Leben und Arbeiten in Deutschland: Tipps für die Wohnungssuche für Expats
Inhalt
- Wie finden Expats aus der Schweiz die passende Wohnung in Deutschland und was ist bei der Suche zu beachten?
- In Sachsen lebt es sich am günstigsten, Hamburg ist am teuersten
- Das verlangen Vermieter in Deutschland von Ihnen
- Das erwartet Sie in einer typisch deutschen Mietwohnung
- Diese Punkte sollten in einem deutschen Mietvertrag stehen
- FAQ: Leben und Arbeiten in Deutschland
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Für Schweizer:innen, die nach Deutschland ziehen, eröffnet das Freizügigkeitsabkommen erleichterte Zugangsbedingungen, doch die Wohnungssuche bleibt eine zentrale Herausforderung. Während Städte wie München und Hamburg hohe Mietpreise aufweisen, bieten Regionen in Sachsen oder Thüringen deutlich günstigere Alternativen. Erfolgreich ist die Suche oft durch eine sorgfältige Vorbereitung der Unterlagen, die Nutzung lokaler Mietspiegel und die Flexibilität bei der Wohnform, etwa durch eine Wohngemeinschaft.
Die wichtigsten Punkte:
- Das Freizügigkeitsabkommen ermöglicht Schweizer:innen den zollfreien Umzug ohne zusätzliche Aufenthaltserlaubnisse.
- Mietpreise variieren stark: Von 6 €/m² in Sachsen bis 13 €/m² in Hamburg und bis zu 23 €/m² in München-Zentrum.
- Ein ordentliches Bewerbungs-Ordner-Set mit Schufa-Auskunft, Einkommensnachweis und Arbeitsvertrag ist für Vermieter unverzichtbar.
- Typische deutsche Mietwohnungen werden oft unmöbliert vermietet, wobei die Küche häufig vom Mieter selbst einzubauen ist.
- Die Anmeldung beim Bürgeramt ist innerhalb von zwei Wochen nach Einzug gesetzlich verpflichtend.

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Wie finden Expats aus der Schweiz die passende Wohnung in Deutschland und was ist bei der Suche zu beachten?
Ein Blick auf die Fakten zeigt, warum Leben und Arbeiten in Deutschland nicht nur mit der grössten Wirtschaft Europas und einer hervorragenden Arbeitsplatzsicherheit verbunden ist. Auch das Bildungssystem, geprägt durch erstklassige Universitäten und das weltweit gelobte duale Ausbildungssystem, zieht viele an. Dazu kommt ein Gesundheitssystem, das mit einer soliden Mischung aus öffentlichen und privaten Krankenkassen zu den besten weltweit zählt.
Doch bevor Sie in dieses Abenteuer starten, steht eine der grundlegendsten Fragen an: Wo werde ich wohnen? Der deutsche Wohnungsmarkt ist nämlich so facettenreich wie die Kultur des Landes selbst. Ein guter Startpunkt können Suchplattformen sein. Auf diesen Seiten werden nicht nur Wohnungen und Apartments in ganz Deutschland zur Miete angeboten, sondern die Suche auch mit benutzerfreundlichen Features erleichtert.
Das erwartet Sie als Expat in Deutschland und macht Leben und Arbeiten in Deutschland besonders attraktiv:
- Grösste Wirtschaft in Europa.
- Hohe Arbeitsplatzsicherheit.
- Durchschnittlich niedrigere Lebenshaltungskosten als in der Schweiz
- Gut entwickelter Sozialschutz.
- Keine Vermögenssteuer
- Starkes, flächendeckendes und preiswertes Universitätssystem
- Bundesweit anerkanntes duales Ausbildungssystem.
- Viele Grünflächen in Grossstädten.
- Führend im Bereich erneuerbare Energien.
- Effizientes öffentliches Verkehrssystem und gut entwickeltes Autobahnnetz
In Sachsen lebt es sich am günstigsten, Hamburg ist am teuersten
Wenn Sie nicht wegen Job oder Familie umziehen müssen, gleicht die Suche nach der idealen Wohnung in Deutschland der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. In vielen Städten, wie München, Hamburg oder Berlin herrscht Wohnungsnot und die Mieten sind überdurchschnittlich stark gestiegen. Doch seit 2022 sind alle deutschen Städte über 50.000 Einwohnern verpflichtet ihren Mietspiegel zu erstellen und jährlich zu aktualisieren. Ein Blick auf die Seite des Einwohnermeldeamtes Ihrer neuen Heimat lohnt sich daher. Nach den 2022 veröffentlichten Mietspiegeln variieren die durchschnittlichen Wohnungspreise zwischen 6 und 13 Euro pro Quadratmeter – ein wichtiger Aspekt, wenn es um Leben und Arbeiten in Deutschland geht.
Hier finden Sie ein Ranking aller deutschen Bundesländer:
- Sachsen & Sachsen-Anhalt: 6 €/m²
- Beide Bundesländer bieten die günstigsten Durchschnittsmieten in Deutschland.
- Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen: 7 €/m²
- Mecklenburg-Vorpommern: Bekannt für seine Seenplatte und Ostseeküste.
- Thüringen: Zentral gelegen mit kulturellen Highlights wie Wartburg und Weimar.
- Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Saarland: 8 €/m²
- Brandenburg: Umgibt Berlin und besitzt viele Naturgebiete.
- Saarland: Hoch grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitnehmern in der EU.
- Bremen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein: 9 €/m²
- Bremen: Eine der eigenständigen Stadtstaaten.
- Rheinland-Pfalz: Bekannt für seine Weinanbaugebiete.
- Schleswig-Holstein: Zugang zur Nord- und Ostsee.
- Baden-Württemberg, Hessen & Bayern: 11 €/m²
- Baden-Württemberg: Beheimatet den Schwarzwald und Bodensee.
- Hessen: Heimat des Finanzzentrums Frankfurt am Main.
- Bayern: Bekannt für die Alpen, Bier und das Oktoberfest.
- Berlin: 12 €/m²
- Die Hauptstadt erlebt steigende Mieten aufgrund hoher Nachfrage und begrenztem Wohnungsangebot.
- Hamburg: 13 €/m²
- Die teuersten Durchschnittsmieten Deutschlands finden sich in der Hafenstadt Hamburg.
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Doch halt? Heisst es nicht immer, München sei die Stadt mit den höchsten Mieten Deutschlands? Das stimmt, denn in der bayerischen Metropole werden zentrumsnah bis zu 23 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verlangt, Doch der durchschnittliche Mietspiegel im bayerischen Umland liegt nur zwischen 8 und 10 Euro pro Quadratmeter. Wenn Sie also nach München ziehen wollen, lohnt es sich, zu pendeln.
Was tun, wenn Sie wegen Ihres Arbeits- oder Studienplatzes im Herzen einer teuren Stadt, wie München oder Freiburg, nach Ihrer Traumwohnung suchen müssen? In teuren Städten, wo die Wohnungssuche besonders konkurrenzfähig sein kann, bietet das Leben in einer Wohngemeinschaft (WG) zahlreiche Vorteile. Sie sind kosteneffizienter und dabei oft schon möbliert oder teilmöbliert, was Ihren Umzug ebenfalls erleichtert. Ihre Mitbewohner und deren Freunde können zudem wertvolle Informationsquellen für verfügbare Wohnungen oder Zimmer sein. Persönliche Empfehlungen können bei der Wohnungssuche in einer grossen Stadt nämlich Gold wert sein.
Das verlangen Vermieter in Deutschland von Ihnen
Wenn Sie in Deutschland eine Wohnung suchen, stehen Ihnen einige bürokratische Hürden bevor, die es zu meistern gilt. Ein Punkt auf der Liste vieler Vermieter: die Schufa-Auskunft. Sie gibt Auskunft über Ihre Kreditwürdigkeit. Doch Vorsicht: Als Frischling in Deutschland stehen Sie möglicherweise noch mit leeren Händen da. Ein guter Plan B? Halten Sie alternative Belege für Ihre finanzielle Stabilität bereit.
Aber damit nicht genug: Ein Einkommensnachweis ist für die meisten Vermieter ein Muss. Und falls Sie gerade erst in Deutschland angekommen sind und einen neuen Job angetreten haben, tut's auch der Arbeitsvertrag.
Stolperstein Mietkaution: Vermieter dürfen bis zu drei Monatsmieten verlangen. Und haben Sie dann endlich Ihre Traumwohnung gefunden, müssen Sie auch schnell sein: Innerhalb von zwei Wochen sind Sie dazu verpflichtet, sich beim Bürgeramt Ihrer neuen Heimat anzumelden.
Ein kleiner Tipp: Sehen Sie die Wohnungssuche wie eine Bewerbung für einen neuen Job. Wenn Sie den Vermieter treffen, legen Sie alle Dokumente ordentlich in einem Ordner vor und bleiben beim förmlichen "Sie". Haustierbesitzer aufgepasst: Erwähnen Sie Ihre vier- oder zweibeinigen Mitbewohner unbedingt – oder noch besser, lassen Sie sie gleich selbst beim Gespräch mit dem Vermieter einen guten Eindruck hinterlassen.
Checkliste
- Recherchieren Sie den aktuellen Mietspiegel der Zielstadt beim Einwohnermeldeamt.
- Ordnen Sie Ihre finanziellen Belege: Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnungen oder Bankauszüge bereithalten.
- Beantragen Sie eine Schufa-Auskunft oder bereiten Sie alternative Bonitätsnachweise vor.
- Erstellen Sie ein Bewerbungs-Portfolio mit Lebenslauf und Referenzen in einem Ordner.
- Klären Sie, ob Sie eine möblierte Wohnung oder eine WG suchen, um Kosten und Aufwand zu reduzieren.
- Informieren Sie sich über die Unterschiede zwischen Kalt- und Warmmiete sowie inkludierten Nebenkosten.
- Prüfen Sie, ob Haustiere erlaubt sind und bereiten Sie entsprechende Nachweise vor.
- Planen Sie den Umzug so, dass die Anmeldung beim Bürgeramt innerhalb von 14 Tagen möglich ist.
- Untersuchen Sie Pendelmöglichkeiten, um in teuren Städten wie München günstigere Umlandwohnungen zu nutzen.
- Nutzen Sie Suchplattformen und lokale Netzwerke für persönliche Empfehlungen.
Das erwartet Sie in einer typisch deutschen Mietwohnung
In einer typisch deutschen Mietwohnung erwartet Mieter oft eine Überraschung: Sie ist nämlich leer, denn sie wird meistens unmöbliert vermietet! Während Sie sich darauf verlassen können, dass Waschbecken, Toilette und Bad stets vorhanden sind, sieht es in der Küche oft anders aus. Nicht selten müssen Sie diese selbst einbauen. Aber keine Sorge: Oftmals bieten Vormieter gegen eine Abschlagszahlung bereits vorhandene Möbel und Küchen an.
Ein erfrischendes Extra: Das Leitungswasser aus dem Kran können Sie deutschlandweit bedenkenlos trinken. Prost!
Diese Punkte sollten in einem deutschen Mietvertrag stehen
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, findet beim Mieterschutzbund vorgefertigte Modelle für Mietverträge zum Download. Doch Achtung: Ein Vertrag ohne Open-End-Klausel? Ein No-Go! Befristete Mietverträge sind rechtlich heikel. Will der Vermieter befristet vermieten, muss er Gründe wie einen geplanten Verkauf oder Selbstnutzung vor Vertragsunterzeichnung offenlegen. Nicht zu übersehen: Die Kontonummer des Vermieters ist ein Muss.
Und dann ist da noch die ewige Frage, ob Kalt- oder Warmmiete. Erstere kommt ohne Nebenkosten daher, während bei der Warmmiete zusätzliche Posten wie Wasser, Müllabfuhr oder Treppenhausreinigung berücksichtigt werden. Doch Vorsicht: Nicht immer ist auch der Strom inbegriffen. Daher gilt: Immer genau hinschauen und klären, welche Nebenkosten im Mietpreis stecken und welche hinzukommen.
Bildquelle: Anatolii Igolkin, Canva.com
FAQ: Leben und Arbeiten in Deutschland
Brauchen Schweizer:innen eine spezielle Genehmigung, um in Deutschland eine Wohnung zu mieten?
Nein, dank des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der EU benötigen Schweizer:innen keine besondere Arbeitserlaubnis oder Aufenthaltserlaubnis, um eine Wohnung zu mieten.
Was kostet eine Wohnung in Deutschland im Durchschnitt?
Die Kosten variieren stark je nach Region. Während Sachsen und Sachsen-Anhalt mit rund 6 €/m² die günstigsten Preise bieten, liegen Städte wie Hamburg bei 13 €/m² und München im Zentrum bis zu 23 €/m².
Welche Unterlagen verlangt ein Vermieter typischerweise?
Vermieter fordern meist eine Schufa-Auskunft, einen Einkommensnachweis (oder Arbeitsvertrag) und oft eine Kaution in Höhe von bis zu drei Monatsmieten. Ein ordentliches Bewerbungsportfolio wird empfohlen.
Ist das Leitungswasser in Deutschland trinkbar?
Ja, das Leitungswasser ist deutschlandweit von hoher Qualität und kann bedenkos getrunken werden.
Müssen Mietverträge in Deutschland immer unbefristet sein?
Befristete Mietverträge sind rechtlich nur unter strengen Voraussetzungen erlaubt, etwa bei geplantem Verkauf oder Selbstnutzung des Vermieters. Ein Vertrag ohne Open-End-Klausel ist für Mieter riskant.