Weka Plus

Mobbing: Checkliste für Umgang mit Betroffenen und Tätern

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Mobbing ist primär eine Frage der Teamkultur und damit direkte Verantwortung der Vorgesetzten. Da Führungskräfte in etwa der Hälfte der Fälle selbst aktiv am Mobbing beteiligt sind oder den Prozess durch Untätigkeit begünstigen, obliegt es ihnen, dem Mobbing-Prozess ein Ende zu setzen. Die HR-Abteilung kann unterstützend wirken, doch die Führungskraft muss den Ton angeben und für eine offene, wertschätzende Gesprächskultur sorgen, in der Betroffene entlastet werden und Täter sachlich zur Rechenschaft gezogen werden können.

Die wichtigsten Punkte:

  • Vorgesetzte tragen die Hauptverantwortung für die Prävention und Lösung von Mobbingfällen.
  • Betroffene benötigen primär ein offenes Ohr; in 2/3 der Fälle führt dies bereits zur Entlastung.
  • Gespräche mit Tätern und Opfern erfordern eine wertschätzende, vorurteilsfreie und sachliche Haltung.
  • Reflexion vor Reaktion: Keine voreiligen Massnahmen ergreifen, bevor die Situation klar ist.
  • Bei Unsicherheit oder komplexen Fällen professionelle Unterstützung (Coaches, Fachstellen) hinzuziehen.
17.05.2026 Von: Dr. med. Rolf Victor Heim, Dr. rer. soc. Carin Mussmann
Mobbing

Wie gehen Vorgesetzte und HR-Verantwortliche bei Mobbingfällen mit Betroffenen und Tätern richtig um?

Bei der Entwicklung von Mobbing spielen Vorgesetzte eine zentrale Rolle. Abgesehen davon, dass sie in ungefähr der Hälfte der Fälle die aktive Rolle innehaben, hängt Mobbing immer mit der Teamkultur zusammen und ist somit Vorgesetztensache. Dem entsprechend ist es Aufgabe der Vorgesetzten, alles daran zu setzen, dem Mobbing-Prozess ein Ende zu bereiten. Falls Vorgesetzte im Team mobben, sind wiederum deren Vorgesetzte in der Pflicht. Die HR-Abteilung kann dabei unterstützend wirken.

Checkliste für Umgang mit Betroffenen

Gespräche mit Betroffenen stellen eine grosse Herausforderung dar. In der Regel besteht das Spannungsfeld darin, dass Gesprächsleitende hin- und hergerissen sind zwischen Mitleid, Ärger, Unglauben, Unverständnis und dem Bedürfnis, sofort zu helfen. Entlasten Sie sich vom Druck, bereits im ersten Gespräch wissen zu müssen, was Sache ist, wer recht hat und wer die Täter sind. Erfahrungen von Anlaufstellen zeigen, dass Betroffene in erster Linie ein offenes Ohr brauchen; in 2/3 der Fälle ist die Entlastung dadurch so gross, dass keine weiteren Schritte notwendig sind.

Da Mobbing eine höchst emotionale Angelegenheit ist, hilft es für die Gesprächsvorbereitung, die eigene persönliche Einstellung zu klären. Bestehen Vorurteile den «Tätern» oder «Opfern» gegenüber? War man selbst einmal in eine solche Situation verwickelt? Kennt man aus dem persönlichen Umfeld Betroffene? Folgende grundsätzlichen Punkte helfen Ihnen, Ihren Gesprächspartnern aufmerksam, unvoreingenommen und mitfühlend zu begegnen:

  • Reservieren Sie sich Zeit und informieren die Gesprächspartner über den Zeitrahmen.
  • Halten Sie sich zurück bezüglich Massnahmen ➞ Reflexion statt Reflex.
  • Erkundigen Sie sich, was die Betroffenen sich wünschen.
  • Sprechen Sie über verschiedene Varianten von Massnahmen und informieren Sie über deren Konsequenzen.
  • Lassen Sie den Betroffenen Zeit, sich für Massnahmen zu entscheiden.
  • Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung (Fachstellen, Kollegen und Kolleginnen , Vorgesetzte)
  • Beachten Sie: Die Verantwortung bleibt grösstenteils bei den Betroffenen!
  • Fassen Sie stichwortartig die Situation zusammen (verbal und schriftlich), damit die Betroffenen ergänzen oder korrigieren können.

Jetzt Member werden und weiterlesen:

  • Unlimitierter Zugriff auf alle 1300 Arbeitshilfen
  • Alle kostenpflichtigen Beiträge auf weka.ch frei
  • Zugriff auf alle Videos
  • Täglich aktualisiert
  • Wöchentlich neue Inhalte und Arbeitshilfen
  • Exklusive Spezialangebote
  • News- & Update-Services
  • Seminargutscheine
und viele weitere Vorteile! ab CHF 24.80 pro Monat Jetzt abonnieren Sind Sie schon Member? Hier anmelden
Member werden Newsletter