Future Skills: Potenziale entfalten im Development-Center

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Unternehmen nutzen Development-Center, um individuelle Potenziale und Future Skills systematisch zu erfassen. Durch praxisnahe Übungen wie Fallstudien oder Simulationen erkennen Mitarbeitende ihre Stärken und Entwicklungsfelder. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für massgeschneiderte Förderpläne, die Lernen und Unternehmensziele in Einklang bringen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Development-Center dienen als zentrales Instrument zur Potenzialerfassung und -entwicklung.
  • Future Skills werden durch praxisbezogene Übungen und Reflexion gezielt gefördert.
  • Ein integraler Ansatz mit Vor- und Nachbereitung sichert den langfristigen Ergebnistransfer.
  • Strukturierte Massnahmen stärken die Motivation und Bindung unterschiedlicher Generationen.
31.07.2025 Von: Cornelia Klossner, Linde van Kanten
Future Skills

Wie können Unternehmen Future Skills im Development-Center effektiv identifizieren und entwickeln?

Unternehmen und Institutionen stehen vor einer zentralen Herausforderung: Sie müssen Arbeit neu denken. Besonders die nachhaltige Bindung von Mitarbeitenden rückt dabei in den Fokus. Wie mithilfe eines Development-Centers interne Potenziale erfasst und nachhaltig entwickelt werden können - sogenannte Future Skills, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Personalmanagement rückt angesichts der geforderten Wende stärker in den Fokus. Besonders die Notwendigkeit, einen kulturellen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Potenziale der Belegschaft erkennen und entfalten können, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Denn es sind bekanntlich die Menschen, die den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens ausmachen. Eine Möglichkeit besteht darin, die Personalgewinnungspolitik so auszurichten, dass flexibel auf die Bedürfnisse des Markts – Stichwort Arbeits- und Vergütungsmodelle – reagiert wird und gleichzeitig der Mut besteht, neue Wege zu beschreiten. Ebenso essenziell ist es, der Personalentwicklung und -bindung mehr strategisches Gewicht zu verleihen. Denn während die Gewinnung neuer Mitarbeitender eine Herausforderung darstellt, ist es mindestens ebenso entscheidend, bestehende Talente gezielt zu fördern und langfristig im Unternehmen zu halten. Für viele Mitarbeitende stehen Lernen, persönliche Entwicklung und der Erwerb von Future Skills im Mittelpunkt. Unternehmen wiederum müssen individuelle Potenziale erkennen und gezielt fördern. Ein fundiertes Verständnis darüber, welche Future Skills gefragt sind und welche Erwartungen sowie Bedürfnisse Mitarbeitende in Bezug auf ihre Weiterentwicklung haben, ist dabei essenziell, um Talente gezielt zu entwickeln und langfristig zu binden.

Start einer vielfältigen Lern- und Entwicklungsreise

Um die Anliegen der Mitarbeitenden und die Unternehmensziele in Einklang zu bringen, gewinnt das Konzept des lebenslangen Lernens weiter an Bedeutung. Eine erfolgreiche Umsetzung setzt dabei ein tiefgehendes Verständnis über die Stärken, Entwicklungsfelder und Potenziale der Mitarbeitenden voraus. Genau hier setzen systematische und gezielte Lern- und Entwicklungsprozesse an, die durch massgeschneiderte Interventionen ergänzt werden können – sei es durch praxisnahe Trainings, Coaching- Programme oder innovative Lernformate. So entsteht eine nachhaltige Weiterentwicklung, die sowohl den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeitenden als auch den strategischen Anliegen des Unternehmens gerecht wird.

Dank gezielter und individuell abgestimmter Lerninitiativen werden Mitarbeitende befähigt, zukünftige Herausforderungen zu meistern und ihre Karriere aktiv zu gestalten. Diese Ansätze fördern nicht nur die persönliche Entwicklung und erweitern das individuelle Potenzial, sondern tragen auch massgeblich zum langfristigen Unternehmenserfolg bei. Eine breite Palette an Gestaltungsmöglichkeiten ermöglicht eine passgenaue und flexible Umsetzung, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten ist. Entscheidend ist dabei, die Lern- und Entwicklungsreise als integralen Prozess mit aufeinander abgestimmten vor- und nachgelagerten Elementen zu gestalten. Doch erst wenn Wissen und neue Fähigkeiten aktiv in den Arbeitsalltag integriert werden, entfalten sie ihre volle Wirkung. Nur so lassen sich Erkenntnisse aus Qualifizierungsmassnahmen in die Praxis überführen und langfristiges Wachstum sichern.

Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen aus der Energiebranche verfolgt das Ziel, ein einheitliches Leadership- Verständnis über alle Führungsebenen hinweg zu etablieren. Dafür werden gezielte Entwicklungsmassnahmen eingesetzt, um eine konsistente Führungskultur zu fördern und individuelle Führungskompetenzen zu stärken. Zentrale Bausteine sind ein Lernjournal zur Reflexion und Dokumentation der Fortschritte, ein Development-Center zur Schärfung des Leadership-Verständnisses sowie eine 360°-Feedback-Befragung zur Gegenüberstellung von Eigen- und Fremdwahrnehmung. Die Ergebnisse dieser Befragung fliessen in individuelle Feedbackgespräche ein, um gezielte Entwicklungsschritte abzuleiten. Darauf aufbauend erhalten die Teilnehmenden persönliche Entwicklungspläne, individuelle Coachings zur Stärkung spezifischer Führungskompetenzen und praxisnahe Microlearnings für eine effiziente und nachhaltige Umsetzung. 

Avenir Consulting AG unterstützt ihre Kunden und Kundinnen mit dem Career Development Programm – einem modular aufgebauten Angebot mit gezielt entwicklungsorientierten Inhalten, die individuell auf den konkreten Bedarf und die strategischen Zielsetzungen abgestimmt sind. Der Fokus des Career Development Programm liegt auf der gezielten Entwicklung verschiedener Zielgruppen. Der Anspruch ist es dabei, auf wertschätzende und optimal den Kontext unterstützende Weise die Stärken, Entwicklungsfelder und das Potenzial von Teilnehmenden zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Die nachfolgenden Beispiele illustrieren verschiedene Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis (siehe Abbildung 1).

Wirksamer Ergebnistransfer in die Praxis

Ein dauerhaft wirkendes Lern- und Entwicklungsangebot beginnt idealerweise mit einer fundierten Standortbestimmung, meist in Form eines Development-Centers, das als zentrales Element von Förderprogrammen dient und einen starken Lerncharakter aufweist. Dabei werden die Stärken, Entwicklungsfelder und das Potenzial eines Mitarbeitenden gezielt evaluiert. Ziel ist es, dass die Mitarbeitenden mittels praxisbezogener Übungen ihre Stärken und Entwicklungsfelder erkennen. Dabei bilden Übungen zur Selbstreflexion sowie interaktive Rückmeldungen durch die Beobachtenden zentrale Elemente. Typische Bausteine sind Gesprächssimulationen, Interviews, Präsentationen, dynamische Fallstudien oder strategische Planspiele. Ergänzend können Testverfahren angewendet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einem schriftlichen Bericht zur Potenzialerfassung zusammengefasst. Ein Development-Center kann sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting stattfinden.

Damit das Lernen nachhaltig wirkt, sollte der gesamte Prozess als integraler Ansatz aufgebaut sein. So kann beispielsweise ein 360-Grad-Feedback im Vorfeld wertvolle Erkenntnisse liefern, die als Grundlage für gezielte Entwicklungsmassnahmen dienen. Nachgelagerte Coaching-Sessions oder kompakte Trainings-Nuggets unterstützen die Sicherung der Lernerfolge. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in ausführlichen Feedbackgesprächen reflektiert und durch Journaling eigenverantwortlich weiterverarbeitet. Insbesondere bei der gezielten Entwicklung von Future Skills können solche strukturierten Massnahmen eine nachhaltige Wirkung entfalten. Daraus resultieren individuell definierte Entwicklungsschritte, die regelmässig überprüft und angepasst werden. Die abgebildeten Beispiele veranschaulichen mögliche Gestaltungsvarianten, die je nach Bedarf individuell konzipiert und abgestimmt werden – stets mit Blick auf die spezifischen Anforderungen des Einzelfalls.

Checkliste

  • Strategische Ziele und Bedürfnisse der Belegschaft analysieren.
  • Ein Development-Center mit praxisnahen Bausteinen konzipieren.
  • Vorab-Feedback wie 360°-Befragungen zur Standortbestimmung nutzen.
  • Individuelle Entwicklungspläne auf Basis der Ergebnisse erstellen.
  • Coaching und Microlearning zur nachhaltigen Umsetzung anbieten.
  • Lernerfolge durch regelmässige Reflexion und Journaling sichern.
  • Massnahmen auf verschiedene Zielgruppen und Generationen abstimmen.

Nachhaltige Mitarbeitendenförderung gegen Fachkräftemangel

Lern- und Entwicklungsangebote haben den Anspruch, ein qualitativ hochwertiges Instrument zur Erfassung und Förderung von Potenzialen für alle Mitarbeitenden- und Managementstufen zu sein. Dabei stehen die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Gleichzeitig senden solche Angebote ein glaubwürdiges Signal immaterieller Wertschätzung an die Belegschaft. Dies betrifft beispielsweise Mitarbeitende in der Lebensmitte, die innehalten und ihre Energie neu ausrichten möchten, ebenso wie Angehörige der Generation Z, die hohe Erwartungen an eine gezielte und individuelle Gestaltung ihres beruflichen Wegs haben – oft verbunden mit dem Wunsch, gezielt Future Skills zu erwerben. Indem diese unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden, lassen sich Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen stärken – ein zentraler Faktor für eine langfristige Mitarbeitendenbindung. Darüber hinaus unterstützt die gezielte Investition in Potenziale den Trend zu einer konsequent strategisch ausgerichteten Personalentwicklung. Dadurch wird sowohl die individuelle Perspektive gestärkt als auch der langfristige Unternehmenserfolg gesichert.

FAQ: Future Skills

Was ist ein Development-Center?

Ein Development-Center ist ein systematisches Verfahren zur Erfassung und Förderung von Potenzialen, das durch praxisnahe Übungen, Simulationen und Feedbackgespräche einen starken Lerncharakter aufweist.

Wie tragen Development-Center zur Bindung von Mitarbeitenden bei?

Sie senden ein Signal der Wertschätzung, indem sie individuelle Bedürfnisse erkennen und gezielte Entwicklungsmassnahmen für Future Skills anbieten, was die Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen stärkt.

Welche Bausteine gehören typischerweise zu einem Development-Center?

Zu den typischen Elementen gehören Gesprächssimulationen, dynamische Fallstudien, strategische Planspiele, Präsentationen sowie schriftliche Berichte zur Potenzialerfassung.

Wie wird der Lernerfolg nach einem Development-Center gesichert?

Der Erfolg wird durch nachgelagerte Massnahmen wie Coaching-Sessions, Trainings-Nuggets, 360°-Feedback und eigenverantwortliches Journaling nachhaltig in den Arbeitsalltag integriert.

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