Zusammenarbeit im Team: So funktioniert ein Team

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Ein Team unterscheidet sich von einer Gruppe durch eine starke Identifikation mit dem «Wir», eine Zweiwegkommunikation und das gemeinsame Ziel, unter erschwerten Bedingungen leistungsfähig zu bleiben. Während in einer Gruppe oft die Hackordnung mit Siegern und Verlierern dominiert, gewinnen im Team alle gemeinsam bei erfolgreicher Problemlösung. Die Synergieeffekte führen dazu, dass die Gesamtleistung grösser ist als die Summe der Einzelleistungen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Ein Team verpflichtet sich auf gemeinsame Ziele und übernimmt Verantwortung für das Ergebnis.
  • Erfolgreiche Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen, Offenheit und klaren gemeinsamen Normen.
  • Führungsrollen müssen klar definiert sein: Mitglied, Verantwortlicher oder Coach.
  • Unrealistische Erwartungen an automatische Teamentwicklung sind ein häufiger Fehler.
  • Klare Entscheidungswege zwischen Berater- und Mitentscheider-Rolle sind essenziell.
27.05.2025 Von: Rolf Rado, Sue Rado
Zusammenarbeit im Team

Wie funktioniert eine effektive Zusammenarbeit im Team und welche Führungsrollen sind entscheidend?

Sie leiten den gesamten Bereich «Verkauf». Dazu gehören die beiden Abteilungen «Innendienst» und «Aussendienst». Den Innendienst haben Sie in den letzten 2 Jahren ausgebaut zu Lasten des Aussendienstes. Im letzten Jahr haben Sie 6 neue MitarbeiterInnen angestellt, so dass diese Abteilung heute 15 Personen umfasst. Den Aussendienst besteht heute nur noch aus 5 Fachberatern, die die Grosskunden in 5 Gebieten betreuen. Sie sind oft erstaunt, über die unterschiedlichen Verhaltens- und Reaktionsweisen innerhalb dieser beiden Abteilungen. Im Innendienst wird z.B. sehr viel mehr Zeit benötigt, sich abzustimmen, für alle verbindliche Ziele festzulegen oder Missverständnisse zu klären. Bei Ihren Aussendienst-MitarbeiterInnen scheint das alles viel reibungsloser zu funktionieren. Warum ist das so? Es liegt an der Zusammenarbeit im Team.

Häufige Fehler bei der Zusammenarbeit im Team

  • Es existiert eine unrealistische Vorstellung, dass Teamentwicklung «ganz automatisch» passiert und die Zusammenarbeit im Team von Anfang an funktioniert
  • Dem gesamten Teamprozess wird viel zu wenig Beachtung geschenkt
  • Die Ziele sind zu unklar formuliert, so dass diese (zu) viel Spielraum in der Auslegung lassen und an Verbindlichkeit verlieren
  • Die Rolle der Führungskräfte ist unklar
  • Es herrscht ein grosser Unterschied zwischen offizieller und gelebter Rolle des Vorgesetzten
  • Dem Team ist unklar, wann sie bei Entscheidungen als «Berater» oder «Mit entscheider» fungieren.

Führungs-Tipps für eine bessere Zusammenarbeit im Team

  • Sprechen Sie offen mit der Gruppe über den aktuellen Stand und die Zusammenarbeit im Team
  • Zeigen Sie regelmässig anhand der vereinbarten Ziele auf, wo das Team steht,
  • Machen Sie die Rolle des Teamleiters sichtbar. Achten Sie darauf und prüfen Sie regelmässig, dass sich der Teamleiter seiner Rolle 100%-ig bewusst ist.

Führungs-Rollen

Folgende drei Führungsrollen lassen sich unterscheiden und jeder Rolle fallen ganz bestimmte Aufgaben und Verhaltensweisen zu:

1. Der Chef als Mitglied des Teams:

  • Der Chef verhält sich als Teammitglied und akzeptiert und vertritt Entscheide, auch wenn er persönlich anderer Meinung ist
  • Der Teamleiter sollte räumlich nicht von seinem Team abgegrenzt sein
  • Diese Rolle bedingt, dass der Chef gegen aussen auch wirklich als Kadermitarbeiter wahrgenommen wird, sich in seinem Team aber voll integriert und die Chef-Rolle ablegt.

2. Der Chef ist nicht direkt Mitglied des Teams: 

  • Kommt vor, wenn der Vorgesetzte nicht in der Teamarbeit mitarbeitet, sondern andere individuelle Aufgaben wahrnimmt oder Vorgesetzter von mehreren Teams ist
  • Diese Art von Chefs müssen nicht unbedingt teamfähig sein. Sie müssen aber dafür sorgen, dass dem Team der Rücken frei gehalten wird und dass die Teamentscheide im Unternehmen durchgesetzt werden
  • Motto: «Das Team entscheidet – der Chef verantwortet und trägt den Entscheid weiter». Die Anforderungen an den Chef sind in diesem Fall sehr hoch.

3. Der Teamchef als Coach:

  • Die Rolle des Coaches ist eine Mischform der beiden oben beschriebenen Rollen
  • In Anlehnung an den Sport, ist der Coach zwar eine der wichtigsten Personen für die Entwicklung seiner «Schützlinge», er gestaltet das Training, organisiert Trainingslager und gibt die Wettkampfstrategie vor – den Wettkampf bestreitet er aber nicht selbst, da ist sein Team sich selbst überlassen.

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Wissenswertes zur Gruppe und zum Team

Ein Team ist eine aktive «Gruppe» von Menschen, die sich für gemeinsame Ziele verpflichten, für einen Arbeitsprozess verantwortlich sind und das Ergebnis ihrer Arbeit als Produkt oder Dienstleistung an einen internen oder externen Empfänger liefern. Im Gegensatz zur Gruppe unterscheidet sich das Team dadurch, dass es:

  • auch unter erschwerten Bedingungen gut funktioniert und leistungsfähig bleibt
  • ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein mit Zielorientierung aufweist
  • eine optimale Zusammensetzung hat, so dass Synergieeffekte zum Tragen kommen, d.h. die Gesamtleistung grösser ist als die Summe der Einzelleistungen
  • an einem zwischenmenschlichen Klima des Vertrauens und der Offenheit arbeitet
  • eine Zweiwegkommunikation pflegt und die Kommunikation als gegenseitiges Verstehen und aufrichtigem Ausdiskutieren verschiedener Ansichten übt
  • gemeinsame Normen und Spielregeln festlegt
  • eine starke Identifikation mit dem «Wir» hat.

Die optimale Problemlösung steht im Team im Vordergrund. Im Team gewinnen alle, wenn das Problem gelöst wird oder es verlieren alle, wenn das Problem nicht gelöst wird. In einer Gruppe hingegen bestimmt die Hackordnung, es gibt Sieger und Besiegte, Gewinner und Verlierer.

Checkliste

  • Prüfen Sie, ob die Teamziele klar formuliert sind und keine Spielräume für Missverständnisse lassen.
  • Sprechen Sie offen mit der Gruppe über den aktuellen Stand der Zusammenarbeit.
  • Machen Sie die Rolle des Teamleiters sichtbar und prüfen Sie regelmässig deren Auslebung.
  • Klären Sie, wann das Team als Berater und wann als Mitentscheider fungiert.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Teamleiter räumlich nicht vom Team abgegrenzt ist, falls er Mitglied ist.
  • Stellen Sie sicher, dass der Chef als Coach Trainings und Strategien vorgibt, ohne den Wettkampf selbst zu bestreiten.
  • Achten Sie darauf, dass der Teamleiter auch gegen aussen als Kadermitarbeiter wahrgenommen wird.
  • Vermitteln Sie dem Team, dass bei der Problemlösung alle gewinnen oder alle verlieren.
  • Fördern Sie eine Zweiwegkommunikation, die auf aufrichtigem Ausdiskutieren basiert.

FAQ: Zusammenarbeit im Team

Warum funktioniert die Zusammenarbeit in manchen Abteilungen reibungsloser als in anderen?

Der Unterschied liegt oft in der Definition der Rollen, der Klarheit der Ziele und dem Verständnis der Teamdynamik. Während Innendienst-Teams oft mehr Abstimmungszeit benötigen, kann der Aussendienst durch klarere Einzelaufgaben und weniger interne Abhängigkeiten schneller agieren, wenn die Teamstrukturen nicht explizit gepflegt werden.

Was sind die drei wichtigsten Führungsrollen in einem Team?

1. Der Chef als Teammitglied (integriert, vertritt Entscheide). 2. Der Chef als Verantwortlicher (nicht direkt im Team, sorgt für Freiraum und Durchsetzung). 3. Der Teamchef als Coach (gestaltet Training und Strategie, das Team führt die Ausführung aus).

Wie unterscheidet sich ein Team von einer Gruppe?

Ein Team zeichnet sich durch Synergieeffekte, eine starke «Wir»-Identität, gemeinsame Normen und eine Zweiwegkommunikation aus. In einer Gruppe dominieren oft individuelle Interessen und eine Hackordnung mit klaren Siegern und Verlierern, während im Team das gemeinsame Ergebnis im Vordergrund steht.

Welche häufigen Fehler behindern die Teamentwicklung?

Häufige Fehler sind die Annahme, dass Teamentwicklung automatisch passiert, unklare Zieldefinitionen, eine unklare Rolle der Führungskraft und die Diskrepanz zwischen offizieller und gelebter Rolle des Vorgesetzten.

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