19.04.2017

Fringe Benefits: Beispiele und Trends

Hand aufs Herz: Wissen eigentlich die Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen, was sie an Zusatzleistungen alles erhalten? Im Zuge der raschen Information und Kommunikation sollte sich diese Frage eigentlich erübrigen. Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus wie eine Untersuchung bei 68 Schweizer Unternehmen unterschiedlichster Branchen ergab.

Von: Alex Müller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Alex Müller

Alex Müller war nach längeren Auslandaufenthalten als Personalverantwortlicher bei einer grösseren Bank und später als HR-Leiter einer psychiatrischen Universitätsklinik tätig, wo er reiche Erfahrungen in allen Sparten des Personalmanagements sammeln konnte. Heute arbeitet er als freier Fachautor und Publizist sowie als selbstständiger Berater von Führungskräften, mit Schwerpunkt Out-/Newplacement.

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Fringe Benefits

Klare Information der Zusatzleistungen

Das Fazit dieser Untersuchung: 95 (!!!) Prozent der befragten Mitarbeitenden wussten nicht genau Bescheid über den Umfang und den Wert der gebotenen Vergünstigungen! Auch wenn man be­rücksichtigt, dass die Befragung schon etliche Monate zurück liegt, so zeigt sie doch eine beträcht­liche Wissenslücke vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, welche von den HR-Fachleuten durch klare und stufengerechte Information so rasch als möglich geschlossen werden sollte. Damit könnte bei der Belegschaft auch das Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass nicht alle Fringe Benefits, von denen sie profitiert, selbstverständlich sind. Insbesondere sind Zusatzleistungen für die berufliche Vorsorge, für Versicherungen und andere Vergünstigungen nicht direkt sichtbar und müssen deshalb unbedingt kommuniziert werden – am besten schon beim Vorstellungsgespräch!

Beispiele von Fringe Benefits

Die nachfolgende Auslegeordnung soll aufzeigen, was alles an «Goodies» geboten wird. Die Palette ist lang und breit, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Auch kann aus der Reihenfolge keine Rangordnung oder Wertung abgeleitet werden:

  • Beteiligung an Krankenkassenprämien
  • Vaterschaftsurlaub (bis zu 5 Tagen)
  • Essensvergünstigungen
  • Reka-Checks
  • Gratis-GA für SBB
  • Beiträge für Benutzung der ÖV
  • Geschäftsauto
  • Mobiltelefon
  • Beiträge an Kinderbetreuung (Krippe)
  • Gratis-Parkplätze oder Beiträge daran
  • Zusatzleistung für berufliche Vorsorge
  • «deferred compensation»: Salärbestandteile werden von der Firma für zusätzliche Vorsorge zurückbehalten (Gratifikationen, Boni)
  • Aktienbeteiligungspläne / Aktienoptionen
  • Gewährung von zinsgünstigen Darlehen oder Hypotheken
  • Diverse Dienstleistungen und Produkte zu Vorzugspreisen
  • Beiträge für Kreditkarte
  • Private Telefonanschlüsse, die auch geschäftlich genutzt werden
  • Gratis-Berufskleider

Diese Zusammenstellung vorhandener Fringe Benefits möchte Sie zu einer Standortbestimmung in Ihrem Unternehmen anregen, ohne die gewährten Vergünstigungen, Rabatte oder Zuschüsse etwa unisono in Frage zu stellen. Aber: Sind diese noch zeitgemäss oder bedürfen sie einer «Entstau­bung» und eines anschliessenden Updates? Werden die offerierten Vorteile vom Personal gebüh­rend wahrgenommen?

Ich masse mir nicht an, Ihnen eine Lehrstunde darüber zu erteilen, welche Lohnnebenleistungen «out» und welche «in» sind. Sie und Ihre Geschäftsleitung wissen selber, was am besten für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeitenden ist. Aufgrund meiner Recherchen und des damit durchge­führten Benchmarking kann ich  aber einige Trends aufzeigen, welche für die künftige Gestaltung von Fringe Benefits eine Rolle spielen werden und die Ihnen möglicherweise schon bekannt sind.

Künftige Trends von Fringe Benefits

  • Kinderbetreuung: Hier liegt noch Potenzial brach, da es immer noch Unternehmen gibt, die keine Beiträge leisten, sei es an eine firmeneigene oder an eine private Krippe. Es ist eine Tat­sache, dass die Unterbringung von Kindern für berufstätige Eltern mit grossem organisato­rischem und  finanziellem Aufwand verbunden ist.
  • Vaterschaftsurlaub: Vor wenigen Jahren noch fast undenkbar, ist ein 3-tägiger Vaterschaftsur­laub schon bei etlichen Unternehmen ein fester Bestandteil zeitgemässer Fringe Benefit-Pa­kete. Tendenz steigend Richtung 5 Tage
  • ÖV statt Privatfahrzeug: Obwohl immer noch zahlreiche Firmen ihren Mitarbeitenden eine An­zahl Parkplätze zur Verfügung stellen und die Kosten dafür grösstenteils übernehmen, zeichnet sich eine Trendwende hin zum Öffentlichen Verkehr ab: Durch finanzielle Anreize soll das Per­sonal vermehrt zur Benutzung von Bahn, Tram oder Bus gewonnen werden.
  • Aktienbeteiligungspläne: Trotz Klimaverschlechterung rund um die Börse in jüngster Vergangen­heit bleiben Aktienbeteiligungspläne und -optionen aktuell. Grund: Nicht wenige Firmen versuchen, qualifizierte Führungskräfte mit langfristigen Anreizsystemen an sich zu binden. Dabei wird ein Teil des Salärs an das Ergebnis gekoppelt. Je höher die Karrierestufe desto höher die Beteiligung an der langfristigen Entwicklung des Unternehmenswertes.

Vielleicht kennen Sie in Ihrem beruflichen Umfeld noch weitere Trends, welche den immer rascher werdenden Veränderungen in unserer Arbeitswelt noch gezielter Rechnung tragen. In jedem Fall sind Fringe Benefits keine «milden Gaben» des Unternehmens, sondern bringen auch diesem einen erheblichen Gewinn, der sich nicht unmittelbar in Franken berechnen lässt. Doch hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit hohem Leistungsvermögen stellen ein Kapital dar, dass nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Fringe Benefits können einen entscheidenden Faktor für ausserordentliche Leistungen darstellen!

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