26.06.2019

Grenzen setzen: Energieräuber loswerden und sich erfolgreich abgrenzen

Stress, Zeitdruck, nervende Menschen, Gedankenkarusselle, perfektionistische Selbstansprüche, schlechter Schlaf und unerledigte Dinge, die vor sich hergeschoben werden – die Welle der Energieräuber ist erdrückend und kann zu einer gefährlichen Belastung werden. Die Lösung liegt im erfolgreichen Grenzen setzen. Wie Sie es schaffen auf der Welle zu reiten und mehr Gelassenheit zu gewinnen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Von: Katharina Chicherio  DruckenTeilen 

Katharina Chicherio, M SC BA, Betriebsökonomin, Dipl. Kontextual Coach, Geschäftsführerin

Katharina Chicherio ist Gründerin und Geschäftsführerin des Celo Coaching Instituts in Pfäffikon SZ. Geboren und aufgewachsen ist sie in der ehemaligen DDR. Nach dem Mauerfall, haben ihre Eltern berufliche Angebote als Nationaltrainer der Schweizer Ski-Biathleten und Sport-Physiotherapeutin erhalten. Daraufhin wanderten sie 1991 in die Schweiz aus. Sie absolvierte eine Kaufmännische Ausbildung, erlang die Eidgenössische Matur und studierte Betriebswirtschaft an der Universität Bern. Danach arbeitete sie über 10 Jahre in der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG als Mitglied des Kaders in Führungspositionen. Parallel absolvierte sie eine mehrjährige Coaching-Ausbildung und startete ihr heutiges Psychologiestudium an der Fernuniversität Schweiz. Im Jahr 2018 gründete sie das Celo Coaching Institut. Als unabhängiger Coach und Sparringspartner unterstützt sie Unternehmer und Führungskräfte in ihren täglichen Herausforderungen und bei dem Ziel das Aussergewöhnliche zu erreichen.

Grenzen setzen

Erfolgreich Grenzen setzen besteht aus 4 Schritten, welche wechselseitig mit Vertrauen, Mut und Akzeptanz in Beziehung stehen. Grenzen setzen wird somit nicht nur durch Vertrauen, Mut und Akzeptanz gestärkt, sondern fördert diese auch.

Schritt 1: Klare Ziele

Damit Sie erfolgreich Grenzen setzen können, brauchen Sie absolute Klarheit über Ihre Ziele. Beantworten Sie sich dafür die Frage: «Gegeben, wie die Dinge sind, was will ich erreichen?» Tönt trivial. Stellt im Alltagsstress und in Situationen, in welchen die Energiereserven schon fast leer sind, oft eine grosse Herausforderung dar. Zudem braucht es Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Akzeptanz der Gegebenheiten, die Sie nicht beeinflussen können.

Planen Sie deshalb genügend Zeit für Ihre Zielklärung ein. Ziehen Sie sich an einen ungestörten Ort zurück. Und konzentrieren Sie sich voll und ganz darauf, Ihre Ziele detailliert und klitzeklar zu formulieren. Dabei kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie sich jedes einzelne Ziel vor dem inneren Auge bildlich in allen Einzelheiten vorstellen. Geben Sie jedem Ziel einen verbindlichen Termin, an welchem Sie das Ziel erreicht haben wollen. Und beantworten Sie sich die Frage «an was konkret werde ich erkennen, dass ich mein Ziel erreicht habe?».

Bevor Sie zum nächsten Schritt übergehen, prüfen Sie Ihre innerliche Verpflichtung jedem Ziel gegenüber. Beantworten Sie dafür die Frage «brennt mein Ziel?». Denn nur für «brennende» Ziele, die Sie wirklich erreichen wollen (und nicht müssen), übernehmen wir Verantwortung.

Schritt 2: Bewusstes Handeln

Richten Sie alles Tun auf Ihre Ziele aus. Damit dies erfolgreich gelingt, beantworten Sie sich die folgenden Fragen für jedes einzelne Ziel: «Was brauche ich, um mein Ziel zu erreichen?», «Welche Ressourcen habe ich und welche fehlen mir?», «Was konkret tue ich, um die Ressourcenlücken zu schliessen?», «Welche Risiken können auftreten und was tue ich konkret, um diese zu vermeiden?», «Wie komme ich von hier aus zu meinem Ziel – was genau werde ich jetzt Schritt für Schritt tun, um mein Ziel zu erreichen?».

Es ist wichtig einen Plan zum Ziel hin zu haben. Dieser soll auch Zwischenziele mit konkreten Terminen beinhalten. Und gleichzeitig ist es damit nicht getan. Denn Sie werden täglich vor die Entscheidung tausender Aktivitäten gestellt. Um sich erfolgreich abzugrenzen, wollen Sie wach sein! Prüfen Sie bei allem, was Sie tun oder planen zu tun, ob dies Ihrer Zielerreichung dient. Oft verfolgen wir mehrere Ziele parallel. Doch der Tag hat nur 24 Stunden. Deshalb fragen Sie sich fortlaufend, welches Ziel am meisten brennt und in welcher Reihenfolge Sie die Dinge tun wollen.

Grenzen setzen bedeutet somit in vielen Alltagssituationen «Nein» zu sagen. Wie Sie dabei am effektivsten vorgehen, beinhaltet der nächste Schritt.

Schritt 3: Respektvolle Kommunikation

Grenzen zu setzten und «Nein» zu sagen, braucht Mut und Vertrauen in die eigene Person. Denn Sie wollen mit Ihrem Handeln niemanden verletzen. Deshalb wollen Sie respektvoll und empathisch kommunizieren. Denn es ist nicht die spitze Bemerkung, die Ihnen vielleicht der Vorgesetzte an den Kopf wirft, die den Konflikt auslöst, sondern Ihre Antwort.

Für eine respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe mit all Ihren Mitmenschen, sind vier Punkte sehr wichtig. Erstens, klären Sie sich das Ziel der Kommunikation, d.h. «was will ich meinem Gegenüber ganz konkret mitteilen?» Zweitens, drücken Sie das Ziel ganz klar aus und reden Sie nicht um den heissen Brei herum. «Ich muss dir mitteilen, dass ich heute Nachmittag dringend das und das machen muss und deshalb leider keine Zeit für dein Anliegen habe.» Drittens, setzten Sie Ihr Gegenüber nie ins Unrecht. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie Ihre Sätze mit «Ich» und nicht mit «Du» anfangen. Bleiben Sie immer auf Augenhöhe.

Wird trotz Ihrer klaren und empathischen Kommunikation die Botschaft falsch oder nicht verstanden, liegt es nicht in Ihrer Verantwortung. Rechtfertigen Sie sich nicht. Wenn jemand verletzt sein will, dann ist dies traurig, aber schlussendlich der Entscheid von jedem selbst. Auf der rationalen Ebene ist dies nachvollziehbar. Doch emotional führen solche Situationen nicht selten dazu, dass wir unsere Zielverfolgung aufgeben und das tun, was andere wollen. Deshalb gilt dem folgenden Schritt 4 besondere Aufmerksamkeit.

Schritt 4: Wertschätzende Selbstaufmerksamkeit

«Nein» zu sagen bedeutet schlussendlich jemanden ein Anliegen oder eine Bitte auszuschlagen. Wer mit viel Feinfühligkeit und Empathie gesegnet ist, kann solche Situationen als sehr belastend wahrnehmen. Diese Gefühle führen nicht selten dazu, die eigenen Ziele aufzugeben und sich für die Bedürfnisse anderer zu opfern. Dieses Muster wollen Sie durchbrechen. Die Lösung liegt in der Akzeptanz und im Vertrauen – sich selbst und anderen gegenüber.

Wenn wir jemanden eine Bitte ausschlagen, kann sich dies zum Beispiel in Form von Angst, Druck oder Zweifel niederschlagen. Es ist wichtig sich die Zeit zu nehmen, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen, sie zu benennen und zu akzeptieren. Gehen Sie dabei behutsam und respektvoll mit sich um. So gewinnen Sie Klarheit und Mut.

Mit jedem mutigen Entscheid und dessen Kommunikation, wird das Vertrauen in sich selbst gestärkt. Und dies führt gleichzeitig dazu, dass wir auch anderen Menschen vertrauen. Grenzen setzen ist somit auch eine Voraussetzung für das Vertrauen in Beziehungen. Haben Sie deshalb Mut «Nein» zu sagen. Sie stärken damit sich und Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen!

Jetzt braucht es Ihr aktives Tun! Starten Sie mit einer «einfachen» Situation, in welcher Sie sich im Grenzen setzen üben wollen. Und dann steigern Sie langsam den Herausforderungsgrad. Es ist ein Prozess, dessen Aufbau Zeit und Ausdauer benötigt. Zögern Sie zudem nicht, sich Unterstützung von einem professionellen Coach zu holen, der Sie elegant und effizient in dem Prozess begleitet. Damit haben Sie alles zur Hand, um mit Gelassenheit und Freude auf der ganz grossen Welle zu reiten!

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