Rekrutierung: Mit diesen 10 Geboten sind Sie erfolgreich
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Die Rekrutierung hat sich von einfachen Inseraten zu einem komplexen, mehrstufigen Prozess entwickelt, der eine tiefgehende Analyse der Bewerberbedürfnisse erfordert. Unternehmen müssen sich aktiv in die Zielgruppe hineinversetzen, um eine treffende Botschaft zu formulieren und die richtigen Kanäle – sowohl online als auch offline – zu identifizieren. Nur durch eine konsequente Umsetzung der zehn Gebote, von der präzisen Stellendefinition bis zur sorgfältigen Einarbeitung, lassen sich qualifizierte Fachkräfte gewinnen und langfristig binden.
Die wichtigsten Punkte:
- Rekrutierung ist ein durchgängiger Prozess von der Vakanz bis zur Einarbeitung.
- Die Bewerberperspektive steht im Zentrum: Bedürfnisse verstehen und adressieren.
- Präzise Anforderungsprofile vermeiden Streuverluste und erhöhen die Qualität.
- Transparente und faire Auswahlverfahren schützen das Arbeitgeberimage.
- Langfristige Präsenz in der Zielgruppe ist essenziell für den Erfolg.

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Wie können Schweizer KMU den Rekrutierungsprozess optimieren und qualifizierte Bewerber erfolgreich gewinnen?
Heute führen unterschiedliche Trends dazu, dass einstmals erfolgreiche Massnahmen nicht mehr gut funktionieren.
Trends im Rekrutierungsprozess
- verändertes Verhalten von Bewerbern
- gestiegene Ansprüche an den Arbeitgeber
- grosse Breite unterschiedlicher Medienarten
- neue technologische Möglichkeiten
- erhöhter Wettbewerb der Arbeitgeber
Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen vor grossen Herausforderungen, passende Bewerber zu gewinnen und auch langfristig an das Unternehmen zu binden. Das Internet bietet eine hohe Transparenz für Bewerber und Mitarbeiter über fast alle verfügbaren Stellenangebote. Zusätzlich sind Informationen über die eigenen Mitarbeiter durch soziale Netzwerke von aussen einfach zugänglich. So erhalten Bewerber und Mitarbeiter vielfach ungefragt Stellenangebote. Das macht es für Unternehmen zunehmend schwierig, gute Bewerber zu gewinnen und ausgezeichnete Mitarbeiter langfristig zu halten. Schon alleine dadurch entsteht ein erhöhter Bedarf an Rekrutierungsaktivitäten.
Herausforderungen von Unternehmen im Rekrutierungsprozess
- Wie erhalte ich überhaupt genügend qualifizierte Bewerbungen?
- Welche Kanäle soll ich nutzen, um eine offene Stelle zu bewerben?
- Wie kann ich gute Bewerber von meinem Unternehmen überzeugen?
- Welche sind die Kriterien, nach denen Bewerber ihre Wahl treffen?
- Wie halte ich gute Mitarbeiter langfristig trotz attraktiver Alternativen?
Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital von Unternehmen. Gute Mitarbeiter zu gewinnen, ist eine zentrale Herausforderung für den Erfolg jedes Unternehmens. Selbst noch so ausgeklügelte und gute Auswahlverfahren helfen wenig, wenn sich keine guten Bewerber für das Unternehmen interessieren. Deshalb ist es notwendig, dass man genügend Zeit in die Ausarbeitung und Umsetzung einer wirksamen Rekrutierungsstrategie und einem klaren Prozess verwendet, unabhängig davon, ob es sich um eine einzelne Stellenbesetzung oder die langfristige Erschliessung einer wichtigen Zielgruppe handelt. Basis einer wirksamen Strategie ist es, sich in die Bewerber, die man idealerweise einstellen möchte, gut hineinzuversetzen. Nur so kann man sie auch wirklich gewinnen.
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Schritte im Rekrutierungsprozess
1. Definition der Zielgruppe
Welche Eigenschaften hinsichtlich Erfahrungen, Kenntnissen, Ausbildung, Alter, Geschlecht1, Lohnvorstellungen, Mobilität, Arbeitseinstellung etc. sollten Bewerber mitbringen? Welche Eigenschaften sind hinderlich?
2. Hineinversetzen in Wünsche und Bedürfnisse
Angenommen, man wäre einer dieser Bewerber: Was ist mir wichtig? Was erwarte ich? Was wünsche ich mir? Was möchte ich nicht?
3. Erarbeitung einer Botschaft
Basierend auf dieser Analyse der Bewerber erarbeitet man eine Botschaft, die in Inseraten und anderen Medien verwendet wird. Was erwartet jemanden bei dieser Stelle? Was sind die Vorteile? Was bietet die Firma?
4. Identifikation von «Aufenthaltsorten»
Wo halten sich die gewünschten Bewerber auf – sowohl online als auch offline? Wo suchen sie eventuell nach geeigneten Stellen? Wo hat man ihre Aufmerksamkeit ohne viele Streuverluste, wenn sie nicht aktiv auf der Suche sind? Wo befinden sich Beeinflusser der Zielgruppe?
5. Auswahl der Kanäle
Je nach Charakteristika und Aufenthaltsorten der Bewerber bieten sich andere Kanäle an, mit denen man Bewerber erreichen kann. Welcher Kanal bietet am meisten Chancen im Vergleich zu seinen Kosten? Welcher Kanal ist zeitlich ausreichend?
6. Bewusstsein über Erfolgsfaktoren
Woran erkennt man den idealen Kandidaten? Welche Kriterien sind den Bewerbern wichtig, um sich für das Stellenangebot zu entscheiden? Welche Massnahmen erhöhen den Erfolg des Bewerbermarketings, nämlich den richtigen Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen?
7. langfristige Massnahmen
Welche langfristigen Massnahmen sind notwendig, sinnvoll und auch leistbar, um bei den relevanten und raren Zielgruppen präsent zu sein und die Chancen zu erhöhen, dass sich gute Bewerber für Stellenangebote interessieren?
Checkliste
- Habe ich die Zielgruppe mit allen relevanten Eigenschaften (Erfahrung, Lohn, Mobilität) klar definiert?
- Habe ich mich aktiv in die Wünsche und Bedürfnisse potenzieller Kandidaten hineinversetzt?
- Stimmt meine Botschaft in Inseraten und Medien mit den Erwartungen der Zielgruppe überein?
- Habe ich die «Aufenthaltsorte» der Bewerber online und offline identifiziert?
- Wurden die Kanäle nach Kosten-Nutzen-Verhältnis und Erreichbarkeit ausgewählt?
- Sind die Kriterien für den idealen Kandidaten und die Erfolgsfaktoren klar kommuniziert?
- Sind langfristige Massnahmen zur Präsenz bei seltenen Zielgruppen geplant?
- Wird der Rekrutierungsprozess als Ganzes von der Vakanz bis zur Einarbeitung geplant?
- Betrachte ich die Bewerbenden als Partner und behandle ich sie transparent?
- Ist das Anforderungsprofil präzise genug, aber offen für neue Impulse?
10 Gebote für eine erfolgreiche Rekrutierung
Was macht nun eine gute Rekrutierung aus? Wie können Sie den Rekrutierungsprozess optimieren? Nachfolgend 10 Gebote für eine erfolgreiche Rekrutierung:
- Vergegenwärtigen Sie sich die einzelnen Schritte der Rekrutierung und planen Sie diese realistisch.
- Beachten Sie, dass die Rekrutierung ein Prozess ist, der bei der Vakanz beginnt und erst bei der erfolgreichen Einarbeitung endet. Fehler in einer Etappe wirken sich auf alle folgenden aus.
- Investieren Sie bei der Stellendefinition, dem Anforderungsprofil, der Ausschreibung und der Wahl der Medien so viel Sorgfalt wie bei der Selektion der am besten geeigneten Personen aus den eingegangenen Bewerbungen.
- Betrachten Sie die Bewerbenden als Partner im Auswahlprozess.
- Definieren Sie das Anforderungsprofil so präzis wie notwendig und so offen wie möglich. Versuchen Sie abzuschätzen, ob das Profil die richtigen Personen anspricht. Lieber wenige valable Bewerbungen als hunderte von ungeeigneten.
- Versetzen Sie sich bei jeder Etappe der Rekrutierung in die potenziellen Bewerbenden und versuchen Sie, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Dies bedeutet vor allem: Gute, offene Information, ein straffer und eingehaltener Zeitplan.
- Gestalten Sie das Auswahlverfahren so, dass es die Bewerbenden als angenehm, transparent, sinnvoll und gerecht empfinden. Negative Erfahrungen von Bewerbenden schaden dem Image eines Unternehmens.
- Achten Sie darauf, dass Sie bei Vakanzen nicht nach einem Double des bisherigen Stelleninhabers oder der Stelleninhaberin suchen, sondern nach jemandem, der dem Anforderungsprofil genügt, dem Unternehmen aber auch neue Impulse bringt und vielleicht etwas anders ist als die Kolleginnen und Kollegen.
- Achten Sie darauf, dass die Bewerbenden möglichst gute und realistische Informationen über das Unternehmen und die Stelle erhalten, damit auch sie einen qualifizierten Entscheid für oder gegen die Stelle treffen können.
- Die erfolgreiche Rekrutierung ist mit dem Unterzeichnen des Arbeitsvertrags nicht abgeschlossen. Eine ungenügende Einführung und Einarbeitung kann den bisherigen Rekrutierungserfolg zunichtemachen.
Fussnote
1Die Definition des gewünschten Geschlechts soll nicht diskriminierend verstanden sein – im Gegenteil. Es kann beispielsweise sein, dass man für das Geschäftsleitungsteam bei gleichen Qualifikationen eine Frau bevorzugen würde, um eine heterogenere Zusammensetzung zu erreichen. Wahrscheinlich sind Frauen über andere Kanäle und Botschaften anzusprechen, weshalb es wichtig ist, sich des Wunschprofils von Anfang an bewusst zu sein – sonst erreicht man gar nicht die gewünschte Zielgruppe und endet bei der Wahl zwischen Männern.
FAQ: Rekrutierung
Warum funktionieren traditionelle Inserate heute oft nicht mehr?
Aufgrund gestiegener Transparenz im Internet, veränderten Bewerberverhalten und einem intensiveren Wettbewerb um Fachkräfte müssen Unternehmen heute aktivere und zielgruppenspezifischere Strategien verfolgen als früher.
Wie finde ich die richtigen Kanäle für meine Stellenbesetzung?
Indem Sie sich zuerst in die Zielgruppe hineinversetzen und deren «Aufenthaltsorte» identifizieren. Je nach Profil der Bewerber eignen sich unterschiedliche Online-Plattformen, soziale Netzwerke oder lokale Medien.
Was ist der wichtigste Fehler bei der Stellendefinition?
Ein zu starres Anforderungsprofil, das nach einem «Double» des bisherigen Stelleninhabers sucht. Dies verhindert, dass neue Impulse ins Unternehmen kommen und schränkt den Kandidatenpool unnötig ein.
Wann ist der Rekrutierungsprozess eigentlich abgeschlossen?
Nicht mit der Unterschrift des Arbeitsvertrags, sondern erst nach einer erfolgreichen Einarbeitung. Eine unzureichende Einführung kann den bisherigen Erfolg zunichtemachen.
Wie schütze ich das Image meines Unternehmens im Auswahlverfahren?
Durch ein transparentes, faires und zeitlich straffes Verfahren. Negative Erfahrungen von Bewerbern verbreiten sich schnell und schaden der Reputation des Unternehmens nachhaltig.