Zielvereinbarungsgespräch: So bereiten Sie sich richtig vor

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Zielvereinbarungsgespräche sind ein zentrales Instrument des Führens mit Zielen (MbO), das die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter stärkt. Damit diese Gespräche nicht zu ineffizienten Plauderstunden verkommen, ist eine strukturierte Vorbereitung beider Seiten entscheidend. Der Fokus liegt auf der gemeinsamen Klärung von Zielen und deren Begründung, während das konkrete Vorgehen weitgehend vom Mitarbeiter bestimmt wird.

Die wichtigsten Punkte:

  • Zielvereinbarungen dienen der Eigenverantwortung, nicht der Disziplinierung.
  • Klären Sie gemeinsam das «Was» und «Warum», überlassen Sie das «Wie» dem Mitarbeiter.
  • Nutzen Sie mindestens 14 Tage Vorbereitungszeit für beide Seiten.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Ziele messbar und realistisch sind.
  • Erstellen Sie nach jedem Gespräch ein kurzes Protokoll als Basis für die Zukunft.
16.07.2026 Von: WEKA Redaktionsteam
Zielvereinbarungsgespräch

Wie bereiten Führungskräfte ein wirksames Zielvereinbarungsgespräch vor?

Zielvereinbarungsgespräche sind in den meisten Betrieben gang und gäbe. In manchen Unternehmen sind sie ein hochwirksames Führungsinstrument, in anderen nicht mehr als ineffiziente Plauderstunden. Damit Ihr Zielvereinbarungsgespräch Früchte trägt, sollten Sie folgendes beachten.

Wichtiges Führungsinstrument

Das Zielvereinbarungsgespräch gehört zu den wichtigsten Führungsinstrumenten. Dabei vereinbaren Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsam Ziele und daraus resultierende Leistungsbeiträge. Auf dieser Grundlage bewertet der Vorgesetzte die Leistungen der einzelnen Mitarbeiter.

Inzwischen sind Zielvereinbarungsgespräche in den meisten Betrieben üblich geworden. Das hängt mit dem Wandel der Arbeitnehmer und neuen Management–Konzepten zusammen. Das Führen mit Zielen (MbO) hat an Bedeutung gewonnen und somit auch das Zielvereinbarungsgespräch, das auf dem MbO basiert.

Sie sind ein gutes Mittel, um die Eigenverantwortlichkeit Ihrer Mitarbeiter weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter klären Sie das "Was" und "Warum/ Wozu" der Ziele. Die Frage nach dem "Wie" - das konkrete Vorgehen zur Zielerreichung - sollte dabei weitgehend von Ihrem Mitarbeiter beantwortet werden.

Im Zielvereinbarungsgespräch sollten Sie folgendes klären:

  • Zielvorgaben
  • Schritte und Massnahmen zur Zielerreichung
  • Handlungsspielraum/Kompetenzen des Mitarbeiters
  • Welche Unterstützungsmassnahmen von Seiten des Vorgesetzten sind nötig
  • Termin des nächsten Zielvereinbarungsgesprächs

Kein Disziplinierungsinstrument

Ein Zielvereinbarungsgespräch ist ein Führungs-, aber kein Disziplinierungsinstrument. Nur wenn es in einer Atmosphäre gegenseitiger Offenheit und Kooperation abläuft, kann es seine Wirkung voll entfalten. Je besser Sie auf die Gespräche mit den einzelnen Mitarbeitern vorbereitet sind, desto erfolgreicher werden diese verlaufen.

Checkliste

  • Termin mindestens 14 Tage im Voraus mit dem Mitarbeiter vereinbaren.
  • Mitarbeiter auffordern, eigene Ziele und benötigte Ressourcen eine Woche vorab einzureichen.
  • Vorgelegte Zielvorschläge des Mitarbeiters sorgfältig analysieren.
  • Rückmeldungen von Kollegen, unterstellten Mitarbeitern und der Personalabteilung einholen.
  • Eigene Zielvorschläge erst nach Erhalt aller Informationen ausarbeiten.
  • Prüfen, ob die vereinbarten Ziele messbar und realistisch sind.
  • Klärung der nötigen Handlungsspielräume und Kompetenzen vorbereiten.
  • Überlegen, welche Unterstützungsmassnahmen vom Vorgesetzten nötig sind.
  • Termin für das nächste Zielvereinbarungsgespräch festlegen.
  • Vorbereitung auf ein kurzes Protokoll der getroffenen Vereinbarungen.

Bereiten Sie sich gründlich darauf vor

Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern spätestens 14 Tage im Voraus Termine für Ihre Zielvereinbarungsgespräche. Diese Zeit sollten beide Seiten nutzen, um sich ausgiebig vorzubereiten:

  • Lassen Sie Ihre Teammitglieder selbst die Ziele erarbeiten, die sie im kommenden Jahr erreichen wollen und sollen, diese begründen und darlegen, welche Ressourcen sie dazu brauchen.
  • Bitten Sie darum, dass Ihnen das Ergebnis der Überlegungen eine Woche vor dem Termin vorgelegt wird, damit Sie es in Ruhe analysieren können.
  • Holen Sie sich auch Informationen von Kollegen, gegebenenfalls unterstellten Mitarbeitern und der Personalabteilung ein, um ein rundes Bild von der betreffenden Person zu bekommen. Arbeiten Sie erst danach Ihre eigenen Zielvorschläge aus.

Von jedem Gespräch sollte ein kurzes Protokoll mit den getroffenen Vereinbarungen erstellt werden. Dieses Protokoll erleichtert auch den Einstieg in das nächste Zielvereinbarungsgespräch und gibt die Möglichkeit das Vereinbarte nachzulesen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Sie messbare und realistische Ziele setzen.

FAQ: Zielvereinbarungsgespräch

Ist ein Zielvereinbarungsgespräch ein Disziplinierungsinstrument?

Nein, es ist ausschliesslich ein Führungsinstrument. Es funktioniert nur in einer Atmosphäre gegenseitiger Offenheit und Kooperation und dient der Entwicklung der Eigenverantwortung.

Wie lange sollte die Vorbereitungszeit sein?

Es wird empfohlen, Termine mindestens 14 Tage im Voraus zu vereinbaren, damit sich sowohl Führungskraft als auch Mitarbeiter ausgiebig vorbereiten können.

Wer bestimmt das «Wie» der Zielerreichung?

Das konkrete Vorgehen zur Zielerreichung sollte weitgehend vom Mitarbeiter beantwortet werden, während Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsam das «Was» und «Warum» klären.

Warum ist ein Protokoll wichtig?

Ein kurzes Protokoll dokumentiert die getroffenen Vereinbarungen, erleichtert den Einstieg in das nächste Gespräch und dient als Nachschlagewerk für das Vereinbarte.

Welche Kriterien sollten Ziele erfüllen?

Ziele müssen messbar und realistisch sein, um ihre Wirksamkeit im Rahmen des Zielvereinbarungsgesprächs voll entfalten zu können.

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