Mobbing im Unternehmen: So verhalten Sie sich richtig
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Mobbing im Unternehmen ist kein vereinzeltes Konfliktgespräch, sondern eine systematische, über einen längeren Zeitraum andauernde Schikanierung, die das Betriebsklima vergiftet und zu gravierenden Folgen wie sinkender Produktivität und hohen Krankheitskosten führt. Führungskräfte müssen Warnsignale wie das Ignorieren von Grüssen, fortgesetzte entwürdigende Bemerkungen oder unberechtigte Kritik frühzeitig identifizieren, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Der erste Schritt zur Lösung liegt in der klaren Definition von Mobbing, dem Verständnis der rechtlichen Grundlagen im Schweizer Arbeitsrecht und der Bereitschaft, bei ersten Anzeichen transparent und unter vier Augen zu intervenieren.
Die wichtigsten Punkte:
- Mobbing ist gekennzeichnet durch systematische Angriffe über einen längeren Zeitraum, nicht durch einzelne Konflikte.
- Rechtliche Grundlagen wie das Arbeitsgesetz, das OR und das StGB bieten Schutzmechanismen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
- Ursachen liegen oft in hohem Stress, Umstrukturierungen oder einem negativen Konkurrenzdruck.
- Frühzeitige Intervention durch offene Gespräche und klare Regeln der Kommunikation ist entscheidend.
- Führungskräfte tragen die Verantwortung für ein motivierendes Arbeitsklima und die Benennung von Vertrauenspersonen.

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Wie erkennen und bekämpfen Sie Mobbing im Unternehmen rechtssicher und effektiv?
Schritt 1 – Sie informieren sich, was Mobbing im Unternehmen ist
Die relativ junge Wortschöpfung «Mobbing» ist zwar ein altes Thema, aber im neudeutschen Sprachgebrauch mittlerweile zu einem festen Begriff geworden - leider. Das Wort stammt vom englischen Verb «to mob» = pöbeln, über jemanden herfallen, sich auf jemanden stürzen. Mobbing ist mehr als hier und da ein vereinzelt auftretender Konflikt. Erst wenn jemand regelmässig schikaniert, drangsaliert oder benachteiligt wird, dann spricht man von Mobbing. Das kann in Form von fortgesetzten entwürdigenden Bemerkungen sein, dem Ignorieren des Anderen im Alltag, durch Hinnehmen sexueller Grenzüberschreitungen wie beispielsweise anzügliche Reden oder auch durch unberechtigte Kritik und falsche Arbeitsbewertungen. Die Attacken - das ist das wesentliche Merkmal - werden systematisch und über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Ein ganz typisches Bild ist, Sie kommen ins Büro und keiner erwidert Ihren Gruss.
Schritt 2 - Sie sind mit den geltenden rechtlichen Grundlagen bei Mobbing vertraut
Verschiedene Gesetze – das Gleichstellungsgesetz (GlG), das Arbeitsgesetz (ArG), das Obligationenrecht (OR) und das Strafgesetzbuch (StGB) – regeln den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Mobbing am Arbeitsplatz:
- Art. 328 OR: Schutz der Persönlichkeit des Arbeitnehmers im Allgemeinen
- Arbeitsgesetz und Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz:
- Gleichstellungsgesetz
- Strafbestimmungen nach dem Schweizerischem Strafgesetzbuch. In Frage kommt ferner unabhängig von Verfahren nach Arbeitsgesetz, OR, ZGB usw. eine Strafanzeige wegen
- Übler Nachrede (Art. 173 StGB)
- Verleumdung (Art. 174 StGB)
- Beschimpfung (Art. 177 StGB)
- Drohung (Art. 180 StGB)
- Nötigung (Art. 181 StGB)
- Einfache Körperverletzung (Art. 123 StGB)
- Sexuelle Belästigung (Art. 198 StGB)
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