Gen Z: Resilienz im Zeitalter der Unsicherheiten

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Die Generation Z steht vor einzigartigen psychischen Herausforderungen, die durch digitale Vernetzung, globale Krisen und hohen Leistungsdruck verstärkt werden. Burn-out und mentale Erschöpfung sind häufige Folgen, doch diese Generation fordert gleichzeitig sinnstiftende Arbeit, Flexibilität und eine offene Unternehmenskultur. Unternehmen, die diese Bedürfnisse ernst nehmen, fördern nicht nur das Wohlbefinden ihrer jungen Mitarbeitenden, sondern schaffen auch eine nachhaltigere und produktivere Arbeitsumgebung für alle.

Die wichtigsten Punkte:

  • Die Gen Z ist die erste Generation digitaler «Natives», geprägt von ständiger Erreichbarkeit und Krisenerfahrungen.
  • Hohe Ansprüche an Work-Life-Balance, Wertschätzung und faire Bezahlung sind zentrale Forderungen.
  • Soziale Medien wirken als zweischneidiges Schwert: Sie verstärken Vergleichsdruck, ermöglichen aber auch offene Gespräche über mentale Gesundheit.
  • Unternehmen müssen durch flexible Modelle und Resilienzprogramme aktiv zur psychischen Gesundheit beitragen.
  • Coaching und eine offene Führungskultur sind entscheidend, um das Potenzial dieser Generation zu fördern.
14.03.2025 Von: Sonja Kupferschmid, Pascal von Känel
Gen Z

Wie können Unternehmen die Resilienz der Generation Z in der Arbeitswelt stärken?

Die Generation Z ist die erste vollständig digital aufgewachsene Generation. Doch diese digitale Verbundenheit hat ihren Preis: Burn-out, Leistungsdruck und mentale Erschöpfung. Gleichzeitig stellt die Gen Z hohe Anforderungen an die Arbeitswelt — von flexiblen Arbeitsmodellen bis hin zu einer offenen Unternehmenskultur. Warum es sich lohnt, die Perspektive der Generation Z ernst zu nehmen, und wie dies der gesamten Arbeitswelt zugutekommt, erfahren Sie im Beitrag.

Die psychische Gesundheit gewinnt in einer Welt, die sich rasant verändert und immer höhere Anforderungen stellt, zunehmend an Bedeutung – sowohl für Einzelpersonen als auch für Organisationen. Besonders im Fokus steht dabei die Gen Z, die als erste Generation vollständig in einer digitalen und global vernetzten Welt aufgewachsen ist. Sie ist geprägt von ständigen Krisen, einem hohen sozialen Vergleichsdruck und permanenter Erreichbarkeit. Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, wie diese Generation ihre Resilienz stärken kann und welche Verantwortung Arbeitgeber übernehmen müssen, um eine gesunde Balance zwischen Leistung und Wohlbefinden zu schaffen.

Die psychischen Herausforderungen der Generation Z

Die Gen Z, geboren zwischen 1995 und 2010, zeichnet sich durch ständige Erreichbarkeit, Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, enormen Leistungsdruck und Unverbindlichkeit aus. Sie gilt als die erste wahre Generation von «Digital Natives», die früh mit Smartphones – ihrem täglichen Begleiter – in Kontakt kam.1 Hinzu kommen prägende Krisenerfahrungen wie Terrorangst, Energiekrisen, Inflation und die Covid-19-Pandemie. Diese Themen sind durch Smartphones ständig präsent und resultieren in
psychischer Belastung.2

Resilienz in der Arbeitswelt Die Herausforderungen der Gen Z spiegeln sich auch in der Arbeitswelt wider. Viele junge Arbeitnehmende fühlen sich überfordert und sind häufiger von Burnout betroffen als andere Generationen. Diese Überforderung resultiert oft aus der Erfahrung, dass sich Lebensumstände plötzlich und radikal ändern können – eine Lehre, die die Generation Z aus den Krisen ihrer Zeit gezogen hat. Das motiviert die Generation Z, im Hier und Jetzt zu leben und ihre hohen Ansprüche an die Arbeit sofort umzusetzen, anstatt zu warten.3 Es zeigte sich, dass soziale Medien durch unrealistische Darstellungen von Erfolg den Vergleich mit anderen verstärken  und den Perfektionismus fördern. Diese hohen Ansprüche an sich selbst führen dann bei der Gen Z zu mentaler Erschöpfung.4

Die Forderungen der Generation Z

Angesichts dieser Belastungen ist es kaum überraschend, dass die Generation Z hohe Forderungen an die Arbeitswelt stellt, um ihre psychische Gesundheit zu schützen. Sie fordern sinnstiftende Arbeit, Wertschätzung, Flexibilität, eine gute Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten und faire Bezahlung. Diese Forderungen sind eine positive Entwicklung, da sie nicht nur Resilienz fördern, sondern auch präventiv zur Verbesserung der mentalen Gesundheit beitragen.5

Soziale Medien: Fluch oder Segen?

Studien zeigen, dass eine hohe Social-Media-Nutzung die psychischen Probleme der jungen Generation verstärken kann. Sie wirkt sich oft negativ auf das Selbstwertgefühl
aus und beeinträchtigt das allgemeine Wohlbefinden. Allerdings ist der Zusammenhang nicht so einfach. Der Zusammenhang könnte auch darin bestehen, dass Personen mit einem niedrigeren Selbstwertgefühl einfach mehr auf Social Media sind und dadurch diese Verbindung entsteht. Social Media hat auch positive Effekte. Junge Menschen finden hier Gleichgesinnte, lernen aus den Erfahrungen anderer und stärken dadurch ihre psychische Gesundheit. Zudem hat Social Media dazu beigetragen, das Thema mentale Gesundheit ins Rampenlicht zu rücken. Die Gen Z spricht offen darüber und sucht sich häufiger Hilfe, als es frühere Generationen taten. In diesem Sinne können die sozialen Medien zur Resilienz beitragen, indem sie Problembewusstsein schaffen, Verbindungen fördern und den Zugang zu Unterstützung erleichtern.6

Strategien zur Stärkung der Resilienz

Unternehmen können die Resilienz der Generation Z stärken, indem sie auf ihre Forderungen eingehen. Hier einige Ansätze:

  • Einführung von Programmen zur Förderung psychischer Gesundheit, z.B. Resilienztrainings
  • Flexible Arbeitszeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
  • Förderung einer offenen Unternehmenskultur, in der über psychische Gesundheit gesprochen wird

Auch die Generation Z selbst kann ihre Resilienz stärken, z.B. durch regelmässige Selbstreflexion, sportliche Aktivitäten, Achtsamkeitsübungen, soziale Unterstützung und eine gesunde Lebensweise.7 Neuere Entwicklungen integrieren auch digitale Tools wie z.B. Mood-Tracking-Apps, welche Stimmungsprotokolle beim Internetsurfen erstellen, oder Health Games zur Vorsorge und Linderung psychischer Belastungen.6

Coaching als Lösungsansatz

Checkliste

  • Einführung von spezifischen Programmen zur Förderung der psychischen Gesundheit, wie Resilienztrainings.
  • Ermöglichung flexibler Arbeitszeiten und -orte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
  • Förderung einer offenen Unternehmenskultur, in der über psychische Belastungen gesprochen werden darf.
  • Integration digitaler Tools wie Mood-Tracking-Apps oder Health Games zur Unterstützung der Mitarbeitenden.
  • Angebot von Coaching-Möglichkeiten für junge Mitarbeitende zur Bewältigung beruflicher und privater Herausforderungen.
  • Schulung von Führungskräften, um ein Coaching-Mindset zu entwickeln und junge Talente besser zu unterstützen.
  • Regelmässige Überprüfung der Unternehmenskultur auf Wertschätzung und Sinnhaftigkeit der Arbeit.
  • Förderung von sozialen Unterstützungsnetzwerken innerhalb des Teams.
  • Sensibilisierung für die positiven Aspekte sozialer Medien als Quelle für Gleichgesinnte und Wissen.
  • Etablierung klarer Grenzen zur Vermeidung von permanenter Erreichbarkeit.

Coaching kann ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, um der Gen Z bei der Bewältigung beruflicher und privater Herausforderungen zu helfen.6 Es gibt bereits spezifische Coaching-Angebote, die auf die Bedürfnisse dieser Generation zugeschnitten sind. Auch Führungskräfte können sich coachen lassen, um zu verstehen, wie sie ihre jungen Mitarbeitenden besser unterstützen können. Ein Coaching-Mindset wird Führungskräften empfohlen, um das Potenzial der Gen-Z Mitarbeitenden bestmöglich zu fördern.8

Die Generation Z als Wegbereiter für eine neue Arbeitskultur

Die Generation Z ist mit einzigartigen Herausforderungen konfrontiert. Ihre Forderung nach Resilienz und mentaler Gesundheit ist jedoch mehr als ein Ausdruck persönlicher Bedürfnisse – sie ist ein Wegweiser für eine nachhaltigere Arbeitskultur. Diese Generation zeigt deutlich, dass langfristige Produktivität und Wohlbefinden nur durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beruflichem Engagement und persönlicher Erholung möglich sind. Ihr Ansatz, Resilienz zu fordern und zu fördern und über mentale Probleme offen zu sprechen, eröffnet neue Perspektiven für Arbeitgebende und Arbeitnehmende, egal welcher Generation sie angehören.

 

Literaturverzeichnis

1 Schnetzer, S. (2024). Generation Z Übersicht. Simon Schnetzer.
 

2 Krapfenbauer, B. (2023, 08. August). Generation Z: Resilienz statt Resignation. Periskop.
 www.periskop.at/generation-z-resilienz-statt-resignation/

3 ASU (2024, 16. Februar). Die Gen Z ist häufiger von Unter- oder Überforderung betroffen. ASU – Zeitschrift für medizinische Prävention.
 www.asu-arbeitsmedizin.com/konflikt-und-stressmanagement/die-gen-z-ist-haeufiger-von-unter-oder-ueberforderung-betroffen

4 Struss, R. (2024, 3. Dezember). Zwischen Purpose und Strategie – Führen in der Ära der Gen Z. STRUSS&CLAUSSEN. 
 www.strussundclaussen.de/karriere-blog/beitraege/zwischen-purpose-und-strategie-fuehren-in-der-aera-der-gen-z/

5 Flach, L. (2022, 15. Dezember). Sie möchten kein Burnout – Junge wollen Flexibilität und Spass. SRF. 
 www.srf.ch/news/wirtschaft/gen-z-in-der-arbeitswelt-sie-moechten-kein-burnout-junge-wollen-flexibilitaet-und-spass

6 ZukunftsInstitut (2021, 8. Dezember). Mental Imbalance Youth: Die verletzte Gen Z. ZukunftsInstitut.
 www.zukunftsinstitut.de/zukunftsthemen/generation-z-mental-imbalance-youth

7 Martens, J. (2024, 12. Juni). Generation Z Lauter Jammerlappen: Die Wahrheit über junge Erwachsene. die-generation-z.de.
 

8 Ayoade, A. (2023, 21. August). Coaching Strategies For Effective Management Of Gen Z. Forbes. 
 www.forbes.com/councils/forbescoachescouncil/2023/08/21/coaching-strategies-for-effective-management-of-gen-z/

FAQ: Gen Z

Warum ist die Generation Z besonders anfällig für psychische Belastungen?

Die Gen Z ist die erste Generation, die vollständig digital aufgewachsen ist. Ständige Erreichbarkeit, der Druck durch soziale Medien, globale Krisen wie Pandemien und wirtschaftliche Unsicherheiten führen zu einem hohen Stresslevel und mentaler Erschöpfung.

Welche konkreten Forderungen stellt die Generation Z an die Arbeitswelt?

Sie fordert sinnstiftende Arbeit, flexible Arbeitsmodelle, eine gute Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten, faire Bezahlung sowie eine offene Unternehmenskultur, in der psychische Gesundheit offen thematisiert wird.

Wie können Unternehmen die Resilienz ihrer jungen Mitarbeitenden konkret stärken?

Durch die Einführung von Resilienztrainings, flexible Arbeitszeiten, eine offene Kommunikationskultur, den Einsatz digitaler Gesundheits-Tools und das Angebot von Coaching für Mitarbeitende und Führungskräfte.

Spielen soziale Medien nur eine negative Rolle für die mentale Gesundheit der Gen Z?

Nein, soziale Medien wirken ambivalent. Zwar können unrealistische Darstellungen und Vergleichsdruck das Selbstwertgefühl mindern, aber sie bieten auch Raum für offene Gespräche, den Austausch mit Gleichgesinnten und den Zugang zu Unterstützungsangeboten.

Welche Rolle spielt Coaching bei der Unterstützung der Generation Z?

Coaching hilft jungen Menschen, berufliche und private Herausforderungen zu bewältigen. Führungskräfte profitieren ebenfalls von Coaching, um ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse der Gen Z zu entwickeln und deren Potenzial optimal zu fördern.

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