22.03.2016

Unternehmensnachfolge: Wie ist der Generationswechsel im Unternehmen planbar?

Unternehmer Pfiffikus hat alles Richtig gemacht: Mit 60 Jahren hat er seiner Tochter seine Firma übergeben. Klaus Kobjoll, der erfolgreiche Unternehmer des Schindlerhofes, schreibt dazu «Ein Unternehmen befindet sich auf seinem Höhepunkt, wenn die Unternehmensnachfolge unter Dach und Fach ist».

Von: Heike Eberle   Drucken Teilen   Kommentieren  

Heike Eberle

Heike Eberle, Jahrgang 1967, ist Unternehmerin und Beraterin. Seit fast 10 Jahren leitet sie die kaufmännischen Geschicke des familiengeführten Bauunternehmens. Als engagierte Dipl.-Betriebswirtin und Kommunikationstrainerin schlägt ihr Herz für die drei wichtigen Betriebssäulen KLR: Kommunikation (intern wie extern), Liquidität und Rentabilität. Sie führt, treibt an, hinterfragt und setzt sofort um – alles unkompliziert, zielstrebig und ergebniswirksam. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die heutige Herausforderung besteht darin, das Unternehmen und sich selbst klug zu managen.

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Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge frühzeitig sichern

Schön und gut, aber alles andere als leicht, wie die Praxis zeigt. Jedes 3. Unternehmen steht vor dieser schwierigen Aufgabe und knapp 30 % scheitern an dieser Aufgabe. Der Stabwechsel von Alt auf Jung ist mit vielen Hürden verbunden. Emotionale, finanzielle, soziale und gesellschafts- und rechtliche Aspekte machen die Sache hoch kompliziert.

Die Palettenvielfalt des Generationswechsels

Früher war die Unternehmensnachfolge und die Firmenübertragung einfacher. Die Gesetzeskonstruktionen waren nicht so kompliziert. Das Wirtschaftsklima war freundlicher. Und eines war glasklar: Der Junior tritt in die Fussstapfen seines Vorgängers. Heute ist das alles anders.

So wie Herr Pfiffikus können sich nicht alle Unternehmer glücklich schätzen, dass sich die Kinder und Kindeskinder in die Unternehmerfolge einreihen. Nicht selten enden heute Unternehmen mit der zwanghaften Aufgabe, weil der Senior keinen passenden Nachfolger findet.

Steht ein Generationswechsel an, zeigt die Uhr meist fünf vor zwölf. Hektisch, planlos und aktionistisch soll der Generationswechsel in Nullkommanichts vollzogen werden. Immer das gleiche: Der Senior kann sein «Lebenswerk» nur schwer loslassen und zudem traut er die Unternehmensführung keinem Anderen zu. So sitzt er dieses Thema Jahr für Jahr aus, keiner der Beschäftigten weiss, wie es weitergehen soll. Und plötzlich bricht mit dem Ernstfall ein Desaster aus: Der Firmenboss kränkelt, fällt länger bis ganz aus und die Firma wird handlungsunfähig.

Das Schlimmste, was einer erfolgreich gehenden Firma passieren kann, ist, wenn sie handlungsunfähig wird. Ein funktionierendes Unternehmenssystem bricht von jetzt auf den anderen Tag komplett zusammen. Aus diesem Grunde muss rechtzeitig Vorsorge betrieben werden. Den Unternehmern kann nicht oft genug eingehämmert werden: Regelt die Nachfolge so früh wie möglich!

Leider beherzigen das nur sehr wenige clevere Unternehmer wie Herr Pfiffikus, der mit 60 Jahren seine Nachfolge in sicheren Tüchern hat. Gerade, weil die Nachfolge so ein komplexes Thema darstellt, eröffnen sich ganz andere Gestaltungsspielräume, wenn dieses knifflige Thema wohl durchdacht wird. Nehmen Sie deshalb die Planung der Unternehmensnachfolge rechtzeitig in die Hand und schieben Sie dieses Thema nicht auf den «Sankt-Nimmerleins-Tag» hinaus.

Der Notfallordner als Minimallösung

Der Notfallordner ist ein Muss für alle Unternehmen, unabhängig von einer anstehenden Nachfolge. Fällt der Chef nämlich einmal aus, dann enthält dieser Notfallordner alle wichtigen Unterlagen: Verträge, Vollmachten, Passwörter, PIN- und TAN-Nummern, Kontoübersichten, Nachweis über Zweitschlüsseldeponierungen, Notfall-Anweisungen, Projektlisten, Arbeitsplatzbeschreibungen der Mitarbeiter, Übersicht der Patente und Schutzrechte, Unterlagen des Finanz- und Rechnungswesens, Versicherungen, Übersicht wichtiger Geschäftspartner, Wichtige Adressen (Steuerberater, Bankberater), Persönliche Unterlagen (Testament, Patientenverfügung, Finanzübersicht). In einigen Betrieben wird dieser Notfall-Koffer ergänzt um ein Organisationshandbuch, in dem die Ablaufprozesse sehr genau beschrieben werden, so dass sich jeder Mitarbeiter, auch in Abwesenheit seiner Kollegen gut «durchbeissen» kann.

Bank- und Vertretungsvollmachten

Nicht selten passiert dem Chef etwas aus dem Nichts. Im schlimmsten Fall gibt es keine Vertretensperson, die die Firma unbeschadet weiterführen kann. Deshalb: Wählen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die von Ihnen eine Vertretungsvollmacht bzw. Bankvollmacht erhält. Denn ohne diese Vollmachten setzen Sie Ihren Betrieb auf «Schachmatt».

Tipp: Wenn Sie zu Lebzeiten keine Bank- und Vertretungsvollmachten ausstellen möchten, hinterlegen Sie sie für den Ernstfall beim Notar und informieren Sie darüber die in Frage kommende Person Ihres Vertrauens.

Das Testament

Ein Testament hilft insbesondere Familienbetrieben, bei denen eine plötzliche, überraschende Unternehmensnachfolge zu einem finanziellen Firmenruin führen würde. Nicht selten halten Familienmitglieder mit ihren Pflichtteilsansprüchen die Hände auf. Eine klare Regelung der Vermögensverhältnisse vermeidet Kräfte zehrende Erbstreitereien.

Die Unternehmens-Übergabe

Das Aufschieben der Unternehmens-Übergabe ist keine kluge Entscheidung. Je früher diese, wenn auch unangenehmen Dinge geklärt werden, desto mehr gewinnen die Beteiligten gedankliche wie steuerrechtliche Gestaltungsspielräume. Und eines sei an dieser Stelle auch klar gesagt: Auch wenn kein Familienmitglied zur Verfügung steht, stehen manchmal Mitarbeiter der Stamm-Mannschaft zur Verfügung. Mögliche weitere Optionen: Aufgeben, Fusionieren, Verpachten und Veräussern. Auch diese Aktivitäten dauern erfahrungsgemäss zwischen 1-3 Jahre, je nachdem, wie attraktiv die Firma bewertet wird.

Wichtig: Vorsorge ist auch bei der Unternehmensnachfolge besser als Nachsorge. Genauso wie Sie ab 50 zur regelmässigen Gesundheitsvorsorge gehen sollten, ist der Nachfolge-Vorsorge-Check in Ihrem Betrieb frühzeitig angesagt.

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