04.04.2016

Nachfolge: Im KMU-Bereich

Inhaber von KMU in der Schweiz sind durchschnittlich 54 Jahre alt. Jedes Jahr müssen 15'000 bis 20'000 Unternehmer ihre Nachfolge lösen. Das wirft Fragen auf: Wer soll mein Unternehmen übernehmen? Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Was ist mein Lebenswerk wert? Wie soll mein Unternehmen weitergeführt werden? Auch finanzielle und steuerliche Abklärungen sind notwendig. Nicht zu unterschätzen ist der emotionale Aspekt, der oft im Vordergrund steht.

Von: Tobias Stocker   Drucken Teilen   Kommentieren  

Tobias Stocker

Tobias Stocker ist dipl. Steuerexperte, Betriebsökonom FH bei der Gewerbe-Treuhand AG in Luzern.

 

 

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Nachfolge

Fakten zu Nachfolgeregelungen

Die Frage zur Nachfolge beschäftigt mehr als 10% der Schweizer KMU. Jährlich müssen sich unzählige Inhaber von Familienunternehmen mit der Frage beschäftigen, wie sie ihre Nachfolge lösen. Auch wenn diese Firmeninhaber im Schnitt noch 11 Jahre vor dem ordentlichen Ruhestand stehen, darf mit der Planung nicht zugewartet werden. Eine zu spät gelöste Nachfolge kann schnell zur Belastung werden.  

Die eingangs erwähnten Fragen zeigen, dass der Unternehmer durch die anstehende Nachfolge mit vielen Fragen, Unsicherheiten und Besorgnissen konfrontiert ist. Hier kann ein erfahrener Begleiter nicht nur fachliche, sondern auch emotionale Unterstützung bieten.  

Varianten der Nachfolge

Während früher die meisten Unternehmen innerhalb der Familie weitergegeben wurden, sind es heute nur noch knapp 30 % der Nachfolgefälle, welche familienintern gelöst werden. Da das Einsetzen eines Geschäftsführers (ca. 5 % der Fälle) oft nicht erfolgsversprechend ist, steht in ca. 40 % der Fälle ein Verkauf an das Management oder an Dritte im Vordergrund. Dabei kann das Unternehmen an strategische Investoren, meist Mitbewerber, oder an Finanzinvestoren verkauft werden. Gibt es langjährige Schlüsselmitarbeiter, welche willens und fähig sind, das Unternehmen zu übernehmen, so bietet sich ein Management Buy-out (MBO) an. Ist die Abhängigkeit vom bisherigen Inhaber zu gross, die finanzielle Lage und Rendite zu knapp oder die Innovationsfähigkeit zu schwach, bleibt in rund 25 % der Fälle als letzte Variante eine geregelte Liquidation.  

Nachfolgeprozess in sechs Phasen    

Abbildung: Nachfolgeprozess

  • Phase 1: Die Festlegung der Strategie, die Überprüfung rechtlicher und steuerlicher Fragen sowie eine Vorsorgeanalyse stehen im Vordergrund. Ist eine Umstrukturierung notwendig, sollte diese Phase bereits rund 6 Jahre vor der Übergabe angegangen werden.
  • Phase 2: Es werden eine Unternehmensbewertung erstellt sowie die Preisvorstellungen des Verkäufers konkretisiert.
  • Phase 3: Eine Verkaufsdokumentation wird erarbeitet, die Käufersuche gestartet sowie potentielle Käufer angesprochen.
  • Phase 4: Nach der Marktansprache werden die interessierten Käufer evaluiert und unverbindliche Angebote einverlangt.
  • Phase 5: Ist ein passender Käufer gefunden, geht es an die Due Diligence, das Verhandeln sowie den Vertragsabschluss (Signing).
  • Phase 6: Als letzter Schritt kommt der Vollzug (Closing). Dazu gehören die Kaufpreiszahlung, die Aktienübergabe, die Information von Mitarbeitern und Kunden und allenfalls die Integration in die neue Organisation.  

Schlussbemerkung

Das frühzeitige Planen und Handeln ist ausschlaggebend für den Erfolg der Nachfolge. Nur so können alle Möglichkeiten seriös geprüft und die richtigen Weichen gestellt werden. Es gilt, die Interessen des Unternehmers, des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern und des Nachfolgers zu berücksichtigen, auch mit Blick auf Steuern und Vorsorge.

Quelle: Dieser Beitrag stammt aus dem Informationsmagazin für KMU «MEMO», Ausgabe 35, Januar 2016, der Gewerbe-Treuhand AG.

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