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Konfliktsituation: Konflikte erfolgreich analysieren und beheben

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Konflikte im Berufsalltag sind unvermeidlich und zeigen sich oft in Leistungsabfall oder gestörter Zusammenarbeit. Statt Schuldzuweisungen, die den Handlungsspielraum einschränken, ermöglicht die 1-2-3-Strategie eine Neubewertung der Situation. Durch die Unterscheidung zwischen auslösendem Ereignis, eigener emotionaler und kognitiver Bewertung sowie den daraus resultierenden Handlungsimpulsen gewinnen Betroffene Kontrolle zurück. Ein zweiter Durchlauf mit alternativen Deutungen und Perspektivenwechsel fördert den Dialog und schafft die Basis für teamweite Lösungen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Konflikte fĂĽhren oft zu innerer KĂĽndigung und schlechter Arbeitsatmosphäre, wenn sie nicht aktiv bearbeitet werden.
  • Die 1-2-3-Strategie hilft, die eigene Schuldzuweisung zu erkennen und durch eine neutrale Betrachtung zu ersetzen.
  • Ein Perspektivenwechsel in die Schuhe des anderen ist essenziell, um die komplexe Realität im Team zu verstehen.
  • Gemeinsam erarbeitete BedĂĽrfnisse und neue Regeln verhindern die Wiederholung ähnlicher Konflikte.
05.02.2026 Von: Brigitte Miller
Konfliktsituation

Wie können Konflikte im Team mit der 1-2-3-Strategie erfolgreich analysiert und gelöst werden?

Konflikte sind vielschichtig - und werden von jedem anders wahrgenommen und interpretiert. Um den Konflikt zu lösen, sollten diese Unterschiede fokussiert werden.

Konflikte, immer dieser Konflikte

Konflikte gehören zum Berufsalltag. Leider. Nicht immer werden sie als solche sofort erkannt. Vielleicht gibt es Spannungen im Team. Vielleicht gab es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Teammitgliedern. Vielleicht Wortgefechte, Schwierigkeiten oder subtile Aggressionen. Konflikte haben viele Gesichter. 

Doch, wie auch immer der Konflikt aussehen mag, Auswirkungen zeigen sich immer: 

  • Leistungsabfall
  • Missstimmungen
  • Verschlechterung der Arbeitsatmosphäre
  • Unbehagen
  • Verlust des Wohlbefindens
  • Verärgerung, Wut oder Zorn
  • Behinderungen in der Zusammenarbeit
  • Unsicherheit
  • Skepsis gegenĂĽber dem/den Teammitgliedern
  • Frust bis hin zur inneren KĂĽndigung
  • undundund…

Der Konflikt – und Sie

Konflikte, wie gross oder klein sie sein mögen, sind somit keine Lappalie. Und dies wissen Sie. Jeder Konflikt, den Sie er- und durchleben, löst etwas in Ihnen aus. Nicht allein Unbehagen oder Frust, sondern verständlicherweise auch das starke BedĂĽrfnis: Der Konflikt möge sich auflösen. 

Sie wĂĽnschen sich eine Konfliktlösung. Eine Lösung, die Sie erst einmal ganz automatisch im Aussen suchen. Denn der Konflikt wurde fĂĽr Sie durch – beispielsweise - 

  • eine Ă„usserung,
  • Nichteinhalten der Deadline,
  • falsche Informationen,
  • schlechtes Zuarbeiten,
  • undundund…

ausgelöst. Jemand aus dem Team ist „schuld“ – und deswegen ist das Teammitglied verantwortlich für eine Lösung zu sorgen.

Auf den ersten Blick mag dies zutreffen. Auf den zweiten allerdings nicht. Durch die „Schuldzuweisung“ geben Sie Ihren Handlungsspielraum ab – und machen sich eigentlich zum Opfer. Keine angenehme Position. Gleichzeitig berauben Sie sich auch der Möglichkeit, das Geschehen – also beispielsweise das Nichteinhalten der Deadline – neu wahrzunehmen und zu bewerten, um so den Konflikt (fĂĽr sich) zu reduzieren, gar zu wandeln. 

Den Konflikt einmal „neu“ betrachten: Die 1-2-3-Strategie

Holen Sie sich also Ihren Handlungsspielraum zurĂĽck. Lernen Sie, den erlebten Konflikten andere Bewertungen zu geben. Mit der 1-2-3-Strategie erhalten Sie eine andere Konfliktperspektive. Beste Voraussetzungen fĂĽr die Lösung – auch die Teamlösung. 

 

Konflikte reduzieren mit der 1-2-3-Strategie: Die erste Runde  
Konfliktebene 1Das auslösende EreignisEmma sollte die Daten fĂĽr die Präsentation auswerten und vorbereiten., Trotz Nachfrage erst 3 Tage nach vereinbarter Deadline unzureichende Auswertung erhalten. 
Konfliktebene 2

Bewertung

emotional

kognitiv  

Emotional: „Bin wütend, weil sie mich so hängen lässt und schlecht abliefert.“

Kognitiv: „Sie interessiert sich nicht für meine Arbeit. Sie verlässt sich immer darauf, dass ich ihre Fehler ausbügele.“

Konfliktebene 3

Handlungsfolgen

GefĂĽhl

Körperempfinden

Handlungsimpuls

Gefühl: Wut. Empörung. Fühle mich ausgenutzt.

Körperempfinden: Herz rast. Hände ballen sich zu Fäusten. Stress.

Handlungsimpuls: Maile die Auswertung mit scharfen Worten an sie zurĂĽck. Dieses Mal korrigiere ich nicht ihre Fehler.  

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