31.10.2017

Angst haben: Der grösste Erfolgskiller

Angst haben kommt in vielen Schattierungen daher. Die Angst kann eine freundliche Warnerin sein, die uns schützt. Sie kann uns kurzzeitig aus der Reserve locken und zu Höchstleistungen führen. Dauer-Angst haben hingegen versetzt den Körper in permanente Alarmbereitschaft, sie mindert seine Leistungskraft und ruiniert die Gesundheit. Vor allem aber sabotiert andauernde Missstimmung die Fähigkeit des Gehirns, sein Bestes zu geben. So wird in Angstkulturen allerhöchstens Mittelmässigkeit erzeugt.

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Angst haben

Respektvolles Miteinander funktioniert besser als machtbesessenes Gegeneinander

Wir Menschen sind nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz ausgerichtet, sondern auf Zuwendung und gelingende zwischenmenschliche Beziehungen. Gemeinsames Siegen ist wirkungsvoller als konfrontatives Besiegen.

Respektvolles Miteinander funktioniert besser als machtbesessenes Gegeneinander. Manager müssen zu Menschenverstehern und Unternehmen zu Beziehungsarchitekten werden.

Von einer kooperativen Atmosphäre profitieren alle Beteiligten, von einer aggressiven hingegen nur wenige. Wir brauchen Freunde und nicht Feinde in einer sich zunehmend vernetzenden Welt.

Angst haben war gestern

Es gibt sicher Momente, wo eine strenge und notfalls auch harsche Reaktion die Richtige ist. Aber das ist nur ganz ausnahmsweise der Fall, in Situationen nämlich, bei denen es auf jede Sekunde ankommt: Bei der Feuerwehr etwa oder im Flughafentower. In der Küche, damit nichts anbrennt. Oder im Krankenhaus, wo es um Leben und Tod geht. Ansonsten fehlt denen, die in der Härte den vermeintlichen Erfolg sehen, vor allem eins: die Feinfühligkeit, zu spüren, wie ihr Verhalten beim Gegenüber vor allem Trotz oder aufschäumende Wut, Starre oder eisiges Desinteresse erzeugt.

Auch von der ‚Zuckerbrot-und-Peitsche-Methode‘ kann nur abgeraten werden. Unberechenbares Verhalten sorgt immer für Ängste. Wer mal Zuckerbrot und mal Peitsche erwartet und nie weiss, welche Reaktion wann erfolgt, harrt im Zweifel immer auf das Schlimmste - und tun vorsichtshalber gar nichts mehr. Wer mit Angst haben, Druck und Schrecken bedroht wird, reagiert zwar sofort und leitet eine notwendige Verhaltensänderung ein, mehr aber auch nicht. Sobald die Bedrohung nachlässt, geht man wieder zu normalem, weniger engagiertem oder gar destruktivem Verhalten zurück.

«Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch», sagt dazu der Volksmund. Es gehört schon eine Menge Verblendung dazu, dies nicht zu erkennen. Die Leute spielen Theater, wenn der Peitschenschwinger naht. Sie zerbrechen sich aber höchstens den Kopf über das, was er hören will. Sie vertuschen Fehler. Sie kooperieren nur, um seinem Zorn zu entgehen, anstatt von sich aus das zu tun, was für das Unternehmen und die Kunden das Beste ist. Hingegen verstärken Menschen freiwillig Verhalten, für das sie Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen.

Lust schlägt Frust

Wer Wertschätzung, Lob und Anerkennung erhält, wird vielleicht ein wenig länger brauchen, um zu einem optimalen Verhalten zu finden, doch dieses wird sich dann kontinuierlich verbessern. Denn innere Einsicht ist am Werk - und nicht äussere Bedrohung. Was man sich selbst erarbeitet hat, sitzt einfach besser, und man setzt es auch lieber um. Die Freude, über sich hinauszuwachsen, kann jede Menge schlummerndes Potenzial aktivieren und einen gewaltigen Schub nach vorne auslösen. Die ‚Strategie der Lust‘ wird also auf Dauer erfolgreicher sein.

Über Angst und Druck zu verkaufen ist also genauso schlecht wie über Furcht und Schrecken zu führen. Umso erstaunlicher, wie oft Erfolgsrezepte immer noch in so genannten Hardliner-Büchern oder bei Hardliner-Trainern gesucht werden. Diesen ewig Gestrigen kann man nur raten, sich ein wenig mit den neueren Erkenntnissen der Hirnforschung zu befassen. Gerade den Faktenmenschen, die mit dem ‚Psychologen-Gedöns‘ der Verhaltensforscher nichts anzufangen wissen, bietet die Neuro-Wissenschaft wertvolle Einblicke. Sie kann uns helfen, Mensch Kunde und Mensch Mitarbeiter besser zu verstehen, um daraufhin manch veraltetes Denken und Handeln über Bord zu werfen.

Die Glücksforschung weiss längst, dass Menschen mit Glücksgefühlen über sich hinauswachsen und ihre Leistungsfähigkeit um bis zu 100 Prozent steigern können. Umgekehrt sinkt die Performance von Menschen unter Dauerstress auf unter 50 Prozent. Druck verengt das Gehirn und fabriziert den gefürchteten Tunnelblick. Nur, wem es gut geht, kann Ideenreichtum entwickeln und Aussergewöhnliches vollbringen.

Auf der Suche nach dem Happy End

Unser Hirn liebt freundliche Gesichter und bevorzugt positive Beziehungen. Und es will das Happy End. Das wissen begnadete Filmemacher, erfolgreiche Romanschriftsteller – und gute Führungskräfte wissen es auch. «Das ultimative Ziel des Menschen ist das Glück», hat schon Thomas von Aquin gesagt. Und die moderne Hirnforschung gibt ihm Recht: Wir kaufen lieber Glück als Angst. Das gilt für kaufende Kunden genauso wie für Mitarbeiter, die die Ideen ihrer Chefs kaufen (sollen). Menschliches Verhalten wird grundsätzlich bestimmt von Streben nach Belohnung und Vermeiden von Bestrafung. Und vom Gemeinschaftssinn.

«Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben», meint der Psychoneuroimmunologe Joachim Bauer in seinem Buch ‚Prinzip Menschlichkeit‘. Ausgehend von neuesten neurowissenschaftlichen Befunden postuliert er darin das Bild eines auf Kooperation ausgerichteten Menschen. «Die Motivationssysteme schalten ab, wenn keine Chance auf soziale Zuwendung besteht, und sie springen an, wenn das Gegenteil der Fall ist, wenn also Anerkennung oder Liebe im Spiel ist», schreibt er weiter.

Der massgebliche Treiber dieser Prozesse ist ein Glücksbotenstoff aus dem zelebralen Belohnungssystem. Sein Name: Dopamin. Dopamin im Blut heisst: Wir fühlen uns gut, sind in freudiger Erwartung, hegen Zuversicht in unser Potenzial und glauben an die Aussicht auf Erfolg. Wir beschäftigen uns mehr mit dem Pro als dem Kontra. Unser Programm schaltet auf ‚agieren‘ und fährt unser Leistungsvermögen hoch. Diese Strategie der Natur hilft uns nicht nur, zu Überleben, sie kann unsere Lebensqualität auch auf bemerkenswerte Weise verbessern. So tun Menschen am liebsten das, wofür eine Belohnung in Aussicht steht.

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