10.07.2018

Projektteam bilden: 5 Übungen stärken den Teamgeist

Projekte fordern alle heraus – zeitlich, inhaltlich und personell. Denn «plötzlich» sollen alle als ein Team agieren und Synergie freisetzen. Teamgeist ist gefordert. Formen Sie deshalb mit nur 5 Übungen aus einer Gruppe ein Team.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Gestern Kollege, heute Teammitglied

Wird ein Projekt ins Leben gerufen, richtet sich der Fokus ganz automatisch auf den Ablauf, den Zeitrahmen und die inhaltliche Fragestellung, die zu einer Lösung gebracht werden soll. Ganz automatisch werden dann die Mitarbeiter ausgewählt, die die benötigten Kompetenzen für die Aufgabenbewältigung mitbringen. So wird aus einem Kollegen ein Projektteam-Mitglied. Und da sich ja alle kennen (auch, wenn der Kollege aus einer anderen Abteilung kommt), macht sich niemand wirklich Gedanken über die Teambildung. Leider.

Denn ein Projektteam ist eine besondere Form der Zusammenarbeit. Viel enger, viel intensiver, viel stressiger. Die Abhängigkeiten innerhalb der Zuarbeit sind verstärkt. Schliesslich soll innerhalb einer Frist geliefert werden. Dies fordert heraus. Da kann der Kollege noch so «vertraut» sein, ein Projektteam ist eine andere Grössenordnung als das tägliche miteinander Arbeiten. Denn es heisst,

  • sich auf einander verlassen zu können.
  • sich einzubringen.
  • miteinander zu kommunizieren.
  • die Aufgaben aufzuteilen.
  • Probleme und Schwierigkeiten sofort untereinander zu besprechen und zu klären.

Alles Eigenschaften und Kompetenzen, die jeder zweifelsfrei mitbringt. Nur – und dies ist ganz entscheidend – nicht mühelos in dieser neuen Konstellation abrufen kann. Weil, ja, weil die Wirkkräfte im System «Projektteam» noch nicht ausgelotet sind. Ein Team muss sich immer finden, egal, wie gut sich die einzelnen Teammitglieder schon kennen.

Den Teamgeist beschwören

Das Projektteam benötigt einen guten Start. Das Mitteilen und Klären der allgemeinen Vorgaben (Zeit, Inhalt, Fragestellung, Problemdefinition, Kontrolle, etc.) ist dafür ein wichtiger Schritt. Ein zweiter Schritt ist, den Teamgeist zu beschwören – wie beispielsweise, indem sich die Teammitglieder

  • einen Teamnamen geben, der nichts mit dem Projektnamen zu tun hat.
  • Teamregeln aufstellen, die verbindlich sind.
  • einen Teamsprecher wählen – sollte nicht der Projektleiter sein.
  • Teamrituale generieren, wie vor der morgendlichen Besprechung zusammen zu frühstücken.
  • Teamübungen durchführen, die vor dem Start und während der Zusammenarbeit im Projektteam den Teamgeist aktivieren und stärken.

Zu dem letzten Aspekt – die Teamübungen – stellt Ihnen dieser Artikel fünf unterschiedliche Übungen vor.

5 Teamübungen fördern den Teamgeist

Spielerisch und mit viel Spass den Teamgeist beschwören. Mit Übungen mühelos erreichbar. Für die folgenden Übungen benötigen Sie ein wenig Raum. Stellen Sie deshalb Tische und Stühle zur Seite.

2 Übungen, um sich mal anders kennenzulernen

Wenn Kollegen ein Projektteam bilden, existiert bereits ein Bild von den Kollegen im eigenen Kopf. Schliesslich hat jeder in der täglichen Zusammenarbeit ausreichend Erfahrungen miteinander gesammelt. Diese Bilder gilt es zu durchbrechen, um Raum für einen neuen Zugang füreinander zu schaffen.

Übung 1: Am Kollegen haften

Ziel dieser Übung ist es, mit dem Kollegen körperlich in Kontakt zu treten, diesen aufrechtzuerhalten und so ein Gespür, als auch Vertrauen für einander zu entwickeln.

 

Durchführung:

  • Es bilden sich Zweierteams.
  • Die Partner stellen sich mit dem Rücken zu- und aneinander.
  • Die Zweierteams erleben nun ganz in Ruhe den Rücken des Anderen. Es soll erst einmal gespürt werden,
    • wo die Rücken miteinander verbunden sind.
    • wie sich diese Verbundenheit anfühlt.
  • Die Zweierteams beginnen sich nach einer Zeitphase, die sie bestimmen, langsam zu bewegen.
    • wer lehnt sich wie an den anderen an.
    • wie fühlt sich diese Anlehnung an.
    • wer bewegt sich wann vom anderen weg.
    • wie kann der Kollege dieser folgen, ohne den Kontakt zu verlieren.
    • wer will darf durch den Raum gehen, ohne dabei den Kontakt zum Partner einzubüssen und so ein Gespür für den anderen entwickeln.
  • Nach 10 Minuten wird gestoppt. Die Zweierteams tauschen sich untereinander aus. Anschliessend werden die eigenen Erfahrungen dem Plenum mitgeteilt.

Übung 2: In den Schuhen des anderen

Ziel ist es, in die Welt des anderen einzutauchen. Dafür wird mit dem Partner eine halbe Stunde im Raum spazieren gegangen.

  • Es bilden sich Zweierteams.
  • Das Team bestimmt, wer zuerst führt, also den Spaziergang leitet.
  • Derjenige, der führt, beginnt in seinem Tempo und in seiner Gangart durch den Raum zu laufen. Wie bei einem Spaziergang hält derjenige inne, schaut sich Dinge an oder darf sich setzen.
  • Die Aufgabe des Partners ist: Genau die gleichen Bewegungen zu machen, wie derjenige, der führt. Also das Tempo einzuhalten, die Gangart nachzumachen, dorthin zu schauen, wo derjenige schaut. Dafür ist es sinnvoll, dem Partner hinterherzulaufen oder an seiner Seite. Am besten ausprobieren, von welchem Standort am besten in den «Schuhen des anderen» gelaufen werden kann.
  • Nach 15 Minuten wird gewechselt. Zum Schluss tauscht sich das Team über das Erlebte aus.

2 Übungen, um sich Gutes zu tun

Füreinander sorgen stärkt den Teamgeist. Sei es Erfolge zu würdigen. Oder sich nach einem anstrengenden Tag durch ein Klopfen auf die Schulter aufzurichten. Vielleicht sich auch einfach mal in den Pausen umeinander zu kümmern. Es gibt viele Optionen, sich im Team Gutes zu tun – wie beispielsweise mit den folgenden 2 Übungen.

Übung 3: Den Rücken beschenken

Ziel der Übung ist es, die Wahrnehmung für den anderen zu stärken und ihm so Gutes zu tun.

  • Es bilden sich Zweierteams. Wichtig: Jeder soll sich einen Partner suchen, den er gerne berühren möchte und von dem er gerne berührt werden will – nur an sozial akzeptablen Stellen. Deshalb wird sich auf den Rücken fokussiert.
  • Das Team sucht sich einen Platz im Raum, wo es genug Raum hat, um die Übung durchzuführen. Zu Beginn wird geklärt, wer der Beschenkte ist und wer der Schenkende.
  • Die Übung darf im Stehen oder im Sitzen ausgeführt werden. Ausschlaggebend ist, dass die Position für beide angenehm ist.
  • Der Beschenkte stellt oder setzt sich bequem hin. Derjenige, der als erster berührt, reibt sich kurz die Hände und beginnt dann langsam und behutsam mit dem Rücken des anderen in Kontakt zu treten. Dabei dürfen die Hände ihren Platz und Weg finden. Mal an Stellen länger verweilen. Mal sanft oder kräftig zu packen. Wichtig ist, stets auf die körperlichen Reaktionen des anderen zu achten.
  • Nach 10 Minuten wird gewechselt. Im Anschluss wird sich über das Erlebte ausgetauscht.

Übung 4: Verbale und non-verbale Streicheleinheiten

Ziel der Übung ist es, sich in den anderen einzufühlen und einmal ganz bewusst ein positives Feedback zu geben. Darüber hinaus gelingt mit dieser Übung ein Perspektivenwechsel: Weg von dem, was fehlt, hin zu dem, was es schon alles im Team gibt – an Ressourcen, Kompetenzen, an Stärken und tollen Eigenschaften.

  • Abhängig von der Grösse der Gruppe bilden sich zwei Reihen, die sich mit einem Abstand von einander aufstellen. Sollte die Gruppe sehr klein sein, werden Stühle in einem Halbkreis aufgestellt und in die Mitte ein Stuhl gestellt.
  • Werden zwei Reihen gebildet, geht ein Teammitglied zwischen den Reihen entlang. Wird ein Halbkreis gebildet, setzt sich ein Teammitglied auf den Stuhl in der Mitte.
  • Das Teammitglied, das zwischen den Reihen entlangläuft, kann stehenbleiben, wo immer er will und schaut dann dem anderen Teammitglied in die Augen. Der Kollege, der angeschaut wird, darf nun etwas sagen oder tun, damit sich derjenige, der vor ihm steht, gut fühlt. So beispielsweise ihn anlächeln, umarmen oder auf die Schulter klopfen. Oder ihm sagen «Du bist…», «Ich mag Dich, weil…», «Ich schätze an Dir…». Variation in der Mitte sitzen: Hier schaut derjenige, der auf dem Stuhl sitzt, jeden nacheinander an. Und zwar in der Reihenfolge, die er bestimmt. Und derjenige, der angeschaut wird, tut dem anderen etwas Gutes. Auch aufstehen und umarmen ist erlaubt.
  • Wenn der eine durch ist, wird gewechselt, bis jeder dran war.

1 Übung, wenn schlechte Stimmung herrscht oder ein Problem alles blockiert

Ziel der Übung ist es, die Stimmung zu heben und einen positiven Blick zu forcieren. Dabei spielt das magische Wort «Ja» eine grosse Rolle.

  • Das Team stellt sich im Kreis hin. Um sich von den Frust zu befreien, schüttelt jeder erst einmal seinen Körper aus. Die Arme, die Beine, die Hüfte, die Schultern. Was immer körperlich gebraucht wird, um die Spannung etwas loslassen zu können.
  • Nachdem alle zur Ruhe gekommen sind, beginnt ein Teammitglied ein «Ja» im Kreis herumzureichen. Entweder nach links oder nach rechts zu seinem Nachbarn.
  • Dieser reicht es weiter.
  • Das Ja darf fragend, zustimmend, skeptisch, zornig, voller Begeisterung oder mit welcher Emotion auch immer ausgesprochen werden.
  • Jeder darf auf die Emotion des Vorgängers antworten. Diese beispielsweise in Frage stellen, ergänzen oder verwerfen, indem er seinen Tonfall und seine Stimmlage ändert.
  • So entwickeln sich ganze Ja-Geschichten.
  • Wurde ein Herumreichen beendet, wird neu gestartet – und zwar an einer anderen Stelle im Kreis.
  • Das Ja wird solange herumgeschickt, bis eine Veränderung in der Stimmung wahrgenommen wird. Gerne darf sich das Team zum Abschluss an den Händen fassen und gemeinsam lautstark ein begeisterndes Ja rufen.

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