15.07.2015

Spin-Off: Die 5 Phasen der erfolgreichen Ausgründung

Jeder Unternehmensbereich verursacht Kosten. Entwickeln sich diese jedoch rasant nach oben, sollte über eins nachgedacht werden: Über ein Spin-Off. Denn indem Abteilungen ausgegründet werden, wandeln sie sich zur Ertragsquelle.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Spin-Off

Jeder Bereich im Unternehmen erfüllt einen Nutzen – aber auch Kosten. Beide sollten ausgewogen sein, um für das Unternehmen rentabel und tragbar zu sein. Nur – und dies kennt jedes Unternehmen – gibt es auch Abteilungen, in denen starke Nutzungsschwankungen auftreten, die somit die Kosten rasant nach oben drücken können. Das hausinterne Outdoor-Call Center ist beispielsweise solch ein Bereich, der in der Regel Schwankungen, sowohl beim Nutzen, als auch bei den Kosten, hervorruft. In anderen Fällen liegt die Ursache in den benötigten Ressourcen, die kaum alleine zu stemmen sind, die beispielweise die IT-Abteilung für Programmierleistungen aufbringen muss.

Lösungen werden dringend benötigt, um die Kosten im Rahmen des Machbaren zu halten. Statt nun Mitarbeiter zu entlassen, sollte eine weitaus lukrativere Lösung in Betracht gezogen werden: Die Ausgründung , also die Herausnahme des jeweiligen Unternehmensbereiches unter gleichzeitiger Gründung einer Gesellschaft – international geläufig unter dem Begriff Spin-Off.

Die vielen Vorteile eines Spin-Offs

Die Drosselung der Kosten ist sicherlich ein wesentliche Vorteil. Allerdings gibt es weitere, die in die Überlegung, eine Ausgründung zu vollziehen, in Erwägung gezogen werden dürfen:

  • Gemeinsame Tochtergesellschaft. Gibt es mehrere Filialen können die Kosten beispielsweise für die IT-Abteilung geteilt werden. KMU können dies durch eine Gründung einer Kooperation mit entsprechend ausgelagertem Bereich bewirken.
  • Gewinn-Verlust-Kontrolle. Da die separate Gesellschaft über ein eigenes Rechnungswesen verfügt, kann sie viel besser kontrollieren, ob Rendite erwirtschaftet wird.
  • Leichtere Handhabung. Entscheidungen, ob der Spin-Off weiterentwickelt wird oder besser verkauft werden soll, können viel leichter getroffen werden.
  • Schlankeres Kernunternehmen. Ein Spin-Off darf als ein Outsourcing verstanden werden. Das Kernunternehmen verschlankt sich, ohne jedoch auf das Know-How der Mitarbeiter zu verzichten.
  • Fördermittel und/oder Steuererleichterung. Oft gibt es Geld vom Staat, der EU oder anderen Fördereinrichtungen. Es lohnt sich, vor der Ausgründung die Fühler entsprechend auszustrecken.

Erfolgreiches Spin-Off: 5 Phasen sind zu beachten

Damit diese Vorteile alle greifen können, ist eine gründliche Planung unerlässlich. Jede Phase sollte deshalb gut durchdacht und organisiert werden.

Phase 1: Analyse der Umfeldbedingungen

Ein Spin-Off als Unternehmensstrategie benötigt aussagekräftige und messbare Daten, die einen ersten Eindruck über die Ressourcen, Möglichkeiten und Vorteile des auszugründenden Unternehmensbereiches bieten. Eine Analyse der Bedingungen ist somit unerlässlich. Der Fokus richtet sich auf

  • die Stärken des Spin-Off-Unternehmens.
  • das Absatz-, Umsatz- und Ertragsvolumen des Zielmarktes.
  • die Spielregeln, Chancen und Risiken des Zielmarktes.
  • die Rolle anderer Marktteilnehmer.
  • den Stärken-Schwächen-Vergleich zu anderen Unternehmen.

Phase 2: Formulierung des Geschäftszweckes

Die Ziele des Geschäftszweckes des Spin-Off-Unternehmen sollten stets mit den Ausgründungsbeteiligten festgelegt werden. So gilt es zu klären,

  • ob es auf Entwicklung, Handel, Dienstleistung oder Produktion ausgerichtet ist.
  • ob es national und/oder international tätig sein soll.
  • ob es als Technologieführer oder Realisierer der Entwicklung fungieren soll.

Aus dieser Zielsetzung leiten sich die Wachstumsstrategien, als auch Wettbewerbsstrategien ab.

Phase 3: Auf bestimmte Geschäftsfelder ausrichten

Das Ziel muss es sein, die eigenen Kräfte zubündeln. Ohne die strategisch eindeutige Ausrichtung auf bestimmte Geschäftsfelder – wie Call-Center oder IT – misslingt dies jedoch. Deshalb ist es unerlässlich, die vorhandenen Stärken und Alleinstellungsmerkmale – auch der beteiligten Führungskräfte und Mitarbeiter – zu benennen.

Phase 4: Planung der Unternehmenskonzeption

Wie jede Firmengründung benötigt auch ein Spin-Off einen Geschäfts- und Businessplan, in dem die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten dargestellt werden. Der Fokus liegt selbstverständlich auf

  • den langfristigen Unternehmenszielen.
  • den analysierten Umfeldbedingungen.
  • die entwickelten Strategien, Planungen und Realisierungsmassnahmen.
  • der Planung des Personaleinsatzes.
  • den betriebswirtschaftlichen Aspekten, wie Deckungsbeitrag, Umsatzvolumen, Kostenerwirtschaftung.
  • der Finanzierung.
  • dem Marketing

Phase 5: Das Controlling

Ebenso sollten unbedingt Controlling-Instrumente, falls sie noch nicht im Unternehmen bestehen, installiert werden. Ohne ein systematisches Controlling fehlt die notwendige fortlaufende Finanzplanung, da so der benötigte Überblick über die anfallenden Ausgaben und liquiden Mittel nicht erzielt werden kann.

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