Deckungsbeitrag: Deckungsbeitragsrechnung für stufengerechte Ziele

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Die Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht es Führungskräften, ihre Verantwortungsbereiche klar abzugrenzen, indem ausschliesslich Grössen in die Berichte einfliessen, die sie selbst beeinflussen können. Durch den Verzicht auf die Schlüsselung fixer Kosten werden ergebnisverzerrende Verrechnungen vermieden, sodass Verantwortliche direkt die von ihnen steuerbaren Fixkostenblöcke erkennen. Dies schafft eine transparente Basis für die Planung und Verfolgung finanzieller Ziele in verkaufsnahen Bereichen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Der Deckungsbeitrag beginnt im Markt mit direkt beeinflussbaren Grössen wie Absatzmengen und Preisen.
  • Fixkosten werden verantwortungsgerecht zugeordnet, ohne Umlagen auf Markteinheiten.
  • Mehrdimensionale Auswertungen nach Produkten, Kunden, Regionen oder Kanälen sind möglich.
  • Absolute Deckungsbeiträge sind als Zielgrössen besser geeignet als relative Prozentsätze.
10.01.2026 Von: Markus Berger-Vogel, Dr. Lukas Rieder
Ergebnisziele

Wie können Führungskräfte ihre Ergebnisziele mit der Deckungsbeitragsrechnung verantwortungsgerecht steuern?

Führungskräfte sollen in ihrem Leitungsbereich Verantwortung für Ergebnisse übernehmen. Das setzt voraus, dass sie ihre resultatwirksamen Grössen auch wirklich beeinflussen können. Damit Führungskräfte ihre Ergebnisziele wirksam steuern können, müssen ihre Berichte ausschliesslich die Grössen enthalten, deren Höhe sie und ihre Mitarbeitenden selbst verändern und verantworten können. Dies lässt sich durch den Deckungsbeitrag sicherstellen – insbesondere dann, wenn konsequent auf die Schlüsselung fixer Kosten verzichtet wird.

Deckungsbeitrag als Basis für die Ergebnisziele

Der Deckungsbeitrag (DB) eignet sich aus verschiedenen Gründen als Instrument für die Planung und Verfolgung finanzieller Ziele im Unternehmen und insbesondere in verkaufsnahen Bereichen:

  • Anpassung der Struktur entsprechende den Bedürfnissen der jeweiligen Organisation.
  • Mehrdimensionale Planung und Auswertung ist möglich (z.B. Produkte und -gruppen, Kunden, Regionen, Absatzkanäle).
  • Der Deckungsbeitrag beginnt immer im Markt mit denjenigen Grössen, die Verkaufsverantwortliche noch direkt beeinflussen können, z.B. Absatzmengen, Bruttopreise, Nettopreise.
  • Als stufenweise DB aufgebaut, können Fixkosten verantwortungsgerecht und ohne Umlagen den marktbezogenen Einheiten zugeordnet werden.
  • Die DB kann auch für Auftragseingang und -bestand DBR erstellt werden
  • Plan-, Soll-, Ist- und Erwartungsrechnung sind die üblichen Auswertungsformen.
  • In der stufenweisen DB werden keinerlei Fixkosten-Umlagen vorgenommen. Dadurch sehen die jeweiligen Verantwortlichen immer diejenigen Fixkostenblöcke, welche sie direkt selbst steuern müssen. Durch das Weglassen von Umlagen erfolgen keine ergebnisverzerrenden Verrechnungen fixer Kosten auf Stück und Markteinheiten.

Die Zeilengliederung soll entsprechend dem Geschäftsmodell des Unternehmens so aufgebaut werden, dass die Verantwortlichen, z.B. Verkäufer oder Product Manager alle Grössen erkennen können, welche sie selbst beeinflussen können.

Vertriebsorganisation: Alle bedienten Länder, darin Regionen oder Aus-sendienstgebiete mit den jeweils zuständigen Führungskräften oder ADM sowie eventuelle Key Account Manager (alle Produktgruppen, alle Absatzkanäle).In Abbilldung 1 sind die sich ergebenden DB-Ziele (aus Stammhaussicht) für eine dreidimensionale marktbezogene Organisation dargestellt:

  • Produktorganisation: Deckungsbeitrag der Produktgruppen und ihrer verantwortlichen PG-Manager (über alle Vertriebsorganisationen und alle Absatzkanäle)
  • Vertriebskanäle: DB der Kanäle (z.B. Direktverkauf, Verkauf via Händler, Online-Verkauf).

Checkliste

  • Analysieren Sie die aktuellen Berichtssysteme auf unnötige Fixkostenumlagen.
  • Definieren Sie klar, welche Grössen jede Führungskraft direkt beeinflussen kann.
  • Strukturieren Sie die Zeilengliederung entsprechend dem spezifischen Geschäftsmodell.
  • Ermöglichen Sie mehrdimensionale Auswertungen für Produkte, Kunden und Regionen.
  • Stellen Sie sicher, dass Fixkostenblöcke den marktbezogenen Einheiten zugeordnet werden.
  • Verwenden Sie ausschliesslich absolute Deckungsbeiträge als Zielgrössen für Personen.
  • Integrieren Sie Plan-, Soll-, Ist- und Erwartungsrechnungen in das System.
  • Schulen Sie Führungskräfte im Umgang mit der stufenweisen Deckungsbeitragsrechnung.
  • Sichern Sie die Trennung zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Kosten.

Zudem basiert die Darstellung auf der Annahme, dass im Stammhaus ein oberster Leiter für Verkauf/Vertrieb arbeitet, welcher auch die Fixkosten der Zentralbereiche Innendienst und Marketing/Werbung führt. Dieser ist für den Netto-DB der kompletten Verkaufsorganisation zuständig, also auch für die Einhaltung der geplanten beeinflussbaren Fixkosten der Service-Kostenstellen.

Abbildung 1: Spezifische DB-Ziele für verschiedene Verantwortungsbereiche

Alle erwähnten Ergebnisziele sind als zu erreichende Absolutbeträge zu verstehen. Mit den Kunden-Deckungsbeiträgen sind die Fixkosten und der zu erzielende Cashflow zu decken. Relative Deckungsbeiträge, z.B. der DBU (DB in % vom Umsatz), sind als Zielgrössen für einzelne Personen sind weniger geeignet, weil der Cash Flow eine absolut zu erreichende Grösse ist.

Fazit Deckungsbeitrag

Die Erreichung klar definierter Ergebnisziele ist für Führungskräfte ein zentraler Massstab ihrer Leistung und Steuerungsverantwortung, dafür ist der Deckungsbeitrag ein hilfreiches Instrument. 

FAQ: Deckungsbeitrag

Warum sollten Fixkosten nicht umgelegt werden?

Fixkostenumlagen verzerren das Ergebnis, da sie Kosten auf Stück und Markteinheiten verteilen, die von den Verantwortlichen nicht beeinflusst werden können. Der Verzicht darauf sorgt für eine klare Zuordnung der steuerbaren Kostenblöcke.

Welche Auswertungsformen sind bei der Deckungsbeitragsrechnung üblich?

Übliche Auswertungsformen sind die Plan-, Soll-, Ist- und Erwartungsrechnung, die es ermöglichen, finanzielle Ziele kontinuierlich zu verfolgen und anzupassen.

Warum sind relative Deckungsbeiträge weniger geeignet?

Relative Deckungsbeiträge wie der DB in Prozent vom Umsatz sind für einzelne Personen weniger geeignet, da der Cashflow eine absolut zu erreichende Grösse ist und keine relativen Prozentsätze erfordert.

Wie wird die Deckungsbeitragsrechnung in der Vertriebsorganisation eingesetzt?

In der Vertriebsorganisation werden Deckungsbeiträge nach Ländern, Regionen, Produktgruppen und Vertriebskanälen aufgeschlüsselt, um den jeweiligen Verantwortlichen ihre spezifischen Ziele klar aufzuzeigen.

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