EBITDA: Bestandteil der externen Berichterstattung
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) hat sich als zentrale Kennzahl etabliert, um die operative Leistungsfähigkeit von Unternehmen unabhängig von deren Vermögensstruktur, Finanzierungsart und steuerlichen Rahmenbedingungen zu vergleichen. Durch das Hinzurechnen von Abschreibungen auf Sachanlagevermögen und immaterielle Werte wird ein Cashflow-orientierter Erfolgsausweis geschaffen, der besonders bei investitionsintensiven Firmen aussagekräftiger sein kann als das reine Betriebsergebnis. Allerdings birgt diese «Als-ob»-Betrachtung die Gefahr, dass tatsächliche Aufwendungen verschleiert werden, weshalb eine kritische Ergänzung durch Cashflow-Kennzahlen unerlässlich ist.
Die wichtigsten Punkte:
- Das EBITDA dient dem Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlichen Vermögensstrukturen und Abschreibungsmethoden.
- Die Kennzahl ignoriert Zinsen, Steuern und Abschreibungen, um die operative Ertragskraft isoliert darzustellen.
- Hohe EBITDA-Werte können täuschen, wenn sie massive tatsächliche Aufwendungen wie Goodwill-Abschreibungen ausblenden.
- Die individuelle Definition der Kennzahl erschwert teilweise den internationalen Vergleich ohne einheitliche Standards.
- Investoren sollten das EBITDA immer zusammen mit dem Reingewinn und den Cashflow-Kennzahlen analysieren.

Passende Arbeitshilfen
Warum ist das EBITDA ein wichtiger Bestandteil der externen Berichterstattung und wie ist die Kennzahl kritisch zu bewerten?
Erwartungen der Kapitalmärkte
Die Erwartungen der Kapitalmärkte nach einer einheitlichen und transparenten Darstellung der operativen Leistungsfähigkeit von Unternehmen hat dazu geführt, dass Earnings before-Erfolgskennzahlen verstärkt zum Bestandteil der externen Berichterstattung wurden.
Diese aus dem anglo-amerikanischen Raum stammenden Erfolgskennzahlen verbindet die Gemeinsamkeit, dass es sich bei ihnen um Cashflow-orientierte Modifikationen des Betriebsergebnisses handelt. Zum anderen wurden auf den Earnings before-Kennzahlen baisierende Renditekennziffern wie z.B. RoCe und RoS angeführt.
EBITDA ist eine wichtige Finanzkennzahl
In der Praxis hat sich das EBITDA zu einer wichtigen Finanzkennzahl etabliert, weil sie es erlaubt, im Rahmen der Finanzanalyse Unternehmen mit unterschiedlichen Vermögensstrukturen zu vergleichen.
Die Herleitung des EBITDA erfolgt ausgehend vom Betriebsergebnis (EBIT). Die Berechnung des EBITDA erfordert auf Basis vom bereits bekannten EBIT bzw. EBITA eine zusätzliche Berücksichtigung der sowohl die immateriellen Vermögenswerte als auch das Sachanlagevermögen betreffenden Abschreibungen und/oder Zuschreibungen.
Hohe Wertberichtigungen auf den Goodwill oder andere immaterielle Vermögenswerte sowie auf Sachanlagevermögen können zu verzerrenden Erkenntnissen bei der Finanzanalyse führen, weil sie von ausserordentlichem Charakter sind oder durch die Wahl der Abschreibungsmethode und Altersstruktur des Sachanlagevermögens beeinflusst werden. Vor allem investitionsintensive Unternehmen weisen vergleichsweise hohe ergebnismindernde Abschreibungen und folglich ein geringeres Jahresergebnis aus als weniger investitionsfreudige Vergleichsunternehmen.
Anhand der Kennzahl EBITDA ist es deshalb möglich, Unternehmen mit unterschiedlichen Vermögensstrukturen zu vergleichen. Im Vergleich zum EBIT kann das EBITDA demnach die besser geeignete Kennzahl für einen Vergleich darstellen, wenn das Ergebnis vor Abschreibungen zählt.
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