Die dunkle Triade: Tipps für den Umgang mit schwierigen Mitarbeitern

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Mitarbeiter mit Ausprägungen der dunklen Triade – Narzissmus, Machiavellismus und subklinische Psychopathie – zeichnen sich oft durch Charisma und Durchsetzungsvermögen aus, können aber bei starker Ausprägung die Unternehmenskultur durch Machtmissbrauch und Manipulation zerstören. Der Schlüssel zum Schutz des Unternehmens liegt in der bewussten Wahrnehmung der Kommunikationsposition und der strikten Trennung von charismatischem Verhalten und ethischen Taten.

Die wichtigsten Punkte:

  • Erkennen der «Dark-Position»: Das Gegenüber vertritt die Haltung «ich bin gut, die anderen sind schlecht».
  • Kommunikation auf Augenhöhe: Bestehen Sie konsequent auf der Erwachsenenebene und vermeiden Sie diagonale Reaktionen.
  • Taten vor Charisma: Bewerten Sie ethisches Handeln höher als rhetorische Fähigkeiten oder kurzfristige Erfolge.
  • Sofortiges Handeln: Bei unethischem Verhalten nicht zögern, sondern Massnahmen ergreifen, um Spaltungen im Team zu verhindern.
02.04.2025 Von: Katharina Chicherio
Die dunkle Triade

Wie erkennt und managt man Mitarbeiter mit Persönlichkeitsstörungen aus der dunklen Triade?

Psychologen nennen die Kombination aus Narzissmus, Machiavellismus und subklinischer Psychopathie die «dunkle Triade». Menschen mit diesen Persönlichkeitseigenschaften sind mutig, zielstrebig, charmant und durchsetzungsstark. Und gleichzeitig selbstverliebt, gefühlskalt, manipulativ und rücksichtslos.

Mittlere bis leicht überdurchschnittliche Ausprägungen dieser Eigenschaften aus der dunklen Triade können durchaus positive berufliche Effekte haben und sind speziell für Führungspositionen oft gefordert. Sind diese Eigenschaften jedoch stark ausgeprägt, stellen sie ein Risiko für Unternehmen dar. Denn Narzissten, Machiavellisten und subklinische Psychopathen haben eine niedrige soziale Verträglichkeit und neigen zu Machtmissbrauch, Betrug, Diebstahl und Mobbing. Davor wollen Sie Ihr Unternehmen schützen. Wie Sie dies tun, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Zahlreiche Publikationen zur «dunklen Triade» der Persönlichkeit sind in den vergangenen Jahren veröffentlicht worden. Umfassend wird erklärt, welche Charakterzüge Narzissten, Machiavellisten und subklinische Psychopathen aufweisen und wie sie Unternehmen schaden können. Jedoch gibt es wenig konkrete Anleitung dazu, wie sich Unternehmen vor ihnen schützen können. Ziel dieses Beitrags ist es, diese Lücke zu füllen und Ihnen das notwendige Wissen zur Hand zu geben.

In welcher Position befindet sich Ihr Gegenüber?

Jeder Mensch durchläuft im Rahmen seiner Entwicklung verschiedene Phasen. Wenn alles optimal verläuft, erreichen wir die Erwachsenen-Position, in welcher wir die Haltung einnehmen «ich bin gut und du bist gut». Wenn es nicht optimal verläuft, wird eine Haltung eingenommen, in welcher gilt «ich bin gut und die anderen sind schlecht». Menschen mit dunklen Persönlichkeitseigenschaften nehmen diese Position ein. Nennen wir sie deshalb die «Dark-Position».

Klären Sie sich deshalb immer mit wem Sie es zu tun haben. Sie wollen wissen, ob Ihr Gegenüber in der «Dark-Position» ist. Deshalb sind Sie neugierig, stellen Fragen und hören aufmerksam zu. Menschen in der «Dark-Position» haben ein grosses Unabhängigkeitsgefühl – sie brauchen niemanden, können alles und wissen alles. Regeln legen sie zu ihrem Vorteil aus. Es geht Ihnen nur um die Erreichung ihrer Ziele und nicht um die Menschen im Unternehmen. Stellen Sie sich auch die Frage: Macht es mir Spass mit dieser Person zu arbeiten und gemeinsame Ziele zu verfolgen? Doch aufgepasst - lassen Sie sich nicht um den Finger wickeln! Menschen in der «Dark-Position» werden alles versuchen, um Ihnen zu gefallen. Sie sind gute Redner, können sich gut verkaufen, sind oft mutig, leistungsstark, intelligent und attraktiv. Deshalb passiert es nicht selten, dass man sich ihnen schnell anvertraut und persönliche Dinge preisgibt. Behalten Sie deshalb Ihre Position, bleiben Sie aufmerksam und stellen Sie die Fragen.

Von welcher Ebene kommuniziert Ihr Gegenüber?

Grundsätzlich gibt es drei Kommunikationsebenen. Die Kindebene, die Elternebene und die Erwachsenenebene. Was Sie wollen, ist eine Kommunikation auf der Erwachsenenebene. Hier findet die Kommunikation auf Augenhöhe statt. Ziele werden klar kommuniziert. Keiner der Kommunikationspartner wird ins Unrecht gesetzt. Im Gegensatz dazu verläuft die Kommunikation von der Kindebene oder der Elternebene immer diagonal – von oben herab oder von unten herauf. Dabei bestimmt die Position, die wir einnehmen die Position, welche der andere einnehmen wird. Dies bedeutet, wenn ich mit jemanden aus der Elternposition kommuniziere, wird der andere in der Kindposition reagieren. Diese diagonalen Kommunikationswege sind unangenehm, erfolglos und nie eine Option.

Klären Sie sich deshalb stets auf welcher Kommunikationsebene sich Ihr Gegenüber befindet. Denn Menschen in der «Dark-Position» neigen dazu auf der Elternebene zu kommunizieren. Dies kann kritisch, aber auch wohlwollend geschehen. Lassen Sie sich deshalb nicht aus dem Konzept bringen. Prüfen Sie auch stets Ihre Position. Wenn Sie in Verführung geraten auf eine fügsame oder rebellische Art zu antworten, sollten bei Ihnen die Alarmglocken schellen. Versuchen Sie Ihren Gesprächspartner auf die Erwachsenenebene einzuladen. Dies tun Sie, indem Sie Ihr Ziel des Gesprächs klar mitteilen und Ihr Gegenüber dabei nie ins Unrecht setzen. Um dies zu vermeiden, bleiben Sie stets in der Ich-Form. Fangen Sie also Ihre Sätze mit «Ich» an und nicht mit «Du». Zeigt Ihre abermalige Einladung auf die Erwachsenenebene keine Wirkung, beenden Sie das Gespräch. Bleiben Sie dabei freundlich und bestimmt. Verlieren Sie nicht Ihre Erwachsenen-Position.

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Entsprechen die Taten Ihren Anforderungen?

Menschen in der «Dark-Position» sind oft leistungsstark, starke Redner und können überaus charmant sein. Deshalb will man sie oft im Unternehmen halten. Doch ihr Verhalten ist oft unethisch und manipulativ. Lassen Sie sich deshalb nicht blenden. Denn Sie wissen, dass ein Unternehmen nur langfristigen Erfolg hat, wenn Verantwortung von jedem Einzelnen für sein Tun übernommen wird und dieses Tun ethisch ist.

Messen Sie deshalb die Taten und nicht so sehr das Verhalten eines Menschen. Wenn Sie Taten beobachten, welche nicht dem entsprechen, wie Sie selber behandelt werden möchten, schliessen Sie die Person von Ihrem Unternehmen aus. Schieben Sie dies nicht auf die lange Bank. Denn Menschen in der «Dark-Position» können der Kultur in Unternehmen massiven Schaden zuführen. Nicht selten passiert es, dass sich das Unternehmen in zwei Lager spaltet: den «Fans» und den «absoluten Kritikern». Dieses Risiko wollen Sie vermeiden. Bleiben Sie deshalb achtsam und ergreifen Sie sofort Massnahmen, wenn Sie unethische Taten beobachten.

Checkliste

  • Analysieren Sie die Haltung Ihres Gegenübers: Vertritt er die «Dark-Position»?
  • Prüfen Sie Ihre eigene Reaktion: Lassen Sie sich auf Kindebene oder Elternebene provozieren?
  • Führen Sie das Gespräch in der Ich-Form, um Ihre Ziele klar zu kommunizieren.
  • Beobachten Sie, ob die Person Regeln zu ihrem Vorteil auslegt und andere ignoriert.
  • Unterscheiden Sie zwischen kurzfristigem Erfolg und langfristig ethischem Verhalten.
  • Schützen Sie das Team vor Spaltungen in «Fans» und «Kritiker» durch klare Grenzen.
  • Beenden Sie Gespräche freundlich aber bestimmt, wenn keine Erwachsenenebene erreicht wird.
  • Holen Sie bei Unsicherheit professionelle externe Unterstützung durch Coaches.

Nehmen Sie professionelle Unterstützung in Anspruch

Ein bisschen «Dark-Position» ist förderlich, zuviel ist schädlich. Ein Mangel an Führungsfähigkeiten oder Sozialen Fähigkeiten muss nicht gleich bedeuten, dass Menschen aus dem Unternehmen ausgeschlossen werden müssen. Wir Menschen sind veränderungs- und lernfähig! Holen Sie sich deshalb Unterstützung von einem externen professionellen Coach, der das notwendige Know-how besitzt und geeignete Interventionen mit Ihnen erarbeitet.

FAQ: Die dunkle Triade

Was ist die dunkle Triade im beruflichen Kontext?

Sie bezeichnet die Kombination aus Narzissmus, Machiavellismus und subklinischer Psychopathie. Diese Persönlichkeitsmerkmale können in moderater Form Führungsqualitäten stärken, bei starker Ausprägung jedoch zu Manipulation und Mobbing führen.

Wie erkenne ich, ob jemand in der «Dark-Position» ist?

Personen in dieser Position vertreten die Haltung «ich bin gut, die anderen sind schlecht». Sie zeigen ein übermässiges Unabhängigkeitsgefühl, nutzen Regeln zu ihrem Vorteil und interessieren sich primär für ihre Ziele, nicht für die Menschen im Unternehmen.

Wie kommuniziere ich mit solchen Mitarbeitern?

Kommunizieren Sie ausschliesslich auf der Erwachsenenebene. Nutzen Sie die Ich-Form, vermeiden Sie Vorwürfe und lassen Sie sich nicht auf diagonale Kommunikation (Eltern- oder Kindebene) ein. Bei Widerstand beenden Sie das Gespräch bestimmt.

Sollte man Mitarbeiter mit diesen Eigenschaften entlassen?

Nicht automatisch, da Menschen veränderungsfähig sind. Erst wenn ethische Taten fehlen und die Unternehmenskultur massiv geschädigt wird, sind Konsequenzen wie der Ausschluss oder externe Interventionen notwendig.

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