corporate Volunteering ihre Reputation und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden steigern. Denn ein CV-Einsatz bietet nicht nur eine Abwechslung vom Arbeitsalltag, sondern erweitert den Horizont, ermöglicht neue Kompetenzen und kann motivierend und sinnstiftend wirken.

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