07.09.2017

Kleidervorschriften: Sind Dresscodes in Ihrem Unternehmen wichtig?

Wenn wichtige Kunden zu Besuch sind oder ein Meeting mit Geschäftspartnern stattfindet, ist das äussere Erscheinungsbild ein wichtiges Indiz für das Image des Unternehmens. Nicht selten schliessen andere vom Optischen auf die fachliche Kompetenz Ihrer Mitarbeiter, schon bevor diese sich verbal äussern. Business-Kleidung sorgt für eine seriöse Ausstrahlung und kann ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Firma sein. Allerdings ist eine Kleiderordnung nicht in jeder Branche willkommen. Auch Mitarbeiter stehen strengen Vorschriften oft skeptisch gegenüber. Inwiefern kann die Einführung eines Dresscodes zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen und worauf müssen Sie achten?

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Kleidervorschriften

Ist ein Dresscode notwendig?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn das hängt ganz von Ihrem Unternehmen, den Mitarbeitern und Ihrer Branche ab. Ist aus hygienischen oder sicherheitstechnischen Gründen keine besondere Arbeitskleidung notwendig, liegt es in Ihren Händen, ob das Unternehmen eine Kleiderordnung benötigt. Meist wissen Mitarbeiter selbst, was angemessen ist und was nicht.

Bildrechte: Flickr Individual in a Suit Flazingo Photos CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Dennoch sollten Sie darauf achten, dass vor allem das Personal, das Kundenkontakt hat, mit seinem äusseren Erscheinungsbild auch den Charakter der Firma widerspiegelt. Um sicher zu gehen, dass die dies in Ihrem Unternehmen angemessen umgesetzt wird, sollten Sie Kleiderempfehlungen aussprechen. Denn der erste Eindruck auf Kundschaft und Geschäftspartner wird durch das Äussere geprägt.

Gründe für die Einführung eines Dresscodes

  • Angemessene Repräsentation der Firma nach aussen
  • Kenntlichmachen der Branchenzugehörigkeit
  • Hygienevorschriften oder Sicherheitsbestimmungen

Repräsentation des Unternehmens

Arbeitgeber dürfen grundsätzlich darüber bestimmen, welche Kleidung ihre Mitarbeiter tragen. Denn jeder Mitarbeiter repräsentiert auch die Firma. Besonders dann, wenn Ihre Mitarbeiter in Kundenkontakt stehen oder Kunden und Geschäftspartner häufiger in den Firmenniederlassungen vor Ort sind, spielt das eine wichtige Rolle. Denn Kleidung sendet Signale und hat einen Einfluss auf die Ausstrahlung ihres Trägers. Kleidung aus hochwertigen Materialien, die gut sitzt, wirkt sich positiv auf den internen Arbeitsalltag sowie auf den Auftritt des Unternehmens in der Öffentlichkeit aus. Vor allem gegenüber Kunden können Sie mit ihrer Kleidung punkten. Dass Menschen innerhalb weniger Sekunden über Sympathie oder Antipathie entscheiden, ist wissenschaftlich belegt. Psychologischen Studien zufolge manifestiert sich der erste Eindruck von einer Person in nur 100 Millisekunden und setzt sich aus dem Geruch sowie der Kleidung und Körpersprache des Gegenübers zusammen. Gepflegte und gut gekleidete Menschen bekommen zudem mehr Aufmerksamkeit als ungepflegt wirkende Menschen. Wenn Ihre Mitarbeiter einen positiven Eindruck machen, werden das Produkt oder die Inhalte, für die Ihr Unternehmen steht, automatisch aufgewertet. Natürlich können Sie mit Ihrer Kleidung ein mässiges Produkt, ein unprofessionelles Gespräch oder eine schlechte Präsentation nicht wettmachen. Mit stilvoller Kleidung zeigen Sie jedoch, dass Sie und Ihre Mitarbeiter professionell und seriös arbeiten, auf Qualität achten und Ihr Gegenüber respektieren.

Auch bei strenger Kleiderordnung Individualität

Häufig sprechen sich Mitarbeiter gegen die Einführung eines Dresscodes aus. Als Argument führen sie oft an, dass ein klassischer Anzug oder ein Kostüm zu konform seien und ein solcher Kleidungsstil kein Ausdruck der eigenen Individualität sei. Denn so unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Geschmäcker. Ihre Mitarbeiter könnten sich in einem anderen Kleidungsstil als ihrem gewohnten unwohl fühlen. In extremen Fällen kann sie das hemmen und ihre Leistung negativ beeinflussen. Lassen Sie sich von diesen Argumenten jedoch nicht beirren.

Denn geschäftlich etwas anderes anzuziehen, ist in der Regel nur eine Sache der Gewohnheit. Mitarbeiter, die privat einen legeren oder sportlichen Stil bevorzugen, müssen sich erst an das Tragen hochwertiger Business-Kleidung gewöhnen. Zudem wissen einige Mitarbeiter nicht um die Bedeutung der unterschiedlichen Dresscodes. Geben Sie daher Empfehlungen mit konkreten Beispielen, an denen sich auch fashionunerfahrene Mitarbeiter orientieren können.

Das Argument der unterdrückten Individualität lässt sich ebenfalls schnell widerlegen. Denn unterschiedliche Kombinationen, Schnitte und Passformen verleihen auch Looks im geschäftlichen Umfeld eine persönliche Note. Frauen, die beispielsweise einen Business-Blazer benötigen, finden im Internet zahlreiche klassische Varianten, die in Hinblick auf Schnitt, Farbe, Material sowie Kombinationsmöglichkeiten Ihren Mitarbeiterinnen genügend Freiraum lassen, damit ihren eigenen Stil zum Ausdruck zu bringen. Und auch in der Herrenabteilung, etwa bei Hemden und Anzügen, finden sich viele unterschiedliche Ausführungen, bei denen auch bei einem strengen Dresscode der eigene Stil erhalten bleibt.

Abhängig von der Branche können Sie die Kleiderordnung in Ihrem Unternehmen auch lockern. Business Casual etwa ist im beruflichen Umfeld eine praktikable Alternative zur gewöhnlichen Alltagskleidung, die im Vergleich zu strengen Dresscodes wie Business Attire viele Freiheiten lässt.

Gängige Dresscodes in unterschiedlichen Branchen

Je nach der Corporate Identity des Unternehmens und der Branche kann der Kleidungsstil stark variieren.

  • Consulting: Consultants stehen in engem Kontakt mit Kunden und führen meist entscheidende Verkaufsgespräche. Hier ist ein strenger Dresscode Standard: Männer tragen Anzug und Krawatte, Frauen sollten ebenfalls zu einem klassischen Hosenanzug oder einem Kostüm greifen. In diesem Fall sollten Sie auf einen Business-Dresscode bestehen.
  • Banking: Im Schweizer Bankwesen ist ein detaillierter Dresscode mittlerweile sehr umstritten. Verzichten Sie auf konkrete Vorschriften und geben Sie Ihren Mitarbeitern stattdessen Empfehlungen. Jede Bank muss einen seriösen und vertrauenswürdigen Eindruck machen. Das sollte sich auch in der Kleidung widerspiegeln.
  • Juristische Tätigkeiten: Diese Branche ist die traditionellste, was den Dresscode betrifft. Anzug mit Krawatte beziehungsweise Kostüm sind hier zwingend erforderlich.
  • PR, Marketing, Werbung: In diesen Branchen geht es legerer zu, Sie benötigen nicht unbedingt einen Dresscode. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Beim Kundenkontakt sollte Ihr Unternehmen selbstverständlich seriös auftreten. Anzug oder Kostüm sind in Ordnung, die Schnitte und Varianten der Business-Kleidung können hier jedoch moderner und ausgefallener sein.
  • IT: Auch hier können Sie beim Personal ohne Kundenkontakt auf einen Dresscode verzichten. Alle anderen Mitarbeiter sollten mit Hemd beziehungsweise Bluse sowie einem Blazer erscheinen.

Entscheidende Faktoren beim Einführen einer Kleiderordnung

Ob und welche Richtlinien Sie vorgeben dürfen, variiert von Unternehmen zu Unternehmen. In der Regel können und sollten Sie alle Mitarbeiter, die persönlichen Kundenkontakt haben, anweisen, einer bestimmten Kleiderordnung zu folgen. Denn um einen guten Eindruck zu hinterlassen, muss Ihr Personal Ihre Firma auch optisch ansprechend repräsentieren.

Bei der Wahl des Dresscodes hilft es, wenn Sie sich folgende Fragen beantworten:

  • Welches Erscheinungsbild ist in der Branche üblich?
  • Möchten wir diesem Standard entsprechen oder uns bewusst davon abgrenzen?
  • Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet unser Unternehmen und welche Kleidung passt zu diesen?
  • In welchem Preissegment bewegen sich unsere Produkte beziehungsweise Dienstleistungen und welcher Dresscode ist diesen angemessen?
  • Welche Erwartungen haben Kunden und Geschäftspartner?

 

 

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