17.07.2017

Führungsaufgaben: Welche Aufgaben Sie als Führungskraft nicht delegieren sollten

Zum Kern Ihrer Führungskompetenz gehört die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Orientierung zu geben. Sie müssen bereit sein zu entscheiden, um Ihrem Team die Weiterarbeit zu ermöglichen. Dabei ist es vor allem wichtig, der Aufgabe des Entscheidens auch nachzukommen. Das ist Ihre Aufgabe, überlassen Sie sie niemand anderem.

Von: Matthias K. Hettl   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in verschiedenen Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Als ausgezeichneter «excellent speaker» und «excellent trainer» gehört er zu den bedeutendsten Referenten im deutschen Sprachraum und ist für die TOP-Seminar- und Kongressveranstalter in Europa tätig. Er begeistert seine bisher 25 000 Zuhörer durch einen motivierenden und kompetent direkten Vortagsstil mit 1:1 einsetzbaren Praxistipps. Seine Veranstaltungen werden regelmässig mit Bestnoten bewertet.

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Führungsaufgabe 1 - Team voranbringen und Mitarbeiterführung

«Es gibt keine schlechten Mannschaften, Marschall. Es gibt nur schlechte Offiziere.» - Napoleon I. Bonaparte

Wirklich «highly effective leaders» arbeiten im eigentlichen Sinn nur etwa 30 bis 40 Prozent ihrer Zeit an fachlichen Aufgaben. Den Rest der Zeit verbringen Sie damit, die Steine aus dem Weg zu räumen für Ihr Team, für Ihre Abteilung, für Ihren Bereich oder aber auch Ihren Geschäftsbereich. Wichtig ist hierbei die Kommunikation: Sie sprechen mit Ihren Mitarbeitern darüber, was Sie für sie tun können, wen Sie anrufen müssen, mit wem Sie Kontakt aufnehmen, damit die Mitarbeiter effektiver arbeiten können. Ihre Führungsaufgabe ist es also, Ihr Team voranzubringen. Und wenn Sie ein Team führen, das funktioniert, das motiviert ist, das die Aufgaben entsprechend erfolgreich abschliesst, dann fallen Sie auf, und zwar ein bis zwei Führungsetagen weiter oben.

Ihre Aufgabe: Folgende Punkte klären und ggf. Probleme beiseite räumen:

  • Gibt es Motivationsprobleme bei einzelnen Mitarbeitern? Worin liegen diese begründet, und was kann man tun, um die «Stolpersteine» beiseite zu räumen?
  • Gibt es Spannungen im Team, die die Leistung beeinträchtigen?
  • Funktioniert die Kommunikation innerhalb des Teams? Werden wichtige Informationen ausgetauscht?
  • Kennen die Teammitglieder ihre Aufgabenbereiche und die der anderen? Wissen sie gegenseitig über ihre Kompetenzen Bescheid?
  • Hat Ihr Team die «richtigen» Ziele? Entsprechen diese Ziele den Unternehmenszielen?
  • Gibt es im Team die «richtigen» Normen – etwa eine ausgeprägte Leistungsnorm? Sind alle Mitarbeiter etwa gleich stark motiviert?
  • Funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb des Teams oder mit anderen Abteilungen reibungslos, oder muss viel Energie vergeudet werden?

Kritische Führungsaufgaben - Bereit sein zu entscheiden

Zum Kern Ihrer Führungskompetenz gehört die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Orientierung zu geben. Nichts ist für einen Mitarbeiter frustrierender, als wenn Entscheidungen immer wieder aufgeschoben werden. Sie müssen bereit sein zu entscheiden, um Ihrem Team die Weiterarbeit zu ermöglichen. Entscheidungen dann zu treffen, wenn es Ihre Mitarbeiter von Ihnen erwarten, ist eine der kritischen Aufgaben als Führungskraft.

Führungsaufgabe 2 - Richtige Entscheidungen treffen

«Decision making is the task which makes or breaks the manager.» - Fredmund Malik

Welche Hierarchiestufe Sie in Ihrem Unternehmen erreichen können, hängt entscheidend von Ihrer Fähigkeit ab, gute Entscheidungen zu treffen, also von der Qualität und der Art und Weise, wie Sie entscheiden. Dabei ist es vor allem wichtig, der Aufgabe des Entscheidens auch nachzukommen. Das ist Ihre Aufgabe, überlassen Sie sie niemand anderem. Keine Entscheidung zu treffen, ist immer die falsche Entscheidung, oder wie Antony Robbins es ausdrückt: «Erfolg ist das Ergebnis richtiger Entscheidungen. Richtige Entscheidungen sind das Ergebnis von Erfahrung. Erfahrung ist das Ergebnis von falschen Entscheidungen» (Robbins, 2004).

Führungsaufgabe 3 - Sich selbst und das Team motivieren

Zu Ihrem Repertoire der Führungskompetenz gehört auch die Fähigkeit, sich selbst und andere zu motivieren. Leistung entspringt aus Motivation. Nach Reinhard Sprengers (Sprenger, 2004) Ansicht gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen Motivation und Motivierung. Als «Motivation» definiert er den Eigenantrieb des Mitarbeiters, dessen Lust an der Arbeit. Als «Motivierung» bezeichnet er den Versuch von Führungskräften, die Mitarbeiter «anzutreiben». Eine gute Führungskraft sorgt dafür, dass sich die Eigenmotivation des Mitarbeiters entfalten kann. Dazu braucht der Mitarbeiter eine gewisse Souveränität und Entscheidungsfreiheit, das nötige Wissen und vor allem das nötige Vertrauen seiner Vorgesetzten. Noch viel wichtiger ist, dass Sie es als Führungskraft schaffen, Ihren Mitarbeitern ein entscheidendes Bedürfnis zu vermitteln, nämlich das nach Sinn (Frankl, 2007). Seine Arbeit als sinnhaft zu erleben, ist ein starker Motivator für Sie als Führungskraft sowie Ihre Mitarbeiter und legt die Basis für die Erzielung von Ergebnissen in der Zusammenarbeit.

Führungsaufgabe 4 - Die Vorbildfunktion

Als persönliche Kompetenz, die eine Führungspersönlichkeit ausmacht, haben wir die Integrität kennengelernt. Eng verwandt damit ist die Authentizität. Sie bildet die Grundlage für Überzeugungsvermögen, Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit einer Führungskraft. Viele dieser Aspekte sind die Basis für Ihr Handeln als Führungskraft. Es muss für Sie also darum gehen, Diskrepanzen zwischen Ihren Worten und Taten aufzuheben. Bleiben Sie in allem, was Sie tun, und in allem, was Sie nicht tun, Sie selbst. Ihre Mitarbeiter merken sehr schnell, wenn Sie als Führungskraft Ihre ganze Energie in den Aufbau und die Aufrechterhaltung einer «Fassade» investieren. Ausserdem ist es sehr schwierig, andere dauerhaft zu täuschen – spätestens Ihre Körpersprache wird Sie verraten. Seien Sie unverfälscht Sie selbst, und beachten Sie dazu auch die oben erläuterte «selektive Authentizität».

«Man lügt zwar mit dem Maul, doch durch das, was man dabei macht, sagt man doch die Wahrheit.» - Friedrich Nietzsche

Durch Ihre Führungsposition sind Sie immer eine Art «Leuchtturm». Man orientiert sich an Ihnen und Ihren Handlungen. Das heisst, einer Führungskraft, einem Chef wird mit einer gewissen Art von Ehrfurcht gegenübergetreten. Das ist aber nur dann so, wenn diese Führungskraft sich die Akzeptanz der Mitarbeiter auch erworben hat. Sie sind Vorbild für Ihre Mitarbeiter, seien Sie sich dieses Anspruches immer bewusst.

Der beste Chef wird von den Mitarbeitern kaum wahrgenommen. Nicht besonders gut ist es, wenn man ihm unterwürfig gehorcht oder ihn mit Überschwang begrüsst. Schlecht ist es, wenn man ihn verabscheut. Von einem guten Chef, der wirkungsvoll arbeitet, wird man nach vollbrachter Arbeit und erreichten Zielen nach Laotse sagen: «Das haben wir ohne ihn geschafft.»

Führungsaufgaben, die exklusiv der Führungskraft vorbehalten sind:

  • Verantwortung übernehmen
  • Orientierung geben in Form von Zielen
  • Aufgaben übernehmen, die vertraulich behandelt werden müssen
  • Mitarbeitergespräche führen (Feedbackgespräche, Konfliktgespräche)
  • Kontrolle über die Zielerreichung

Dazu müssen Sie:

  • Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft haben (bzw. entwickeln),
  • die Fähigkeit zur Delegation von Aufgaben haben,
  • Ihrem Team Steine aus dem Weg räumen und für den reibungslosen Ablauf der Arbeitsprozesse sorgen,
  • Ihre Mitarbeiter motivieren,
  • Entscheidungen treffen und Orientierung geben,
  • authentisch sein,
  • sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst sein.

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