12.02.2018

Problemlösung: Was macht den Unterschied zwischen Problem- und Konfliktlösungen aus?

In der Regel unterscheiden Menschen unbewusst nicht zwischen «Problem» und «Konflikt», sondern werfen alles in den gleichen Topf. Zwischen den beiden Begriffen bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Das betrifft vor allem das Vorgehen bei der Behebung. Denn eine Problemlösung ist nicht dasselbe wie eine Konfliktlösung.

Von: Sue Rado, Rolf Rado   Drucken Teilen   Kommentieren  

Sue Rado

Sue Rado, eidg. dipl. Ausbildungsleiterin, ist Betriebsausbilderin und Performance Improvement Coach. Sie verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz aus verschiedenen Funktionen (Einkäuferin, Key Account Manager, Projektleiterin, Stv. Geschäftsleiterin, Schulungsleiterin) und ist Dozentin im Bereich Bildungs-Controlling. Als Selbstständige betreut sie viele unterschiedliche Firmen aus verschiedenen Branchen (Einführung/Umsetzung Personalentwicklung, Veränderungsprojekte, Kundenservice-Optimierungen) und gibt diverse Trainings im Bereich Führung, Verkauf/Kundendienst und Teamentwicklungen. Ihre praxisnahen Trainings sind bekannt für hohe TeilnehmerInnen-Aktivität, den Einbezug aktueller Beispiele von den Teilnehmenden und die Abgabe vieler zusätzlicher, zeitsparender Hilfsmittel für den Alltag (Checklisten, Vorlagen).

Rolf Rado

Viele Jahre tätig als Manager von diversen Klein- und Mittelunternehmen (KMU), bis zu Grosskonzernen, heute Mitinhaber der Firma Axios. Er ist Berater, Trainer, Coach.

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Problemlösung

Vom Problem zur Problemlösung

Ein Problem ist eine ungelöste Sachfrage oder Aufgabe, die angegangen und geklärt werden muss, was im Moment jedoch aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, weil noch keine Problemlösung gefunden wurde.

Ihre Einstellung zählt

Um ein Problem zu lösen, muss man willens sein, das Problem auch wirklich lösen zu wollen. Das tönt zwar banal, ist es aber nicht. Im NLP (Neuro-Linguistisches-Programmieren) lernt man, wie man eine nachhaltige Problemanalyse durchführen kann. Eine der Fragen, die man stellen muss, ist: «Was ist der Vorteil, bzw. der Nutzen dieses Problems?»

Diese Frage zu stellen, braucht je nach Situation viel Mut! Und doch führt sie zu sehr aufschlussreichen Erkenntnissen. So kann es sein, dass z.B. jemand gesundheitlich angeschlagen ist, sein Vorteil liegt jedoch darin, dass er z.B. viel Aufmerksamkeit bekommt, dass er von gewissen Aufgaben entbunden ist, dass man in einem Bereich keine Verantwortung übernehmen muss etc.

Bemerkung: Es braucht SEHR viel Grösse, sich diese Vorteile selber einzugestehen!

Werfen wir noch kurz einen Blick in die Wirtschaft zum Thema «Problemlösung»: Hier erkennen wir rasch, dass ganze Wirtschaftszweige sehr gut davon leben, für andere die Probleme zu lösen bzw. einen Support dafür zu leisten. Was uns immer wieder erstaunt, ist, wie rasch und häufig externe Berater in Firmen geholt werden, um Situationsanalysen durchzuführen und neue Konzepte zu erstellen. Aufgaben, die aus unserer Sicht Aufgabe des Managements wären. Engagiert man jedoch Externe für solche Aufgaben, kann man elegant einen Teil des Risikos an Dritte delegieren, was gewisse Vorgesetzte sehr gerne machen. Schade – das sind viele ungenützte Chancen von Führungskräften, ihre Kompetenz, ihren Mut und ihre Weitsicht unter Beweis zu stellen!

Modell zur Problemlösung

Oft hilft auch eine gewisse Neugier und Experimentierfreudigkeit, um ein Problem zu lösen. Gute Problemlöser erkennt man auch an der Bereitschaft, von anderen zu lernen und kooperativ im Team zusammenarbeiten, denn oft findet man Problemlösungen gemeinsam schneller, besser und wirtschaftlicher. Ein gesundes Mass an Fehlertoleranz gehört ebenfalls zu guten Problemlösern, denn wer immer auf die perfekte Lösung hofft, wird selten ein Problem in nützlicher Zeit lösen. Zur Behebung von Problemen hat sich das Modell zur Problemlösung PALME bewährt:

  • P = Problem definieren
  • A = Analysieren
  • L = Lösung erarbeiten
  • M = Massnahmen umsetzen
  • E = Erfolg kontrollieren

Konflikt versus Problem

Ein Konflikt ist ein Streit oder eine Auseinandersetzung zwischen Menschen, die aus unterschiedlichen Zielvorstellungen resultieren. Dabei wird zwischen den zwei Konfliktarten Sach- und Wertekonflikt unterschieden:

  • Sachkonflikt: Bei Sachkonflikten streiten die Parteien um einen Sachverhalt. Die Wurzel eines Sachkonflikts liegt oft in einem ungelösten Problem – sie können jedoch auch sehr emotional geführt werden. Sachkonflikte lassen sich mit Toleranz, Respekt und dem Willen zur Problemlösung auf beiden Seiten meistens relativ einfach lösen.
  • Wertkonflikt: Wertekonflikte lassen sich viel schwieriger lösen als Sachkonflikte, weil es hier um ganz persönliche, tiefe Überzeugungen geht, die wir nicht so ohne weiteres aufgeben. Meist begleiten uns diese Werte schon lange Zeit, und es geht um ganz viele Gefühle und unsere Persönlichkeit. Wertekonflikte werden manchmal auch von sehr egozentrischem Verhalten und dogmatischer Einstellung dominiert, die aus unterschiedlichen Weltbildern entstehen. Wozu das führen kann, zeigt sich, wenn man die Zeitungen liest.

Noch schwieriger wird es dann, wenn Wertekonflikte als Sachkonflikte getarnt werden. Das zeigt sich im Alltag dadurch, dass zwei Personen sich wegen einer sachlichen Kleinigkeit extrem lange und heftig streiten können. Sie nützen also quasi einen Sachverhalt, um den dahinter liegenden Wertekonflikt auszutragen. Dies kann dann vorkommen, wenn jemand Angst davor hat, das Gesicht zu verlieren oder zu viel von sich preis zu geben, oder jemand auch sehr konfliktscheu ist. Es kann auch jemand Wertekonflikte mit sich selbst herumtragen. Das geschieht beispielsweise dann, wenn er in seinem Job Werte leben muss, die ihm widerstreben, also seine Grundwerte verletzen. Dies erzeugt Stress und kann längerfristig zu Krankheit führen. Dann gibt es auch «interne» Wertekonflikte, wenn z.B. einer Ihrer Werte «Gesundheit», ein anderer Wert «Bequemlichkeit» ist – wer siegt dann wohl, wenn Sie abends entscheiden müssen, was Sie machen …?

Fazit und praktische Tipps

Ob Problem oder Konflikt – eine grundsätzlich positive Einstellung hilft bei der Problemlösung enorm. Wer immer und überall Probleme und Konflikte sieht und davor Angst hat, der wird permanent Probleme und Konflikte anziehen. Das nennt man dann «selbst erfüllende Prophezeiung»!

Unser Tipp:

  • Unterscheiden Sie zwischen Problemen und Konflikten.
  • Achten Sie darauf, dass die wahren Auslöser von Konflikten ans Tageslicht kommen. Stellen Sie sich auch unbequemen Fragen!
  • Als Problemlöser sind Sie immer gefragt – arbeiten Sie daher an Ihrer Problem- und Konfliktlösungs-Kompetenz.
  • Üben Sie sich darin, positiv an die Lösung von Problemen und Konflikten heranzugehen.
  • Bedenken Sie: «Probleme sind Chancen in Arbeitskleidung.»

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