09.01.2015

Hilflosenentschädigung AHV: Dauer und Umfang der Hilfe sind massgebend

Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die Ergänzungsleistungen oder eine Altersrente beziehen, haben Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung AHV. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wie hoch die Ansätze sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Von: René Mettler   Drucken Teilen   Kommentieren  

René Mettler, eidg. dipl. Versicherungsfachmann

René Mettler arbeitet nach über zwanzigjähriger Erfahrung in den Schadenabteilungen von Versicherungsgesellschaften und nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Schleudertrauma-Verbandes seit 2002 als selbständiger Berater für verunfallte und erkrankte Personen in Versicherungs- und Leistungsfällen. Er ist in den Bereichen Haftpflicht-, Versicherungs- und Sozialversicherungsrecht Dozent an verschiedenen Schulen/Fachhochschulen.

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Hilflosenentschädigung AHV

Eine  Hilflosenentschädigung AHV kann unter folgenden Voraussetzungen bezogen werden:  Es muss eine Hilflosigkeit mindestens mittleren Grades vorliegen; und die Hilflosigkeit muss ununterbrochen mindestens ein Jahr gedauert haben.

Altersrentner, die hilflos sind, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung AHV. Hilflosigkeit setzt voraus, dass die versicherte Person für die täglichen Lebensverrichtungen wie:

  • An- oder Auskleiden (inkl. allfälliges Anziehen und Ablegen von Prothesen);
  • Aufstehen/Absitzen/Abliegen (inkl. ins Bett gehen oder das Bett verlassen);
  • Essen;
  • Körperpflege (waschen, kämmen, rasieren, Zahnpflege, baden, duschen usw.);
  • Verrichten der Notdurft;
  • Fortbewegung (im oder ausser Haus);
  • Pflege der gesellschaftlichen Kontakte;

regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und/oder überdies

  • der dauernden Pflege; oder
  • der dauernden persönlichen Überwachung bedarf.

Bemessung der Hilflosenentschädigung AHV

Die Hilflosenentschädigung AHV bemisst sich nach der Dauer und dem Umfang der notwendigen Hilfe oder persönlichen Überwachung des AHV-Rentners.

Leichte Hilflosigkeit setzt voraus, dass die versicherte Person:

  • in mindestens zwei der erwähnten Lebensverrichtungen regelmässig und in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
  • oder einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
  • oder infolge des Leidens ständiger und besonders aufwändiger Pflege bedarf;
  • oder wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Leidens nur dank regelmässiger Dienstleistung Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann.

Mittelschwere Hilflosigkeit setzt voraus, dass die versicherte Person

  • in zwei alltäglichen Verrichtungen auf Hilfe Dritter angewiesen und dauernde Überwachung nötig;
  • oder keine Überwachung, aber in vier Bereichen der Lebensverrichtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen;
  • oder in mindestens zwei alltäglichen Verrichtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen und überdies auf lebenspraktische Begleitung angewiesen.

Schwere Hilflosigkeit setzt voraus, dass die versicherte Person

  • in sämtlichen Lebensverrichtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen und dauernde Überwachung oder Pflege nötig;
  • oder Taubblindheit oder Taubheit mit hochgradiger Sehschwäche leidet.

Hat eine Person bereits vor Erreichen des AHV-Rentenalters eine Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung bezogen, gilt in der AHV der Besitzstand (AHVG 43bis IV).

Die Höhe der monatlichen Hilflosenentschädigung beträgt 80% der minimalen Vollrente bei Hilflosigkeit schweren und 50% bei Hilflosigkeit mittleren Grades (AHVG 43bis III).

Ansätze für die Hilflosenentschädigung AHV

 

Hilflosenentschädigung leicht CHF 235.– (10%*)
Hilflosenentschädigung mittel CHF 588.– (25%*)
Hilflosenentschädigung schwer CHF 940.–

(40%*)

* der maximalen AHV-Vollrente von CHF 2350.–

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