Work-Life-Balance: So bringen Sie Arbeits- und Privatleben in Einklang

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Eine stabile Work-Life-Balance entsteht durch einen bewussten Kreislaufprozess, der innere Wünsche, Werte und eine klare Standortbestimmung umfasst. Der von Jill Schmelcher entwickelte 7-Schritte-Ansatz hilft, innere Blockaden abzubauen und Ziele mit positiver Grundeinstellung zu erreichen. Entscheidend ist dabei das kontinuierliche Handeln und die Fähigkeit, Stolpersteine im Alltag zu überwinden, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Die wichtigsten Punkte:

  • Work-Life-Balance ist kein statischer Zustand, sondern ein aktiver Prozess der Selbstreflexion.
  • Klare Zielsetzung und die Überwindung innerer Blockaden sind Voraussetzungen für den Erfolg.
  • Downshifting im Führungsalltag erfordert die Identifikation persönlicher Bedürfnisse und Grenzen.
  • Ein verständnisvolles Umfeld und die Fähigkeit, Nein zu sagen, unterstützen das Runterfahren am Abend.
11.08.2026 Von: WEKA Redaktionsteam
Work-Life-Balance

Wie können Führungskräfte durch einen 7-Schritte-Prozess und Downshifting ihre Work-Life-Balance nachhaltig verbessern?

Es ist nicht einfach, Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu bringen. Vor lauter Arbeit bleibt oft zu wenig Zeit für Musse. Doch nur wer einen Ausgleich zum Geschäftsalltag findet, kann souverän mit Stress umgehen. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist deshalb enorm wichtig. Der Artikel gibt Anstösse, wie Sie eine Work-Life-Balance finden können.

Die Arbeit an der persönlichen Work-Life-Balance ist ein Kreis­laufprozess. Zur Stabilisierung dieser inneren Balance hat Jill Schmelcher in ihrem Buch «Erfolg kommt nicht von ungefähr» (Verlag Gabler, 2003) ein Programm entwickelt, wel­ches folgende 7 Schritte umfasst:

  • Schritt 1: Jeder Mensch hat innere Wünsche und Vorstellungen. Wenn ich etwas er­reichen will, so muss ich dies auch wirklich wollen. Es geht um die Klärung, was ich tatsächlich erreichen will.
  • Schritt 2: Unser Denken und Handeln wird geprägt von einem inneren Wertesystem. Welches sind meine inneren Werte, die für mich und mein Leben entscheidend sind? Entsprechen diese noch immer meiner heutigen Lebenssituation? Braucht es allenfalls Anpassungen meines inneren Wertesystems? Die ehrliche Auseinandersetzung mit meinen persönlichen Wertvorstellungen ist unumgänglich.
  • Schritt 3: Die persönliche Standortbestimmung in Bezug auf berufliche, persönliche und soziale Faktoren ist notwendig, um herauszufinden, was in meinem jetzigen Le­ben stimmt und was eben weniger. Mit welchen Faktoren bin ich zufrieden, wo habe ich das Bedürfnis nach Veränderung.
  • Schritt 4: Aufbauend auf der Standortbestimmung gilt es, klare und eindeutige Ziele zu definieren. Was will ich verändern, was will ich erreichen, was ist mir wichtig, was weniger. Wer klare Ziele vor Augen hat, wird diese – sofern sie realistisch sind – auch mit grosser Wahrscheinlichkeit erreichen.
  • Schritt 5: Innere Blockaden wie Ängste, Unsicherheiten oder auch mangelndes Selbst­vertrauen können uns auf dem Weg zur Zielerreichung hindern. Es gilt, diese Blocka­den sachlich zu hinterfragen und schrittweise abzubauen. Mit einem aktiven Training ist diesbezüglich einiges möglich
  • Schritt 6: Nun gilt es, die innere Stärke zu entfalten und zu stabilisieren. Wenn wir wissen, was wir wollen, wenn wir an uns selber glauben und uns dem Beruf, dem Um­feld und der Herausforderung mit positiver Grundeinstellung stellen, dann haben wir echte Chancen, unser Ziel zu erreichen.
  • Schritt 7: Wer sein Ziel erreichen will, muss handeln. Das ist harte und kontinuierli­che Arbeit. Nur wer stetig vorwärts schreitet, erreicht sein Ziel. Es gilt, Stolpersteine zu überwinden, mit Unannehmlichkeiten und Widerständen umzugehen. Wer aber weiss, was er wirklich will, der wird genügend Kraft finden, um kontinuierlich dran zu bleiben. Die Geschwindigkeit der Zielerreichung ist weniger wichtig als das schritt­weise Vorwärtsgehen. Entscheidend ist die Grundhaltung: Wer will, der kann.

Passende Produkt-Empfehlungen

Downshifting im Führungsalltag ist nicht einfach. Ein Power-Tag lässt uns nicht so leicht abschalten und loslassen. Oft kreisen einem noch Stunden nach Büroschluss Gedanken durch den Kopf. Was können Sie für sich selbst tun, damit Sie gesund bleiben und lange Freude an Ihrer Arbeit haben?

Checkliste

  • Habe ich herausgefunden, ob ich eher ein Bewegungsmensch oder ein Couch-Potato bin?
  • Kenne ich Musik, die eine beruhigende Wirkung auf mich hat?
  • Habe ich einen Partner oder Freund, mit dem ich am Abend über meine Sorgen sprechen kann?
  • Weiss ich genau, welche Quellen mich abends besonders erschöpfen?
  • Kann ich konkret benennen, was mir persönlich gut tut?
  • Nehme ich regelmässig Entspannungsbad oder gönne mir andere Ruhepausen?
  • Geniesse ich die Stille in meinem Garten oder auf der Terrasse?
  • Sage ich bei Überlastung bewusst einen Abendtermin ab?
  • Kann ich situationsbedingt «Nein» sagen und mich abgrenzen?
  • Lasse ich mich nicht von E-Mails oder anderen Ablenkungen von meiner eigentlichen Arbeit abbringen?

Nehmen Sie sich selbst ins Gericht, finden Sie Ihr passendes «Downshifting-Programm» und beantworten Sie für sich folgende Fragen:

  • Sind Sie eher ein Bewegungsmensch oder eher ein Couch-Potato?
  • Hören Sie gerne Musik? Welche Musik hat eine beruhigende Wirkung auf Sie?
  • Reden Sie gerne und brauchen Sie am Abend einen Partner, der Ihnen beim «Ventilieren» hilft?
  • Kennen Sie die Quellen, warum Sie abends häufig so erschöpft sind?
  • Wissen Sie, was Ihnen gut tut?
  • Nehmen Sie gerne ein Entspannungsbad?
  • Sitzen Sie gerne am Abend auf Ihrer Terrasse und geniessen Sie die Ruhe im Garten?
  • Stört Sie der Nachbarschaftslärm?
  • Sind Sie ein geselliger Typ, der nach Büroschluss lieber eine After-Work-Party veranstaltet?
  • Lassen Sie auch mal fünf gerade sein und sagen Sie einen Abendtermin ab, weil es Ihnen zu viel ist?
  • Können Sie gut «Nein-Sagen» und sich abgrenzen?
  • Lassen Sie sich von Ihrer eigentlichen Arbeit leicht ablenken?
  • Wie gehen Sie mit Mail-Eingängen um? Werden diese sofort gesichtet?
  • Haben Sie eine verständnisvolle PartnerIn, der/die Sie beim «Runterfahren» unterstützt?
  • Können Sie gut einschlafen bzw. durchschlafen?
  • Wie beenden Sie Ihren Arbeitstag? Räumen Sie Ihren Tisch auf?
  • Machen Sie am Tagesende eine gedankliche Rückschau: Was ist Ihnen heute besonders gut gelungen? Mit welchen Personen hatten Sie heute einen wertvollen Kontakt?

FAQ: Work-Life-Balance

Warum ist die Work-Life-Balance für Führungskräfte besonders wichtig?

Nur wer einen Ausgleich zum Geschäftsalltag findet, kann souverän mit Stress umgehen und langfristig gesund bleiben. Eine ausgeglichene Balance verhindert Burnout und sichert die Freude an der Arbeit.

Wie funktioniert der 7-Schritte-Prozess nach Jill Schmelcher?

Der Prozess beginnt mit der Klärung der inneren Wünsche und Werte, führt über eine Standortbestimmung und Zieldefinition zur Überwindung von Blockaden. Er endet mit der Entfaltung innerer Stärke und dem konsequenten Handeln zur Zielerreichung.

Was bedeutet Downshifting im Führungsalltag konkret?

Downshifting bezeichnet die gezielte Fähigkeit, nach dem Büroschluss abzuschalten. Es geht darum, Gedankenkreisen zu beenden, den Arbeitstag bewusst zu beenden und sich auf private Erholungsaktivitäten zu konzentrieren.

Welche Rolle spielt die innere Einstellung bei der Balance?

Die Grundhaltung «Wer will, der kann» ist entscheidend. Wer sich mit positiver Grundeinstellung Beruf und Herausforderung stellt und an sich glaubt, hat reale Chancen, innere Blockaden zu überwinden und Ziele zu erreichen.

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