14.09.2016

VUCA-Welt: Gestiegene Anforderungen an Führungskräfte

VUCA steht als Abkürzung für: Volatilität (Volatility), Unsicherheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Vieldeutigkeit (Ambiguity). Das sind kurz zusammengefasst genau die heutigen Rahmenbedingungen, in denen Führungskräfte Entscheidungen treffen müssen. Es ist offensichtlich, dass sich die Anforderungen an die Führungskraft in den letzten Jahren dramatisch verändert haben und dass das Stakkato der Veränderungen immer heftiger auf diese einprasselt. Mit dieser neuen Realität müssen Führungskräfte umgehen können oder sie scheitern.

Von: Matthias K. Hettl   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in verschiedenen Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Als ausgezeichneter «excellent speaker» und «excellent trainer» gehört er zu den bedeutendsten Referenten im deutschen Sprachraum und ist für die TOP-Seminar- und Kongressveranstalter in Europa tätig. Er begeistert seine bisher 25 000 Zuhörer durch einen motivierenden und kompetent direkten Vortagsstil mit 1:1 einsetzbaren Praxistipps. Seine Veranstaltungen werden regelmässig mit Bestnoten bewertet.

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VUCA-Welt

«Der klügste Krieger ist der, der niemals kämpfen muss.» (Sun Tzu)

Wenn Sie Ihren Alltag als Führungskraft betrachten, dann stellen Sie fest, dass sich in den letzten Jahren einiges ver­ändert hat: Die Leistungsanforderungen haben in allen Bereichen zugenommen; Sie müssen in kürzerer Zeit oftmals mit weniger Mitarbeitern mehr erreichen. Restrukturierungsprogramme wie Lean Management, Business Reeningeering und viele andere Massnahmen zur Leis­tungssteigerung in Ihrem Unternehmen haben Hierarchien abgebaut und die Verantwortung auf weniger Schultern verteilt. Die Komplexität Ihrer einzel­nen Aufgaben und Projekte ist weiter angestiegen und die Kommunikation­schnittstellen haben zugenommen. Führung und Zusammenarbeit in multi­nationalen Teams und die Abstimmung mit einer Vielzahl von internen und ex­ternen Ansprechpartnern erfordern von Ihnen darüber hinaus ein hohes Mass an zeitlicher Disziplin.

Geschwindigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor

In Ihren Projektteams sind Mobilität, Flexibilität und Geschwindigkeit ge­fragt – generell die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Dabei nimmt die Informationsflut zu und die Halb-wert Zeit des Wissens ab. Das bedeu­tet für Sie: Ihre Entscheidungen als Leader können nicht mehr auf einer umfassenden Wissensbasis mit ausrei­chender Analyse und Bewertung von Alternativen basieren. Denn aufgrund der Komplexität der Sachverhalte kön­nen Sie nicht mehr eindeutig sicher sein, ob Ihre Entscheidung richtig oder falsch ist. Es geht weniger darum, dass Sie die Wahrheit finden, als dar­um, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Entscheidung sich als richtig erweist, einschätzen zu können. Das heisst, Sie müssen flexibler reagieren und sich schneller an veränderte Umstände an­passen.

«Vuca» lautet die Abkürzung für diese Entwicklung und steht dafür, unter wel­chen Rahmenbedingungen Führungs­kräfte Entscheidungen treffen müs­sen: Volatilität (Volatility), Unsicherheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Vieldeutigkeit («Ambiguity»).

Das Deuten von Fakten wird viel anspruchsvoller

Volatilität führt dazu, dass für Sie die Stabilität im unternehmerischen Umfeld immer geringer wird und es schwierig vorhersehbar ist, wann sich die nächste kleinere oder grössere Veränderung mit unmittelbarer Auswirkung auf Ihr Unter­nehmen einstellt. Unsicherheit und eine geringe Berechenbarkeit, notwendige Voraussetzungen für jede valide Pla­nung, nehmen damit deutlich zu. Dies führt auch dazu, dass es schwieriger wird, Zahlen «richtig» zu interpretieren, da diese kontroverse Schlüsse zulassen. Eine gestiegene Komplexität ergibt sich im täglichen Führungsbusiness unter anderem auch durch die Globalisierung und digitale Vernetzung, die dazu führt, dass verschiedene Akteure und Interes­sen, hochdynamisch und interaktiv, zu einem vielschichtigen und schwer steu­erbaren Geflecht aus Reaktion und Ge­genreaktion führen. Zudem bringt die Vieldeutigkeit mit sich, dass Anforde­rungen an Sie nicht eindeutig sind und manchmal im Widerspruch zueinander stehen. Das bringt Sie und Ihre Mitarbeiter in Konflikte und stellt Sie teilweise vor unlösbare Aufgaben. So zum Bei­spiel bei der vielfach praktizierten Tren­nung von fachlichem und disziplinärem Vorgesetzten oder beim Umsetzen von Vorgaben aus dem Top Management, die mit Ihrem persönlichen Wertesystem direkt in Konflikt stehen. VUCA setzt Sie als Führungskraft und Ihre Mitarbeiter deutlich stärker unter Druck.

Das grosse Ganze sehen

Mit dieser neuen VUCA-Herausforderung müssen Sie als Führungskraft erfolgreich umgehen lernen. Eine erfolgrei­che Strategie in VUCA-Zeiten hat nach Charles-Edouard Bouée das gesamte Umfeld im Blick und ist hoch adaptiv bezüglich der Fluidität der Umgebung. Das heisst, das grosse Ganze zu sehen und sich bewusst zu sein, wie beweglich und im Fluss alles ist. Damit bedarf es einerseits einer klaren Zielformulierung, die andererseits nicht zu starr ausdiffe­renziert sein darf. Hier bedarf es einer gewissen Flexibilität, Anpassungsfä­higkeit und Unschärfe, die Spielraum für die nötige kurzfristige Anpassung zulässt. Der Rahmen dieser Anpassun­gen muss dabei klug gestaltet und für schnelle Umsetzung geeignet sein. Es bedarf also einer Führungskraft mit einer wachen Aufmerksamkeit, wann der rich­tige Moment für den Eingriff gekommen ist und eines beherzten Agierens. Dazu brauchen Sie relativ autarke Teams mit Entscheidungskompetenzen, die nicht von trägen hierarchischen Entscheidungsstrukturen ausgebremst werden. Das wiederum verlangt von dezentralen Entscheidern, dass diese mit einer Situa­tion auftretender Widersprüchlichkeiten umgehen und vor allem Entscheidungen treffen können.

Schnelle Aktion und geduldiges Warten, (währenddessen Sie jedoch stets hoch aufmerksam einsatzbereit bleiben), wechseln sich ab. Damit Sie den rich­tigen Zeitpunkt zum Agieren erkennen, benötigen Sie insbesondere informel­le Informationen. Das heisst, dass Sie gut vernetzt sein müssen, um auch die Auswirkungen ungeschriebener Geset­ze aus Ihrem internen und externen Führungsumfeld in Ihre Entscheidun­gen miteinbeziehen können.

Regeln und Strukturen helfen nur zur Orientierung

Für den Teil Ihrer Mitarbeiter, die einen grösseren Bedarf an Sicherheit und Re­gelwerk haben und mit freien Strukturen nicht gut umgehen können, heisst das umzudenken. Es gilt fortan beide Wege zu gehen. Die Regeln und Strukturen sind fundamen­tal für Führungserfolg, die­se gelten als Orientierung uneingeschränkt weiter.

Jedoch verlangt das nach einer Fuzzylogik, einer Un­schärfe und dem Leben und Aushalten von Wider­sprüchen. Dies gelingt nur in einer ausgeprägten Ver­trauenskultur und an ei­nigen Stellen auch einem Vertrauensvorschuss. Die­se ist die zentrale Voraus­setzung für zukünftigen Erfolg, die Sie mit Ihrem Team als erstes schaffen müssen. Vertrauensvol­le Menschen glauben an und suchen gezielt nach guten Lösungen. Konflikte werden beruhigt und eskalie­ren weniger. Das lässt sich entwickeln. Lernen Sie als Führungskraft nicht zu vertrauen, wird es Ihrem Unternehmen an Wendigkeit, Schnelligkeit und Be­herztheit fehlen, und der Erfolg in der VUCA-Welt wird ausbleiben.

Dieser Beitrag stammt aus der ersten Ausgabe «Führung kompakt». Möchten Sie die vollständige Ausgabe mit noch mehr Fachexpertenbeiträgen downloaden? Hier geht es zur kompletten Ausgabe.

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