27.07.2016

Positive Unternehmenskultur: Lachende versus vergiftete Unternehmen

Selbst, wenn das zunächst alchemistisch klingt: Wo die Stimmung stimmt, da stimmen am Ende auch die Ergebnisse. Herrscht nämlich eine schlechte Stimmung, wird selten eine gute Dienstleistung daraus. Mitarbeiter sind ja keine Zauberer. Es ist schier unmöglich, eine negative Stimmung im Unternehmen in eine gute Stimmung beim Kunden zu verwandeln! Wo die Mitarbeiter verkümmern, werden kaum Kunden sein. Denn dicke Luft kann man spüren! Wo man sich unwohl fühlt, da geht man nie wieder hin, da kauft man nichts! Schlechte wie auch gute Laune sind ansteckend, das ist bekannt.

Von: Anne M. Schüller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Anne M. Schüller

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, zehnfache Buch- und Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing und ein kundenfokussiertes Management. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum. Sie ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen. Wenn es um das Thema Kunde geht, gehört sie zu den meistzitierten Experten. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der deutschen, österreichischen und schweizerischen Wirtschaft.

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positive Unternehmenskultur

Positive Unternehmenskultur bewirkt Wunder

Besondere zerebrale Nervenzellen, Spiegelneurone genannt, sind verantwortlich dafür. Sie lassen uns das, was andere fühlen, in einer Art innerer Simulation miterleben. So schlägt sich die Stimmung der Führungskräfte auf die Mitarbeiter und von dort unmittelbar auf die Stimmung der Kunden nieder. Die gute Nachricht dabei: Positive Gefühle springen besonders leicht auf andere über. Studien zeigten, dass glückliche Menschen uns um neun Prozent glücklicher machen, während unglückliche Menschen uns nur um sieben Prozent unglücklicher machen. Deshalb sollten Mitarbeiter viel zu lachen haben. Und den Funken der Begeisterung hüpfen lassen. Denn «lachende» Mitarbeiter und eine positive Unternehmenskultur machen ihren Kunden Lust (in Lust steckt lustig) aufs Kaufen. Und das merkt man dann spätestens beim Kassensturz.

Gute Laune als Wirtschaftsfaktor

Natürlich muss man in jedem Unternehmen an einer Menge Schrauben drehen, um schliesslich erfolgreich zu sein. Doch nicht über Druck und Angst, sondern auf Basis einer lachenden, positiven Unternehmenskultur funktioniert das am besten. Gute Stimmung fördert die Gesamtproduktivität und die Innovationskraft der Mitarbeiter. Die Krankheitstage sinken und die Fehlerhäufigkeit lässt nach. Die Mitarbeiter bleiben dem Betrieb länger treu, sodass weniger Kosten für die Suche und Einarbeitung der «Neuen» entstehen. Das Wissen bleibt im Unternehmen, Know-how-Schwund findet nicht statt. Und nicht zuletzt werden positiv gestimmte Mitarbeiter zu wertvollen Botschaftern im Draussen und stärken so den guten Ruf ihrer Firma.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass Geschäftserfolg und eine positive Unternehmenskultur korrelieren. So ist Google bekannt dafür, dass die Leute dort zwanzig Prozent ihrer Zeit «spielen» dürfen. Das heisst, dass sie an Projekten arbeiten, die sie interessieren und an denen sie Spass haben. Marissa Mayer, Google’s Vice President für Search Products, hat einmal alle Google-Innovationen nach ihrem Ursprung ausgewertet und dabei festgestellt, dass 50 Prozent aller neuen Google-Produkte aus dieser 20-Prozent-Zeit kamen.

Solche Beispiele werden oft belächelt oder als utopisch abgetan. Manager, die so denken, halten den Angst-Druck-Kontrolle-Mechanismus immer noch für die beste Wahl. Doch dieser Weg führt höchstens in die Mittelmässigkeit – und damit auf Dauer ins Aus. Absolute Exzellenz auf Spitzenniveau wird sehr viel eher in einem positiven Umfeld erreicht, vor allem dann, wenn die Anspruchslatte für alle hoch liegt. Denn wir Menschen, so der Verhaltensbiologe Felix von Cube, «sind nicht auf Schlaraffenland programmiert, sondern auf Leistung.»

Angst ist der grösste Erfolgskiller

Angst ist Gift für eine positiv Unternehmenskultur. Führungskräfte, die Spitzenleistungen wollen, versorgen ihre Mitarbeiter also besser mit positiven Kicks, anstatt ständig zu drohen. Mit Angst im Nacken kann man zwar ein kurzes Stück schneller laufen, aber nie langfristig besser denken. Angst verengt die Augen und sorgt für den gefürchteten Tunnelblick. In engen Köpfen können keine weiten Gedanken entstehen. Wer Angst hat oder sich minderwertig und in eine Statistenrolle gedrängt fühlt, reagiert darauf mit einem lähmenden Ohnmachtsgefühl. Ohnmächtig, also fremdbestimmt und ohne Macht zu sein, das macht uns klein. Hingegen blühen Mitarbeiter auf und beginnen, unternehmerisch zu handeln, wenn man ihnen ein positives Umfeld und Spiel-Raum im wahrsten Sinne des Wortes gibt.

Mit dem lustvollen Erreichen hoher Ziele flutet das Hirn unseren Körper nämlich mit Dopamin-Euphorie, was uns zunehmend leistungsfähig, im positiven Sinne auch risikobereit und siegesgewiss macht. Und es prämiert unseren Einsatz mit dem Aufbau von Millionen von Hochleistungsneuronen. Das betrifft insbesondere Kopfarbeiter. Denn auch Geistesblitze werden von Dopamin begleitet. Dies wiederum führt zu einer weiteren Aktivierung grosser Neuronenverbände und zu einer stärkeren Vernetzung der Lerninhalte.

Anhaltende Frustration hingegen sorgt dafür, dass Menschen ihren Ehrgeiz verlieren, weil die Dopamin-Produktion schliesslich verebbt. So sinken, wo Angst regiert, die Überlebenschancen am Markt. Denn Angst produziert keine besseren Leistungen, sondern Starre und Konformität. In solchermassen vergifteten Unternehmen herrscht eine beklemmende Atmosphäre mit strengen Vorschriften und scharfen Kontrollen, mit bohrenden Fragen und beissender Kritik. Zu weit über 50 Prozent seiner Zeit ist man dort mit sich selbst anstatt mit den Kunden beschäftigt.

Vergiftete Unternehmen werden sterben

In «vergifteten Organisationen» (Daniel Goleman) werden in grossem Stil menschliche Ressourcen und Talente verschwendet. Dort herrschen Intrigen und Machtkämpfe, da toben Eifersüchteleien und Missgunst. Dies führt zwangsläufig zu Argwohn und Leistungsabfall, zu Unfreundlichkeiten und häufigen Fehlern, zu angepasster Mittelmässigkeit, zu Lethargie, Frust und Fluktuation. «Wenn wir Angst haben, raschelt es überall», befand schon der weise Sophokles.

Angst, Neid und Misstrauen sind die grössten Feinde einer Erfolgskultur und somit auch Hindernisse für eine positive Unternehmenskultur. Sie sind vor allem dort verbreitet, wo ein starkes internes Konkurrenzdenken kultiviert wird. Das Jeder-gegen-Jeden-Prinzip produziert zwar möglicherweise imposante Einzelerfolge, entmutigt aber die Masse der Mitspieler. So wird am Ende die Mitarbeiter-Energie in destruktive Bahnen fehlgeleitet: Egoismus, Sabotage, Hinterhältigkeiten, Boykott von Anweisungen und Verhinderung von Wandel.

Auf diese Weise produzieren vergiftete Unternehmen initiativfreie Befehlsempfänger, die auf Sparflamme arbeiten, verschlossen sind und ihre Fehler vertuschen (müssen). Dort steckt alles im Panzer von Standards und Normen. Die Folge: lähmende Bürokratie, ängstliche Führungskräfte und verängstigte Mitarbeiter. Und ganz am Ende Kunden, die schnellstens das Weite suchen. Weil in vergifteten Unternehmen keine grossen Würfe gelingen können. So ist es als erstes die Angst, die aus den Unternehmen verschwinden muss.  

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