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Kernaussagen: 3 Tricks, wie Sie auf den Punkt kommen

Ob Bericht, Brief oder Präsentation, jeder Text benötigt eins: Kernaussagen, die den Inhalt auf den Punkt bringen. Nur manches Mal fällt gerade dies schwer. Die Kernaussage lässt sich nicht richtig greifen. Mit 3 Tricks kommen Sie dem Kern Ihres Textes auf die Spur.

04.05.2022 Von: Brigitte Miller
Kernaussagen

Des Pudels Kern

Eigentlich, tja, eigentlich wissen Sie schon, über was Sie schreiben wollen oder sollen. Das Thema ist vorgegeben. Da ist die Anfrage des Kunden zu beantworten. Den Bericht über den Projektverlauf gilt es zu schreiben. Oder die Produktpräsentation, die bei der Messe gehalten werden soll, heisst es zu erstellen. Im Grunde ist somit alles klar. Freudig beginnen Sie zu schreiben. Die ersten Worte, Sätze und Gedanken fliessen aufs Papier (wohl eher ins Word-Dokument).

Alles scheint gut zu laufen. Doch beim Lesen erscheint Ihnen Ihr Text einfach nur „Wischiwaschi“ zu sein. Sie haben das Gefühl, zu viele Worte um nichts zu machen. Ein frustrierendes Gefühl. Vielleicht ist der Frust gar so gross, dass Sie erst einmal beschliessen, nicht weiterzuschreiben. Keine schlechte Idee, bevor sich der Frust „festbeisst“ und sich eine Schreibblockade anbahnt. Unterbrechen Sie also Ihren Schreibprozess ganz bewusst.

Denn solch eine Pause schafft Abstand vom eigentlichen Schreiben. Eine Schreib-Pause dient Ihnen dazu, sich mit Ihrem Text auf eine neue Weise zu beschäftigen – und Ihre Kernaussagen herauszuarbeiten. Denn mit Hilfe Ihrer Kernaussagen erkennen Sie mühelos,

    • was Ihrem Text inhaltlich fehlt.
    • welche Textpassagen Sie streichen können.
    • welche Absätze Sie umschreiben sollten.
    • welche Aussagen Sie übernehmen können.
    • an welchen Stellen Sie sich Ihren Kernaussagen optimaler nähern dürfen.

    Legen Sie eine schöpferische Pause ein – während des Schreibens oder gerne auch schon bevor Sie zu schreiben beginnen.

    3 Tricks, wie Sie Ihre Kernaussagen herausarbeiten

    Kerngedanken zu erfassen, ist keine schwierige, noch langwierige Angelegenheit. Widmen Sie sich dieser Aufgabe in Ruhe, ohne sie jedoch zeitlich ausufern zu lassen. 10 bis 15 Minuten reichen in der Regel aus.

    Trick 1: Mit Assoziieren den Kern entdecken

    Bringen Sie Ordnung in Ihre Gedanken. Zu dem Thema fällt Ihnen ja so viel ein (falls eher nicht, hilft dieser Trick auch weiter!). Ideen, erste Einfälle und Gedankengänge purzeln wild durcheinander. Deshalb lassen Sie Ihren Gedanken erst einmal freien Lauf, indem Sie frei assoziieren. Methoden, wie dies gut gelingt, kennen Sie: MindMapping, Clustering oder Wortsprints.

    Betrachten Sie anschliessend Ihr MindMap oder Wortsprint unter folgenden Gesichtspunkten:

    • Welche Stichworte leiten sich voneinander ab und bilden somit eine Gedanken-Gruppe? Welches Stichwort repräsentiert am besten diese Gedanken-Gruppe?
    • Welche Stichworte führten zu neuen Einfällen und Gedankengängen?
    • Wie viele Stichworte sind somit tatsächlich relevant für Ihren Text?
    • Welche Kerne bzw. Kernaussagen lassen sich aus dem jeweiligen Stichwort ableiten? Kann das Stichwort als Kernaussage genutzt werden? Oder welche Kernaussage formulieren Sie aus diesem Stichwort?
    • Wie viele Kernaussagen liegen Ihnen somit für Ihren Text oder Präsentation vor?
    • Welches ist der Haupt-Kern? Welche bauen auf diesem auf und unterstützen ihn?

    Trick 2: Kernaussagen strukturieren

    Jeder Text unterliegt einer Struktur. Solch eine Struktur erleichtert nicht allein das Lesen, sondern auch das Schreiben. So enthält ein Brief mehrere Absätze, ein Bericht Textpassagen, die über mehrere Seiten ausgeführt werden oder eine Präsentation mehrere PowerPoint-Folien – alles Text-Bausteine.

    Formulieren Sie für diese Text-Bausteine Kernaussagen. Sicherlich können Sie schon einzelne Kernaussagen, die Sie mit Hilfe des Tricks 1 herausgearbeitet haben, verwenden. Zur Überprüfung fragen Sie sich:

    • Decken die notierten Kernaussagen den gesamten Text ab?
    • Welche Lücken zeigen sich?
    • Welche Gedanken müssen aufgenommen werden? Wie lassen sich diese Gedanken in einem Kernsatz oder mit einem Kern-Stichwort zusammenfassen?
    • Wie lassen sich einzelne Textpassagen oder Folien miteinander verknüpfen?
    • Was muss der Leser (vorher) wissen, um den Ausführungen auf der jeweiligen Folie (etc.) problemlos folgen zu können?
    • Welche logische Reihenfolge erhalten die Kernaussagen (oder auch Argumente)?

    Trick 3: Geschriebenes verdichten

    Sie haben bereits Passagen Ihres Textes geschrieben. Wunderbar. Und keine Sorge, auch an einem bereits geschriebenen Text lassen sich Kernaussagen herausschälen – und natürlich, falls notwendig, optimaler formulieren. Gelingen tut dies auf zweifache Weise:

    1. Kernaussagen mit Hilfe der Trick 1 und 2 festlegen.
    2. Ihr Geschriebenes verdichten. Auf diese Art filtern Sie die Kerngedanken aus Ihrem Text heraus.

    Um Ihr Geschriebenes zu verdichten, gehen Sie wie folgt vor:

    • Lesen Sie die einzelne Textpassage, Folie oder den einzelnen Absatz in Ruhe durch.
    • Markieren Sie für Sie relevante Aussagen oder Worte.
    • Fassen Sie diese Markierungen für sich zusammen.
    • Beginnen Sie mit der Verdichtung, indem Sie den Gedanken zuerst in vier Wörtern ausdrücken, dann mit drei Wörtern, zwei Wörter und nur noch ein Wort – ein Stichwort – notieren. Ihr Kerngedanke steht.

    Prüfen Sie anschliessend, ob der herausgefilterte Kerngedanke

    • wichtig für den gesamten Text ist.
    • relevant für diesen Textabschnitt ist.
    • besser an anderer Stelle erläutert wird.
    • gar an anderer Stelle schon ausführt wurde und somit in diesem Textabschnitt gestrichen werden kann.
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