30.03.2017

Querdenken: Die Perspektive radikal und wohlwollend wechseln

Fehlt Ihnen manchmal der Mut, das zu tun, was Sie wirklich wollen? Wer im Alltag beschäftigt ist seine Tasks zu erledigen, kommt selten dazu den Status quo zu hinterfragen. Man liegt halbtot in der Komfortzone, schuftet sich mit Begeisterung ins Aus oder bleibt in der Komplexität stecken. Nehmen Sie sich Zeit, einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

Von: Karem Albash   Drucken Teilen   1 Kommentar  

Karem Albash

professioneller Redner, Initiant des Schweizer Querdenker-Tages und Dozent. Sein Fokus liegt auf Präsenztechniken für mehr Intuition und einen klaren Geist.

 
am 27.03.17 08:25 schreibt helen holtkotten
Top Artikel, sehr unterhaltsam :)
 
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Ausserhalb des gewohnten Denkschemas

Als Führungskraft erkennen Sie, dass etwas nicht gut läuft und wollen es ändern. Aber die Massnahmen greifen nicht wie gewünscht. Irgendetwas ist immer – was also tun, wenn die Bemühungen nicht greifen? Ich glaube dann müssen wir unser Denken und Handeln gleichermassen radikal und wohlwollend in Frage stellen. Für mich ist es die Kunst des Querdenkens, in der man eine Lösung sucht, die ausserhalb des gewohnten Denkschemas liegt.

Ach ja: Lesen Sie den Text mit einen Schuss Humor und dem Wissen, dass es wohlwollend gemeint ist.

Querdenken ist eine Kunst

Lassen Sie uns damit beginnen festzuhalten, was querdenken nicht ist. Wenn Sie jemanden haben, der sich als Querdenker bezeichnet und dabei ständig am herumnörgeln ist, werfen Sie ihn aus der Firma! Wir brauchen keine Menschen im Umfeld, die das konstante Kritisieren als Tugend sehen. Denn echte Querdenker sind Werte-Erschaffer, keine Schwarzmaler oder Besserwisser. Es sind auch keine Querulanten, die von Prinzip aus dagegen sind.

Echte Querdenker sind Menschen, die Leistung erbringen wollen und können. Und sie sind kreativ. Während manche Performer aus dem Vorhandenen das Beste machen, stellen Querdenker das Vorhandene zusätzlich in Frage. Sie sind vielseitig interessiert, denken in komplexen Zusammenhängen und suchen nach Lösungen, wie das gleiche Resultat mit weniger Aufwand erreicht werden kann.

Und hier beginnt die Kunst des Querdenkens. Denn wenn wir den Status quo in Frage stellen und nach neuen Möglichkeiten suchen, verlassen wir die Sicherheitszone des Bekannten. Wir haben also keine Ahnung, was uns erwartet. Und da ist es eine wahre Kunst, den Status quo wertebringend in Frage zu stellen, während wir uns im Feld der Unsicherheit bewegen.

Vielleicht ticken Sie anders. In den vergangen Jahren habe ich viele Menschen gefragt, ob sie Unsicherheit mögen. Fast keiner mag es, unsicher zu sein. Unsicherheit ruft viele Zweifel hervor und nagt am Selbstbewusstsein. Nur wenige haben mit einem Ja geantwortet. Meistens waren es Unternehmerpersönlichkeiten, die durch ihre Arbeit ein enormes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erlangt hatten.

Wenn der Albtraum zur Gewohnheit wird

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das Territorium seine Komfortzone. Oft wird die Komfortzone mit gemütlich oder bequem gleichgesetzt. In meinen Augen ist das zu ungenau. Die Komfortzone ist das Bekannte, der Status quo den wir kennen. Alles was sich jenseits der Komfortzone befindet, ist unbekannt und das macht unsicher.

Lassen Sie uns ein Beispiel machen. Angenommen Laura fängt frisch an, in einem Betrieb zu arbeiten. Am Anfang fallen einem viele Unstimmigkeiten auf. Da gibt es 4h Sitzungen ohne Output. Eine komplizierte Software, welche die Arbeitsprozesse verlangsamt. Die bedrückte Stimmung im Team, weil der Markt so schwierig ist. Je länger Laura im Betrieb arbeitet, desto mehr passt sich ihr Verhalten der Masse an. Das was am Anfang gestört hat, tritt in den Hintergrund.

Nach ein paar Monaten ist es normal, dass die Sitzungen zu lang, die Stimmung bedrückt und die Arbeitsprozesse kräftezehrend sind. Kurz: Laura wird betriebsblind und akzeptiert die Umstände. Ein Teil ihres Bewusstseins verdrängt die schlechten Eigenschaften, weil es sich sonst am Status quo stösst.

Lassen Sie es mich noch radikaler ausdrücken: Ein Teil der Seele stirbt, um den Arbeitstag ertragen zu können. Das Resultat: Manche Unternehmen beschäftigen mehr Zombies als Menschen. Statt das Potential des Mitarbeiters zu nutzen, reduziert man ihn auf stupide Tätigkeiten. Während einige das als normal bezeichnen, halte ich das für ziemlich verrückt.

Ich hoffe, Sie sind an der Stelle erleichtert weil sie die Gewissheit haben, dass es bei Ihnen anders ist. Wenn nicht: rufen Sie mich an, ich stelle gerne einen Fluchtwagen bereit.

Perspektivenwechsel: Zombieland oder Chancenblick

Was würde geschehen, wenn Sie einen Tag lang in Ruhe von Aussen ihr Unternehmen, die Abteilung oder das Team betrachten würden. Logisch: alles was nicht gut läuft würde mehr auffallen.

Und man realisiert: Huch, da gibt es etwas zu tun. Und sofort kickt die Unsicherheit rein: Wieviel wird die Veränderung kosten? Wieviel Zeit wird das nehmen? Werden wir das überhaupt schaffen? Und dann lässt man es lieber sein und macht weiter wie bisher. Welcome to Zombie Land.

Querdenken ist die Fähigkeit, seine Denk- und Handlungsmuster in Frage zu stellen. Hier darf man das eigene Denken nicht mit Samtschuhen anfassen. Dafür gilt es ehrlich, wohlwollend und radikal zu sein. Am besten mit aktivem Bullshit-Detektor, damit man sich die Umstände nicht schönredet oder sie als Entschuldigung nimmt.

Übrigens: wenn Sie keine zwei Tage Zeit haben sich aus der Firma herauszunehmen (weil sonst alles zusammenbricht), befindet sich ein Fuss bereits in Zombie Land. Dann sorgen Sie so schnell wie möglich für mehr Gelassenheit und Präsenz, damit Sie Ihren Fuss wieder auf sicheres Gelände bringen.

Wir müssen unsere Denkmuster herausfordern, strapazieren und challengen. Normalerweise versucht man mit Optimierungen, sich im Bereich 1-5% zu verbessern. Damit optimieren Sie die vorhandene Struktur, stellen sie aber nicht in Frage. Hier ein paar Möglichkeiten, um den Chancenblick zu schärfen, indem Sie aus den aktuellen Denkmustern ausbrechen und ihr Unternehmen aus neuer Perspektive zu sehen.

#1 Ziele mit dem Faktor 10xmehr

Stellen Sie sich vor, Sie würden jedes definierte Ziel mit dem Faktor 10 angehen. Also 10xmal mehr Umsatz als bisher (bei gleicher Firmengrösse). 10xmal mehr Ferien für jeden Mitarbeiter (bei gleichem Umsatz). 10xmal Wertschätzung für jeden Mitarbeiter (ohne zu schleimen). Jep, das ist eine andere Liga als pro Monat 200 Franken mehr Lohn zu zahlen und ein Dankeskärtchen dazuzulegen.

#2 Interessante Ideen von Mitarbeiter aufgreifen

Wenn jemand eine Idee hat und wir deren Wert nicht erkennen, urteilen wir oft zu schnell und schmettern die Idee ab. Wenn ein Mitarbeiter das nächste Mal eine Idee hat die Sie schlecht finden, unterdrücken Sie den Impuls ihm das zu sagen. Lassen Sie auch zynische oder sarkastische Bemerkungen weg und fragen, wie er das meint. Dann geben Sie ihm den Auftrag, eine Mögliche Lösung auszuarbeiten. So nutzen Sie die Kreativität und Geisteskraft Ihrer Mitarbeiter.

#3 langfristig schlägt kurzfristig

Der Mensch überschätzt, was er in 3 Monaten erreichen kann und unterschätzt, was er in drei Jahren erreichen kann. Zeichnen Sie ein Bild von Ihrer Abteilung oder dem Unternehmen, wie es in drei Jahren aussehen soll. Das nimmt Druck raus und eröffnet neue Chancen für einen positiven Wandel.

#4 Lassen Sie sich von anderen Branchen inspirieren

Wechseln Sie die Perspektive und lassen sie sich von branchenfremden Menschen beraten, inspirieren und begeistern. Wer in der gleichen Branche bleibt, bewegt sich in den gleichen Strukturen. Lernen sie von Menschen, die 180° anders sind als Sie. Und wählen Sie bitte positive Beispiele, die als Vorbild dienen können.

#5 Nehmen Sie sich Zeit

Im Alltagsgeschäft ist das Denken wir eine hochgezüchtete Arbeitsmaschine, welche sich auf die vorhandenen Strukturen eingestellt und optimiert hat. Für den Perspektivenwechsel braucht es Zeit herunterzufahren, sich zu entspannen und dann kreativ nach Lösungen zu suchen. Nehmen Sie sich mindestens einen halben Tag aus dem Unternehmen heraus, schalten Ihr Handy ab und einen Gang herunter. Kreativität braucht Zeit, damit sie sich entfalten kann.

#6 Wechseln Sie das Umfeld

Ein anderes Umfeld hilft Ihnen, neue Gedanken zu formulieren. Probieren Sie verschiedene Möglichkeiten aus. Gehen Sie an die Uni und mischen Sie sich unter die Studenten. Oder reisen Sie auf eine Bergspitze, gehen Sie in ein 5-Sterne-Restaurant oder machen Sie ein Lagerfeuer im Wald. Probieren Sie verschiedene Möglichkeiten aus.

#7 Machen Sie «Und» zu ihrem Mantra

Wir sind es uns gewohnt, «aber» und «geht nicht» zu sagen. Gute Querdenker verbinden Ideen und nutzen Best-Practice aus verschiedenen Bereichen. Wie schaffen wir mehr Ferien UND mehr Umsatz gleichzeitig zu haben? Mehr Leistung UND weniger Krankheitstage? Weniger Sitzungen UND mehr Klarheit für die Projekte?

Querdenker sind kreative Leistungserbringer. Kreativität steckt in jedem Menschen, wenn wir diese zulassen und uns Zeit dafür nehmen. Querdenken bedeutet, unbequeme Fragen zu stellen und sich im Bereich der Unsicherheit zu bewegen. Das ist normal, denn wer etwas Neues schafft, hat es immer mit dem Unbekannten zu tun. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Gehen Sie davon aus, dass Sie nicht alles wissen können und eine gute Lösung ausserhalb Ihres Denkschemas sein wird.

Ach ja: wenn Sie sich gerne mit kreativen Leistungsbringern umgeben, kann ich Ihnen die Teilnahme am Schweizer Querdenker-Tag ans Herz legen.

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