12.12.2018

Cashflowkennzahlen: Wichtige Kennzahlen zur finanziellen Situation

Es gibt eine grosse Anzahl von Kennzahlen, die zur Beurteilung der finanziellen Situation eines Unternehmens anhand der Geldflussrechnung beurteilt werden können. Durch die Bildung von Cashflowkennzahlen können zusätzliche Informationen gewonnen werden.

Von: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch  DruckenTeilen Kommentieren 

Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch

Thomas Rautenstrauch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Accounting und Controlling sowie Leiter des Center for Accounting & Controlling an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Weiterhin ist er als Gastprofessor für Management Accounting im Executive MBA des Institute for Management in Technology (iimt) an der Universität Fribourg tätig. Thomas Rautenstrauch ist Autor von mehreren Fachbüchern und zahlreichen Artikeln in Fachzeitschriften und in der Wirtschaftspresse.

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Cashflow-Analyse

Folgende Kennzahlen werden in der Praxis angewendet:

 

1. Cashflow-Marge

  Cashflow x 100
––––––––––––––––     = x %
     Umsatz

Die Cashflow-Marge misst den Cashflow in % des Umsatzes, zeigt also an, wie viel des Umsatzes unter dem Strich als Geldzufluss verbleibt.

Je höher die Cashflow-Marge, desto grösser ist bei gegebenem Umsatz die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens.
 

2. Gewinn-Cashflow-Verhältnis

   Gewinn x 100
––––––––––––––––     = x %
     Cashflow

Das Gewinn-Cashflow-Verhältnis misst den Gewinn in % des Cashflow.

Die direkte Berechnung des Cashflow zeigt die Ursachen der Liquiditätsveränderung auf, die indirekte Berechnung hingegen gibt Anhaltspunkte über die Verwendung des Cashflow.

Diese Kennzahl ist Bestandteil der Komponentenanalyse des Cashflow, bei der die «Qualität» der Zusammensetzung des Cashflow analysiert werden soll. Diese Kennzahl wird stark durch die Branche und die Bildung bzw. Auflösung stiller Reserven beeinflusst.
 

3. Cashflow-Investitions-Verhältnis

    Cashflow x 100
–––––––––––––––––––     = x %
   Nettoinvestitionen

Das Cashflow-Investitions-Verhältnis misst den Cashflow in % der Nettoinvestition.

Diese Kennzahl gibt an, wieweit die Unternehmung in der Lage ist, die Nettoinvestitionen aus dem Cashflow zu finanzieren.

Je höher der Innenfinanzierungsgrad, desto besser ist die Ertragskraft und desto unabhängiger ist die Unternehmung gegenüber den Kapitalgebern.

Ist das Cashflow-Investitions-Verhältnis grösser als 100%, ist ein Free Cashflow erwirtschaft et worden, der für Rückzahlung von Schulden, Dividendenzahlungen verwendet werden kann.

 

4. Verschuldungsfaktor

   Effektivverschuldung x 100
–––––––––––––––––––––––––––    = x Mal Jahre oder andere Zeiteinheit
            Cashflow

Hinweis

*Effektivverschuldung           kurzfristiges Fremdkapital
                                  - liquide Mittel
                                  - kurzfristige Forderungen
                                ––––––––––––––––––––––––––––
                                  Effektivverschuldung

 

Der Verschuldungsfaktor misst das Verhältnis zwischen der Effektivverschuldung und dem Cashflow.

Der Verschuldungsfaktor gibt an, wie viel Mal der Cashflow erarbeitet werden muss, bis die Effektivverschuldung getilgt ist.

Bei grossen Unternehmungen wird ein Verschuldungsfaktor von 3 als sehr gut, bis 5 als noch gut bezeichnet.

Der Verschuldungsfaktor ist in der Praxis sehr beliebt. Er eignet sich vorzüglich zur Insolvenzprognose.
 

5. Cash-burn-Rate

           Flüssige Mittel
–––––––––––––––––––––––––––    = Jahre (bzw. andere Zeiteinheiten)
           Cashdrain

Die «Geldverbrennungs-Rate» zeigt auf, wie lange es dauert, bis eine Unternehmung infolge negativen Cashflow ihre liquiden Mittel aufgebraucht hat und zahlungsunfähig wird. Diese Kennzahl ist vor allem bei Unternehmungen relevant, die über Jahre hinweg keine Cashflows erzielen konnten, weil sie an der Entwicklung neuer Produkte arbeiten und noch wenig oder gar keine Umsätze generieren konnten. (z.B. New-Economy-Unternehmungen, Biotechnologie etc.).
 

6. Zinsdeckungsfaktor

        Cashflow vor Zinsen
–––––––––––––––––––––––––––    = Faktor
               Zinsen

Der Zinsdeckungsfaktor gibt an, wie gut die Fremdzinsen aus der Geschäftstätigkeit bezahlt werden können.

Abbildung: Praxisbeispiel

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