09.09.2021

Zusammenarbeit im Team: So funktioniert ein Team

Sie leiten den gesamten Bereich «Verkauf». Dazu gehören die beiden Abteilungen «Innendienst» und «Aussendienst». Den Innendienst haben Sie in den letzten 2 Jahren ausgebaut zu Lasten des Aussendienstes. Im letzten Jahr haben Sie 6 neue MitarbeiterInnen angestellt, so dass diese Abteilung heute 15 Personen umfasst. Den Aussendienst besteht heute nur noch aus 5 Fachberatern, die die Grosskunden in 5 Gebieten betreuen. Sie sind oft erstaunt, über die unterschiedlichen Verhaltens- und Reaktionsweisen innerhalb dieser beiden Abteilungen. Im Innendienst wird z.B. sehr viel mehr Zeit benötigt, sich abzustimmen, für alle verbindliche Ziele festzulegen oder Missverständnisse zu klären. Bei Ihren Aussendienst-MitarbeiterInnen scheint das alles viel reibungsloser zu funktionieren. Warum ist das so?

Von: Rolf Rado, Sue Rado   Drucken Teilen  

Rolf Rado

Viele Jahre tätig als Manager von diversen Klein- und Mittelunternehmen (KMU), bis zu Grosskonzernen, heute Mitinhaber der Firma Axios. Er ist Berater, Trainer, Coach.

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Sue Rado

Sue Rado, eidg. dipl. Ausbildungsleiterin, ist Betriebsausbilderin und Performance Improvement Coach. Sie verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz aus verschiedenen Funktionen (Einkäuferin, Key Account Manager, Projektleiterin, Stv. Geschäftsleiterin, Schulungsleiterin) und ist Dozentin im Bereich Bildungs-Controlling. Als Selbstständige betreut sie viele unterschiedliche Firmen aus verschiedenen Branchen (Einführung/Umsetzung Personalentwicklung, Veränderungsprojekte, Kundenservice-Optimierungen) und gibt diverse Trainings im Bereich Führung, Verkauf/Kundendienst und Teamentwicklungen. Ihre praxisnahen Trainings sind bekannt für hohe TeilnehmerInnen-Aktivität, den Einbezug aktueller Beispiele von den Teilnehmenden und die Abgabe vieler zusätzlicher, zeitsparender Hilfsmittel für den Alltag (Checklisten, Vorlagen).

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Zusammenarbeit im Team

Häufige Fehler

  • Es existiert eine unrealistische Vorstellung, dass Teamentwicklung «ganz automatisch» passiert
  • Dem gesamten Teamprozess wird viel zu wenig Beachtung geschenkt
  • Die Ziele sind zu unklar formuliert, so dass diese (zu) viel Spielraum in der Auslegung lassen und an Verbindlichkeit verlieren

 

  • Die Rolle der Führungskräfte ist unklar
  • Es herrscht ein grosser Unterschied zwischen offizieller und gelebter Rolle des Vorgesetzten
  • Dem Team ist unklar, wann sie bei Entscheidungen als «Berater» oder «Mit entscheider» fungieren.

Führungs-Tipps

  • Sprechen Sie offen mit der Gruppe über den aktuellen Stand und Zustand des Teams
  • Zeigen Sie regelmässig anhand der vereinbarten Ziele auf, wo das Team steht,
  • Machen Sie die Rolle des Teamleiters sichtbar. Achten Sie darauf und prüfen Sie regelmässig, dass sich der Teamleiter seiner Rolle 100%-ig bewusst ist.

Führungs-Rollen

Folgende drei Führungsrollen lassen sich unterscheiden und jeder Rolle fallen ganz bestimmte Aufgaben und Verhaltensweisen zu:

1. Der Chef als Mitglied des Teams:

  • Der Chef verhält sich als Teammitglied und akzeptiert und vertritt Entscheide, auch wenn er persönlich anderer Meinung ist
  • Der Teamleiter sollte räumlich nicht von seinem Team abgegrenzt sein
  • Diese Rolle bedingt, dass der Chef gegen aussen auch wirklich als Kadermitarbeiter wahrgenommen wird, sich in seinem Team aber voll integriert und die Chef-Rolle ablegt.

2. Der Chef ist nicht direkt Mitglied des Teams: 

  • Kommt vor, wenn der Vorgesetzte nicht in der Teamarbeit mitarbeitet, sondern andere individuelle Aufgaben wahrnimmt oder Vorgesetzter von mehreren Teams ist
  • Diese Art von Chefs müssen nicht unbedingt teamfähig sein. Sie müssen aber dafür sorgen, dass dem Team der Rücken frei gehalten wird und dass die Teamentscheide im Unternehmen durchgesetzt werden
  • Motto: «Das Team entscheidet – der Chef verantwortet und trägt den Entscheid weiter». Die Anforderungen an den Chef sind in diesem Fall sehr hoch.

3. Der Teamchef als Coach:

  • Die Rolle des Coaches ist eine Mischform der beiden oben beschriebenen Rollen
  • In Anlehnung an den Sport, ist der Coach zwar eine der wichtigsten Personen für die Entwicklung seiner «Schützlinge», er gestaltet das Training, organisiert Trainingslager und gibt die Wettkampfstrategie vor – den Wettkampf bestreitet er aber nicht selbst, da ist sein Team sich selbst überlassen.

Wissenswertes zur Gruppe und zum Team

Ein Team ist eine aktive «Gruppe» von Menschen, die sich für gemeinsame Ziele verpflichten, für einen Arbeitsprozess verantwortlich sind und das Ergebnis ihrer Arbeit als Produkt oder Dienstleistung an einen internen oder externen Empfänger liefern. Im Gegensatz zur Gruppe unterscheidet sich das Team dadurch, dass es:

  • auch unter erschwerten Bedingungen gut funktioniert und leistungsfähig bleibt
  • ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein mit Zielorientierung aufweist
  • eine optimale Zusammensetzung hat, so dass Synergieeffekte zum Tragen kommen, d.h. die Gesamtleistung grösser ist als die Summe der Einzelleistungen
  • an einem zwischenmenschlichen Klima des Vertrauens und der Offenheit arbeitet
  • eine Zweiwegkommunikation pflegt und die Kommunikation als gegenseitiges Verstehen und aufrichtigem Ausdiskutieren verschiedener Ansichten übt
  • gemeinsame Normen und Spielregeln festlegt
  • eine starke Identifikation mit dem «Wir» hat.

Die optimale Problemlösung steht im Team im Vordergrund. Im Team gewinnen alle, wenn das Problem gelöst wird oder es verlieren alle, wenn das Problem nicht gelöst wird. In einer Gruppe hingegen bestimmt die Hackordnung, es gibt Sieger und Besiegte, Gewinner und Verlierer.

 

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