Earn out: Hilfsmittel beim Unternehmensverkauf
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Ein Earn Out ist eine vertraglich vereinbarte, bedingte Kaufpreisanpassung, die bei M&A-Transaktionen eingesetzt wird, wenn Käufer und Verkäufer unterschiedliche Unternehmensbewertungen haben. Durch die Verknüpfung eines Teils des Kaufpreises mit zukünftigen Performance-Zielen wird eine Einigung ermöglicht, ohne dass eine sofortige Vollzahlung erfolgen muss. Gleichzeitig dient dieses Instrument dazu, wichtiges Humankapital und das Wissen des Managements nach dem Verkauf im Unternehmen zu halten.
Die wichtigsten Punkte:
- Überwindung von Bewertungsunterschieden zwischen Käufer und Verkäufer
- Bindung von erfolgskritischem Know-how und Schlüsselpersonen
- Finanzierungsmöglichkeit durch Stundung des Kaufpreises
- Festlegung klarer Messgrössen wie Umsatz, EBITDA oder nicht-finanzielle Ziele

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Wie funktioniert ein Earn Out beim Verkauf eines Unternehmens und welche Vorteile bietet es?
Funktionen von einem Earn Out
Ein Earn Out dient in erster Linie der Überwindung von Bewertungsdifferenzen. Im Rahmen von Unternehmenstransaktionen wird der Wert des Zielunternehmens von Käufer- und Verkäuferseite geschätzt. Typischerweise erfolgt diese Berechnung auf Basis der unterschiedlichen Risikoneigungen und Erwartungshaltungen der beiden Parteien. Der optimistischen Haltung in Bezug auf die zukünftige Leistung des Zielunternehmens des Verkäufers steht in vielen Fällen eine Kalkulation auf Basis von Worst-Case-Szenarien durch den Käufer gegenüber.
Eine weitere Funktion variabler Kaufpreisanpassungen ist die Bindung von Humankapital. In vielen Fällen ist die Bewertung des Zielunternehmens an die zukünftige Entwicklung kritischer Grössen gekoppelt. Eine solche kritische Grösse kann das Humankapital bzw. die Leistung der erfolgskritischen Mitarbeitenden des Zielunternehmens sein. Bei Unternehmen aus Branchen mit hoher Wissensintensität oder bei eigentümergeführten Unternehmen ist der Verbleib des Know-hows des Managements bzw. des Eigentümers bei der Übernahme des Unternehmens ausschlaggebend für den zukünftigen Erfolg des Übernahmeobjekts.
Ein Earn Out übernimmt hier die Funktion einer Bindung ans Unternehmen, indem sie den entsprechenden Personen einen Anreiz bietet, im Unternehmen zu bleiben und ihr Wissen auch nach dem Verkauf gewinnbringend einzusetzen, um die festgelegten Performanceziele und damit den zusätzlichen Kaufpreis zu erreichen. Variable Kaufpreisanpassungen verhindern zumindest für den festgelegten Zeitraum der Leistungserbringung eine Abwanderung von erfolgskritischem Humankapital.
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