Konfliktsituation: Konflikte erfolgreich analysieren und beheben
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Konflikte im Berufsalltag sind unvermeidlich und zeigen sich oft in Leistungsabfall oder gestörter Zusammenarbeit. Statt Schuldzuweisungen, die den Handlungsspielraum einschränken, ermöglicht die 1-2-3-Strategie eine Neubewertung der Situation. Durch die Unterscheidung zwischen auslösendem Ereignis, eigener emotionaler und kognitiver Bewertung sowie den daraus resultierenden Handlungsimpulsen gewinnen Betroffene Kontrolle zurück. Ein zweiter Durchlauf mit alternativen Deutungen und Perspektivenwechsel fördert den Dialog und schafft die Basis für teamweite Lösungen.
Die wichtigsten Punkte:
- Konflikte führen oft zu innerer Kündigung und schlechter Arbeitsatmosphäre, wenn sie nicht aktiv bearbeitet werden.
- Die 1-2-3-Strategie hilft, die eigene Schuldzuweisung zu erkennen und durch eine neutrale Betrachtung zu ersetzen.
- Ein Perspektivenwechsel in die Schuhe des anderen ist essenziell, um die komplexe Realität im Team zu verstehen.
- Gemeinsam erarbeitete Bedürfnisse und neue Regeln verhindern die Wiederholung ähnlicher Konflikte.

Passende Arbeitshilfen
Wie können Konflikte im Team mit der 1-2-3-Strategie erfolgreich analysiert und gelöst werden?
Konflikte, immer dieser Konflikte
Konflikte gehören zum Berufsalltag. Leider. Nicht immer werden sie als solche sofort erkannt. Vielleicht gibt es Spannungen im Team. Vielleicht gab es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Teammitgliedern. Vielleicht Wortgefechte, Schwierigkeiten oder subtile Aggressionen. Konflikte haben viele Gesichter.
Doch, wie auch immer der Konflikt aussehen mag, Auswirkungen zeigen sich immer:
- Leistungsabfall
- Missstimmungen
- Verschlechterung der Arbeitsatmosphäre
- Unbehagen
- Verlust des Wohlbefindens
- Verärgerung, Wut oder Zorn
- Behinderungen in der Zusammenarbeit
- Unsicherheit
- Skepsis gegenĂĽber dem/den Teammitgliedern
- Frust bis hin zur inneren KĂĽndigung
- undundund…
Der Konflikt – und Sie
Konflikte, wie gross oder klein sie sein mögen, sind somit keine Lappalie. Und dies wissen Sie. Jeder Konflikt, den Sie er- und durchleben, löst etwas in Ihnen aus. Nicht allein Unbehagen oder Frust, sondern verständlicherweise auch das starke Bedürfnis: Der Konflikt möge sich auflösen.
Sie wünschen sich eine Konfliktlösung. Eine Lösung, die Sie erst einmal ganz automatisch im Aussen suchen. Denn der Konflikt wurde für Sie durch – beispielsweise -
- eine Äusserung,
- Nichteinhalten der Deadline,
- falsche Informationen,
- schlechtes Zuarbeiten,
- undundund…
ausgelöst. Jemand aus dem Team ist „schuld“ – und deswegen ist das Teammitglied verantwortlich für eine Lösung zu sorgen.
Auf den ersten Blick mag dies zutreffen. Auf den zweiten allerdings nicht. Durch die „Schuldzuweisung“ geben Sie Ihren Handlungsspielraum ab – und machen sich eigentlich zum Opfer. Keine angenehme Position. Gleichzeitig berauben Sie sich auch der Möglichkeit, das Geschehen – also beispielsweise das Nichteinhalten der Deadline – neu wahrzunehmen und zu bewerten, um so den Konflikt (für sich) zu reduzieren, gar zu wandeln.
Den Konflikt einmal „neu“ betrachten: Die 1-2-3-Strategie
Holen Sie sich also Ihren Handlungsspielraum zurück. Lernen Sie, den erlebten Konflikten andere Bewertungen zu geben. Mit der 1-2-3-Strategie erhalten Sie eine andere Konfliktperspektive. Beste Voraussetzungen für die Lösung – auch die Teamlösung.
| Konflikte reduzieren mit der 1-2-3-Strategie: Die erste Runde | ||
| Konfliktebene 1 | Das auslösende Ereignis | Emma sollte die Daten für die Präsentation auswerten und vorbereiten., Trotz Nachfrage erst 3 Tage nach vereinbarter Deadline unzureichende Auswertung erhalten. |
| Konfliktebene 2 | Bewertung emotional kognitiv | Emotional: „Bin wütend, weil sie mich so hängen lässt und schlecht abliefert.“ Kognitiv: „Sie interessiert sich nicht für meine Arbeit. Sie verlässt sich immer darauf, dass ich ihre Fehler ausbügele.“ |
| Konfliktebene 3 | Handlungsfolgen Gefühl Körperempfinden Handlungsimpuls | Gefühl: Wut. Empörung. Fühle mich ausgenutzt. Körperempfinden: Herz rast. Hände ballen sich zu Fäusten. Stress. Handlungsimpuls: Maile die Auswertung mit scharfen Worten an sie zurück. Dieses Mal korrigiere ich nicht ihre Fehler. |
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