Benefits: Attraktive Anreize für Mitarbeitende

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Fringe Benefits umfassen Neben- und Zusatzleistungen, die nicht direkt in Geld ausbezahlt werden, aber einen messbaren monetären Wert besitzen. Sie dienen primär der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und der Bindung von Fach- und Führungskräften, wobei sie oft steuerlich günstiger sind als reines Barlohn. In der Praxis reichen diese Leistungen von Firmenwagen und Zusatzversicherungen bis hin zu Cafeteriasystemen, die den Mitarbeitenden eine individuelle Wahl ermöglichen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Fringe Benefits sind geldwerte Leistungen ohne direkte Auszahlung in Bargeld.
  • Sie erhöhen die Attraktivität als Arbeitgeber und fördern die Mitarbeiterbindung.
  • Steuerliche Vorteile entstehen durch die Einbeziehung in die Total Compensation.
  • Cafeteriasysteme ermöglichen eine flexible, individuelle Auswahl der Benefits.
  • Beispiele reichen von Firmenwagen über Reka-Checks bis zu zusätzlichen Ferientagen.
12.01.2026 Von: Thomas Wachter
Benefits

Was sind Fringe Benefits und wie setzen Unternehmen sie effektiv zur Mitarbeiterbindung ein?

Zusatzleistungen – in der Fachsprache Fringe Benefits – sollen das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen. Im Zentrum steht dabei, durch ein attraktives Angebot an «Goodies» qualifizierte Führungs- und Fachkräfte an das Unternehmen zu binden.

Was sind Fringe Benefits?

Fringe Benefits sind Neben- und Zusatzleistungen des Unternehmens, welche nicht direkt in Geld ausgerichtet werden. Bezugsberechtigt sind meist alle Mitarbeitenden, teilweise nur das Kader. Bekannteste Beispiele sind die Firmenkreditkarte, Reka-Checks, der Firmensportclub etc.

Incentives sind Anreize, durch welche gute Mitarbeitende angeworben oder in der Firma gehalten werden sollen. Neben den üblichen Leistungslohnkomponenten sind darunter indirekt geldwerte Belohnungen wie Ferienreisen, Einladungen zu einem Essen oder einer kulturellen Veranstaltung etc. zu verstehen.

Insbesondere in den Jahren der Hochkonjunktur sind die freiwilligen Leistungen explosionsartig in verschiedenster Form entstanden. Man erhoffte sich Wettbewerbsvorteile auf dem Arbeitsmarkt, versuchte die Mitarbeitenden damit zu halten, Anreize zu schaffen und auch speziell das Kader für spezielle Leistungen zu honorieren. Ebenfalls waren steuerliche Aspekte Gegenstand dieser Überlegungen. In den letzten Jahren wurden diese Leistungen teilweise wieder eingefroren respektive auf ein gesundes Mass ab- oder umgebaut.

Kaum eine Firma, welche nicht Neben- und Zusatzleistungen ausrichtet. Als Fringe Benefits werden solche Leistungen bezeichnet, welche nicht in Form von Geld entrichtet werden, aber einen monetär (geldmässig) feststellbaren Wert besitzen. Sie sind nicht an den Erfolg des Unternehmens und die Leistung der einzelnen Mitarbeitenden gekoppelt.

Die Absicht des Unternehmens ist im Wesentlichen die Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber und die Bindung der (Kader-)Mitarbeitenden an das Unternehmen. Einerseits sollen die Mitarbeitenden sozial abgesichert werden, andererseits sind Fringe Benefits auch steuerlich interessant: Es werden Leistungen in die “total compensation” mit einbezogen, die weniger stark von Steuern und Sozialabgaben betroffen sind als Barlohn.

Fringe Benefits werden manchmal in so genannte Cafeteriasysteme eingebaut: Hier haben die einzelnen Mitarbeitenden dann die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten wie beispielsweise eine ergänzende Vorsorgeleistung, zwei Ferientage zusätzlich oder Bezugsrechte für Produkte. Ein Autor drückt das wie folgt aus: “Damit wird das Entlöhnungssystem zum Gesamtkunstwerk ...”

Beispiele von Fringe Benefits

In der Praxis werden beispielsweise folgende Fringe Benefits geleistet:

  • freiwillige Zusatzversicherungen
  • verbilligte Mittagsverpflegung
  • verbilligter Produkteeinkauf
  • Firmenwagen (über Flottenleasing finanzierbar)
  • Firmenkreditkarte
  • Flottenrabatt
  • Vollkaskoversicherung
  • SBB-Halbtax- resp. Generalabonnement
  • Firmenparkplatz
  • Reka-Checks
  • vergünstigte Ferienangebote
  • zusätzliche Ferientage
  • Sabbaticals, bezahlter Bildungsurlaub
  • Sport- und Fitnessclubgebühr
  • Vorzugsaktien
  • Hypothekardarlehen
  • Kaderversicherung
  • vorzeitige Pensionierungsmöglichkeiten
  • Einkaufssumme in die Pensionskasse

Checkliste

  • Analyse der aktuellen Mitarbeiterbedürfnisse und demografischen Struktur.
  • Prüfung der steuerlichen und sozialabgabenrechtlichen Rahmenbedingungen.
  • Definition des Budgetrahmens für freiwillige Leistungen.
  • Auswahl passender Benefits aus dem Spektrum (z. B. Mobilität, Vorsorge, Freizeit).
  • Entscheidung zwischen einheitlichen Leistungen oder einem Cafeteriasystem.
  • Kommunikation des Gesamtangebots an die Belegschaft transparent und verständlich.
  • Regelmässige Evaluation der Akzeptanz und Wirksamkeit der eingeführten Benefits.
  • Anpassung des Angebots an sich wandelnde Markttrends und Mitarbeitererwartungen.

FAQ: Benefits

Was unterscheidet Fringe Benefits von Incentives?

Fringe Benefits sind allgemeine Nebenleistungen für alle oder definierte Gruppen, die nicht an eine spezifische Leistung gekoppelt sind. Incentives hingegen sind gezielte Anreize oder Belohnungen, die gute Leistungen honorieren oder neue Talente anwerben sollen.

Sind Fringe Benefits steuerpflichtig?

Ja, Fringe Benefits besitzen einen geldwerten Wert und werden in die Total Compensation einbezogen. Sie unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht, sind jedoch oft weniger stark von Steuern und Sozialabgaben betroffen als reines Barlohn.

Was ist ein Cafeteriasystem?

Ein Cafeteriasystem erlaubt Mitarbeitenden, aus einem vorgegebenen Katalog von Leistungen eine individuelle Kombination zu wählen, wie beispielsweise zusätzliche Ferientage statt einer ergänzenden Vorsorgeleistung.

Gelten Fringe Benefits nur für das Kader?

Nein, obwohl sie teilweise auf das Kader beschränkt sein können, beziehen sich Fringe Benefits in der Regel auf alle Mitarbeitenden. Beispiele wie Firmenkreditkarten oder Reka-Checks sind oft breiter gestaffelt.

Warum haben einige Unternehmen Benefits reduziert?

In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten oder nach Hochkonjunkturphasen wurden manche Leistungen auf ein gesundes Mass zurückgefahren oder umgebaut, um die Kostenstruktur zu optimieren.

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