Forecast: So gelingt die Planung

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Ein Forecast aktualisiert die ursprünglichen Plandaten, um bei dynamischen Marktverhältnissen eine aktuelle Informationsbasis für das Management zu schaffen. Im Gegensatz zum starren Budget erlaubt er die rechtzeitige Ergreifung von Massnahmen bei Planabweichungen und sichert so die Steuerungsrelevanz über das ganze Jahr hinweg. Unternehmen unterscheiden dabei zwischen dem herkömmlichen Jahresend-Forecast und dem flexibleren rollierenden Forecast.

Die wichtigsten Punkte:

  • Forecasts ersetzen nicht das Budget, sondern ergänzen es als dynamisches Steuerungsinstrument.
  • Der Jahresend-Forecast extrapoliert Ist-Daten und aktuelle Annahmen bis zum Jahresabschluss.
  • Der rollierende Forecast passt sich quartalsweise an und behält einen konstanten Planungshorizont bei.
01.12.2025 Von: Dr. Steffen Gross, Patrick Riepl
Forecast

Wie funktioniert ein Forecast und wann sollte ein rollierender Forecast eingesetzt werden?

Eine hohe Dynamik des wirtschaftlichen Umfeldes, in dem sich Unternehmen bewegen, führt dazu, dass Plandaten oftmals schnell veralten. Als Konsequenz verlieren die Plandaten an Steuerungsrelevanz für das Management, da mit alten Plandaten kein aktueller Ausblick über den Geschäftsverlauf zur Verfügung steht. Eine aktuelle Informationsbasis zur unterjährigen Steuerung von Unternehmen liefern dagegen Forecasts. Ein Forecast erlauben es, rechtzeitig Massnahmen bei Planabweichungen ergreifen zu können.

Der Forecast

In Zeiten zunehmenden Wettbewerbs und sich verkürzenden Produktlebenszyklen erschwert sich der gesamte Planungsprozess. Die Haltbarkeit getroffener Planungsprognosen sinkt und Budgets sind oftmals schon bei Verabschiedung (Genehmigung) durch das Management überholt und verlangen nach einer Überarbeitung.

Damit die grundsätzliche Basis für die Erfolgsmessung bestehen bleibt, werden Budgets nun in sehr seltenen Fällen, vor allem bei extern unvorhersehbaren Einflüssen, angepasst. Nur so kann die unternehmensinterne Zielmessung (MBO) beibehalten werden, welche oft Bestandteil der variablen Vergütungsbestandteile des Managements ist.

Trotzdem ist es zum Zwecke der Unternehmenssteuerung unerlässlich, die aktualisierten Prämissen in die Planung einfliessen zu lassen, um abschätzen zu können, in welchem Mass das Budget zum Jahresende erreicht wird (Zielerreichungsgrad). Um unterjährigen Veränderungen Rechnung zu tragen, hat sich daher in vielen Unternehmen, neben dem Budgetprozess, ein zusätzlicher Forecast-Prozess etabliert. Veränderungen, die im Verlauf des Planjahres voraussichtlich eintreten werden oder bereits absehbar sind, werden berücksichtigt und fliessen über den Forecast in das Planungssystem ein. In der Praxis werden zwei Forecast-Typen unterschieden, der traditionelle Jahresend-Forecast und der rollierende Forecast.

Der herkömmliche Forecast gibt Auskunft darüber, welches Ergebnis zum Jahresende voraussichtlich erzielt wird. Es handelt sich um ein aktualisiertes Budget für das Restjahr. Es setzt sich aus der Summe der aufgelaufenen Ist-Daten und einer aktualisierten Planung der restlichen Monate bis zum Jahresende zusammen. Dies geschieht, indem die noch ausstehenden Monate auf Basis der aktuellsten Annahmen und Prämissen extrapoliert werden. Der Planungshorizont des klassischen Forecast endet folglich mit dem Jahresende.

Checkliste

  • Prüfen, ob das aktuelle Budget bereits bei Verabschiedung überholt ist.
  • Entscheiden, ob ein Jahresend-Forecast oder ein rollierender Forecast besser zur Branchendynamik passt.
  • Sicherstellen, dass Ist-Daten aktuell und vollständig im Planungssystem vorliegen.
  • Festlegen der Frequenz für die Forecast-Erstellung (z. B. quartalsweise als Best Practice).
  • Klären, wie der Forecast mit der variablen Vergütung und MBO-Zielen verknüpft wird.
  • Definieren der zu berücksichtigenden externen und internen Prämissen.
  • Etablieren eines separaten Forecast-Prozesses neben dem klassischen Budgetprozess.
  • Sicherstellen, dass der Planungshorizont bei rollierenden Forecasts mindestens ein ganzes Geschäftsjahr umfasst.
  • Einrichten von Vergleichsmöglichkeiten für gleiche Quartale unterschiedlicher Jahre bei saisonalen Branchen.

Der rollierende Forecast stellt im Vergleich zum herkömmlichen Forecast keine ausschliessliche "Hochrechnung" auf das Jahresende dar. Er passt sich in regelmässigen Abständen an den aktuellsten Informationsstand an und umfasst einen immer gleichbleibenden Betrachtungszeitraum. Eine quartalsweise Erstellung wird dabei als "Best Practice" erachtet. Gebräuchlich ist die Erstellung des rollierenden Forecasts für die nächsten fünf bis sechs Quartale. Die Planung erfolgt also losgelöst vom Geschäftsjahr, umfasst dennoch immer mindestens ein ganzes Geschäftsjahr. Zusätzlich lassen sich gleiche Quartale unterschiedlicher Jahre vergleichen (z.B. Quartal 1 von Planjahr 1 mit Quartal 1 von Planjahr 2), was vor allem bei dynamischen, saisonalen Branchen von grossem Interesse sein kann (Horvath & Partners, S. 196).

FAQ: Forecast

Warum reicht das Budget für die Unternehmenssteuerung nicht aus?

Budgets sind oft bei der Verabschiedung durch das Management bereits überholt, insbesondere bei kurzer Produktlebensdauer und hohem Wettbewerbsdruck. Sie dienen primär der Zielmessung (MBO) und werden selten angepasst, um die interne Zielsetzung stabil zu halten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Jahresend-Forecast und einem rollierenden Forecast?

Der Jahresend-Forecast ist eine Hochrechnung bis zum Jahresende und endet dort. Der rollierende Forecast passt sich in regelmässigen Abständen (z. B. quartalsweise) an und umfasst immer einen gleichbleibenden Zeitraum (z. B. die nächsten 5–6 Quartale), unabhängig vom Geschäftsjahr.

Wie oft sollte ein rollierender Forecast erstellt werden?

Als Best Practice gilt eine quartalsweise Erstellung. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung an neue Informationen und erlaubt zudem sinnvolle Vergleiche gleicher Quartale über verschiedene Jahre hinweg.

Welche Daten fliessen in einen Forecast ein?

Ein Forecast setzt sich aus den bereits aufgelaufenen Ist-Daten und einer aktualisierten Planung der restlichen Perioden zusammen, die auf Basis der aktuellsten Annahmen und Prämissen extrapoliert werden.

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