19.04.2016

Teamkonflikte: So gehen Sie erfolgreich mit Meinungsdifferenzen um

In einem Team mit unterschiedlichen Teammitglieder können schnell verschiedene Fronten entstehen, da die Sichtweise des Teamkollegen missverstanden oder als falsch bewertet wird. Um jetzt einen gemeinsamen Lösungsraum zu schaffen, sollten die positiven Absichten im Gedankengang des anderen entdeckt werden. Denn so werden positive Intentionen erkannt: Seinem Verhalten liegen ja ähnliche Grundmotive zugrunde wie meinem eigenen.

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Teammitglied

Vorteile sind schnell auch mal Nachteile für das Team

Die grossen Vorteile eines jeden Teams sind die unterschiedlichen Teammitglieder mit ihren Fähigkeiten, Kompetenzen und Sichtweisen, die sie mit ins Team bringen. Denn diese Verschiedenartigkeit bereichert den Arbeitsprozess und die Zusammenarbeit. Allerdings wandelt sich genau dieser Vorteil bei Teamdifferenzen zu einem Nachteil. Da nun «plötzlich» die andere Sichtweise des Teamkollegen als störend und behindernd bei der Suche nach einer Lösung wahrgenommen wird.

Oft genug wird diese Störung auch in Form von Du-Botschaften verbalisiert »Wie kannst du nur diese Auffassung vertreten? Siehst du den nicht, dass…» oder «Welche abwegige Idee. Würden wir deinem Vorschlag folgen, würde alles nur noch schlimmer werden». Diese Aussagen tragen wenig dazu bei, das Problem zu entschärfen und zu lösen, da sich der Teamkollege durch solche Aussagen zu Recht angegriffen fühlen wird. Und so ergibt ein Wort das andere. Dabei entfernen sich die Beteiligten immer mehr vom eigentlichen Thema, so dass die Lösungssuche immer schwerer wird.

Damit dieser negative Problem-Lösungs-Kreislauf durchbrochen werden kann, sollte der Nachteil wieder zu einem Vorteil werden: Die Verschiedenartigkeit bewusst als Bereicherung wahrnehmen – gerade bei Teamdifferenzen und -konflikten. Damit dies gelingt, sollte im Umgang miteinander eine neue Teamregel verinnerlicht und gelebt werden: Das Erkennen der positiven Intentionen.

Die positive Intention zu erkennen wird zu einer Herausforderung

Allerdings fordert die Annahme, der Teamkollege verfolge mit seiner Sichtweise eine positive Absicht, natürlich im ersten Moment erst einmal heraus. Es fällt schwer, in der «abwegigen Idee» oder der «absurden Auffassung» eine die Situation bejahende, zustimmende und aufbauende Zielrichtung zu erkennen. Denn da der eigene Blickwinkel ja bereits eine Be- und Abwertung der Meinung des Teamkollegen vorgenommen hat, ist die eigene Perspektive nur in eine Richtung ausgerichtet: Der negativen.

Dadurch sollte sich jedoch der Einzelne, noch Sie als Teamleiter oder als Führungskraft abschrecken lassen. Akzeptieren Sie den aufkommenden Widerstand als natürliche Reaktion auf einen Blickwinkel, der gerade bei Problemen und/oder Konflikten ungewohnt und unvertraut ist. Führen Sie stattdessen das Team Schritt für Schritt durch den Prozess, des Erkennens der positiven Intentionen.

Positive Absichten entdecken und so Teamdifferenzen nachhaltig lösen

Geben Sie sich für die Durchführung des Prozesses ausreichend Zeit. Abhängig von der Grösse des Teams bzw. der Anzahl der Beteiligten am Problem sollten Sie zwischen 30 bis 60 Minuten einkalkulieren.

Schritt 1: Das Problem und die Sichtweisen benennen

Notieren Sie auf einer Pinnwand das Problem. Erstellen Sie darunter eine Tabelle, in der Sie in die oberste Zeile die Namen der einzelnen Teammitglieder eintragen. Fragen Sie nun die Sichtweise von jedem Teammitglied ab. Skizzieren Sie diese stichwortartig unter seinem Namen. Stoppen Sie dabei Kommentare der anderen Teamkollegen, die vielleicht die eine oder andere Sichtweise abwerten wollen.

Schritt 2: Die positive Absicht offenlegen

Greifen Sie nun eine Sichtweise, die alle irritiert, heraus. Oder Sie analysieren die Sichtweisen der Kontrahenten, die den Negativeffekt weiterhin am Leben erhalten. Notieren Sie die jeweilige Sichtweise auf einem neuen Pinnwandbogen, so dass Sie ausreichend Platz haben, um die Antworten dazuschreiben zu können. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, sich die positive Intention des Teamkollegen zu erarbeiten, indem Sie Fragen stellen:

An das einzelne Teammitglied, der die Sichtweise des Kollegen nicht nachvollziehen kann:

  • Angenommen Ihr Kollege verfolgt mit seiner Sichtweise oder seinem Verhalten eine positive Absicht, welche positive Absicht könnte dies Ihrer Meinung nach sein?
  • Wofür ist diese Sichtweise in diesem Kontext gut?
  • Wofür ist es gut, dass sich der Teamkollege genauso verhält, wie er sich verhält?

An das gesamte Team:

  • Auf welche Weise ist diese Sichtweise in unserem Umfeld dienlich?
  • Wie hilft seine Sichtweise weiter?
  • Welche positive Absicht verfolgt der Kollege wohl?
  • Worin liegt für Sie der Sinn in seiner Aussage?
  • Was wird durch diese Sichtweise bzw. dieses Verhalten erst möglich?
  • Welcher Denkansatz offenbart sich?
  • Wofür ist dieser wichtig?
  • Welches positive Prinzip verbirgt sich in seiner Aussage?

An denjenigen, der diese Sichtweise vertritt:

  • Welches positive Ziel wollen Sie mit dieser Sichtweise bzw. diesem Verhalten erreichen?
  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Was verfolgen Sie?
  • Was wollen Sie verhindern bzw. vermeiden?

Die Antworten auf diese Fragen ermöglichen es, die Grundmotive der einzelnen Sichtweisen oder des jeweiligen Verhaltens offenzulegen.

Schritt 3: Die Schnittmenge der unterschiedlichen Teammitglieder erkennen

Bereits während Sie die positiven Intentionen erarbeiten, wird sich die Stimmung im Team wandeln. Die Teammitglieder werden sich entspannen, da nun «plötzlich» erkannt wird: «Der Teamkollege will ja gar nichts Böses».

Steigern Sie diesen Effekt, um die gemeinsame Lösungssuche anzukurbeln, indem Sie mit dem Team die Grundmotive der positiven Absichten wahrnehmen. Machen Sie auf diese Weise allen bewusst, dass es eine Schnittmenge in den unterschiedlichen Sichtweisen gibt. Stellen Sie auch hierfür gezielte Fragen – und notieren oder markieren Sie die Antworten auf der Pinnwand:

  • Welche Grundmotive stecken in den jeweiligen positiven Absichten?
  • Welche positiven Absichten haben die gleichen Grundmotive?
  • Welche sind dies?
  • Welche positiven Absichten haben ähnliche Grundmotive?
  • Welche sind dies?
  • Welche übereinstimmende Schnittmenge ist nun in den unterschiedlichen Sichtweisen erkennbar?
  • Was wird von allen verfolgt?
  • Welches Ziel haben alle angestrebt?

Auf diese Weise konzentriert sich jedes einzelne Teammitglied auf das Verbindende. Und dieser Fokus ermöglicht es natürlich jetzt, zusammen eine Lösung für die jeweilige Thematik zu entwickeln, die wirklich von allen getragen werden kann.

Schritt 4: Eine gemeinsame Richtung einschlagen

Bitten Sie nun die unterschiedlichen Teammitglieder aus den positiven Absichten und den dazugehörenden Grundmotiven, eine realisierbare Lösung zu entwickeln. Überlegen Sie zusammen mit dem Team:

  • was das Team bzw. das einzelne Teammitglied tun muss, um diese positive Absicht zu erfüllen.
  • welche Handlungsalternativen sich aus dieser positiven Absicht ableiten lassen, die die Lösung unterstützen.
  • welche Schritte eingeplant werden, damit die Lösung greift.

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