23.08.2016

Vortrag: Erfolgreich präsentieren - so punkten Sie als Intro und Extro

Wenn Sie wissen, dass Sie morgen vor einer ganzen Reihe Menschen stehen werden und einen Vortrag halten sollen: Wie finden Sie das im Vergleich zu einem, sagen wir, Zahnarztbesuch? Wenn Sie den Zahnarztbesuch vorziehen, dann ist das nicht schlimm: Sie gehören zu einer deutlichen Mehrheit an klugen Menschen, die lieber ihre Arbeit machen, anstatt über sie zu reden. Aber warten Sie: Vielleicht ist das Vortragen ja ein Bereich Ihrer Arbeit, der Ihnen ganz besonderen Nutzen bringen kann?

Von: Sylvia Löhken   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Sylvia Löhken

Dr. Sylvia Löhken ist Expertin für persönlichkeitsbasierte Kommunikation. In ihren Vorträgen, Coachings und Workshops zeigt sie, welche Stärken verschiedene Persönlichkeitstypen bei der Verwirklichung ihrer beruflichen und privaten Ziele nutzen können. Sie versteht es dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse und komplexes Know-how in einfache Worte und gut umsetzbare Strategien zu übersetzen. Mit ihrer Erfahrung als Wissenschaftlerin und als Managerin in einer grossen internationalen Organisation kennt sie wichtige Arbeitsumfelder ihrer Kunden aus eigener Erfahrung: Politik und Verwaltung, Lehre und Forschung, Management und Beratung sowie japanische, amerikanische und deutsche Kommunikation.

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Reden in der Öffentlichkeit lässt sich genau so lernen wie Autofahren

Im Scheinwerferlicht zu stehen ist nicht für jeden Menschen ein Vergnügen. Und doch ist es oft wichtig, genau das zu tun: um die eigene Leistung sichtbar zu machen, um etwas zu verbreiten, was uns am Herzen liegt, oder einfach: um nicht wieder andere die Früchte unseres Tuns in der Chefetage ernten zu lassen. Hätten Sie geahnt, dass Barack Obama (übrigens introvertiert) zu Beginn seiner Politikerkarriere in Medienartikeln nach seinen Auftritten als «steif und monoton» und sogar als «einschläfernd»bezeichnet wurde? Obama liess es dabei nicht bewenden – und ist heute der beste Zeuge für eine ermutigende Nachricht, die schon antike Rhetorikprofis kannten: Reden in der Öffentlichkeit lässt sich genau so lernen wie Autofahren. Dabei sind die Hürden je nach Person ganz unterschiedlich. Beim Autofahren hat die eine Schwierigkeiten mit dem Einparken, der andere kommt mit der Gangschaltung nicht gut zurecht. Auch das öffentliche Vortragen kann an ganz verschiedenen Stellen eine schwere Aufgabe sein. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, was einen guten Vortrag ausmacht. Dann wird es spannend: Sie bekommen Hinweise dafür, wie Sie als Intro- oder Extrovertierte(r) mit den Herausforderungen umgehen können, die die offene Bühne bietet.

Wann ist ein Vortrag gelungen?

Wenn Sie die Fachliteratur zum Thema sichten und Profis befragen, dann landen Sie meistens bei drei Faktoren, die einen gelungenen Vortrag ausmachen.

Erstens sollten Sie eine Kernbotschaft haben. Die Struktur und alle Inhalte sollten die Vermittlung dieser Botschaft unterstützen. Wenn das in Ihrem Vortrag der Fall ist, dann sorgen Sie für Orientierung und Klarkeit. Beispiel: «Die Umsatzwerte sind nicht so hoch wie im vergangenen Jahr, zeigen aber, dass wir mit unserer Neustrukturierung auf dem richtigen Weg sind.»

Zweitens sollten Sie sich auf Ihr Publikum und seine Bedürfnisse einstellen: Welches Vorwissen haben Ihre Zuhörenden? Welche Interessen? Welchen Stil schätzen sie? Wollen Sie die Erwartungen bedienen oder überraschend durchkreuzen?

Drittens hält einen erfolgreichen Vortrag immer jemand, der stimmig und glaubwürdig ist. Das ist eine Person, der das Publikum glaubt, dass sie ihr Thema und ihre Anliegen vertritt – und die dabei als Mensch nahbar ist.

Zu den beiden ersten Punkten finden Sie reichlich Material in den elektronischen und virtuellen Regalen der Buchhandlungen. Hier geht es um den dritten Punkt, speziell um die Frage: Was hat Ihre Vortragendenrolle mit Ihrer Intro- oder Extroversion zu tun?

Als Intro auf die Bühne

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie intro- oder extrovertiert sind: Machen Sie einfach den Test auf meiner Website: www.intros-extros.com/online-test .

Als Intro punkten Sie im Vortrag mit Fähigkeiten, die viele Extros nicht oder nicht in gleicher Weise haben. Machen Sie sie sich bewusst, damit Sie selbstbewusst vor Ihr Publikum treten:

  1. Ein Intro würde lieber nackt auf die Bühne gehen als unvorbereitet. Ok, das ist vielleicht eine Übertreibung. Aber es stimmt: Leise Menschen schätzen Sicherheit und Übersicht, weswegen sie vor einem Vortrag vorab einiges an Zeit und Energie investieren, um dann genau zu wissen, was zu tun und zu sagen ist. Und das Publikum bekommt unweigerlich mit: Dieser Mensch kennt sich aus.
  2. Intros reden meistens Klartext: Sie bieten schlüssige Fakten, die den Umgang mit dem Thema erleichtern. Und sie sind wunderbar strukturiert: Sie wünschen sich als Zuhörer Orientierung und bieten diese auch ihrem Publikum. Intros konzentrieren sich auf die Substanz dessen, was sie sagen wollen und kommen zum Punkt, den sie in der Vorbereitung als wichtig erkannt haben.
  3. Intros erwecken Vertrauen. Das Publikum nimmt ihnen gut ab, was sie sagen, denn sie scheinen genau zu wissen, was sie tun. Sie verschwenden keine Zeit mit Banalitäten und Selbstbeweihräucherungen, sondern stellen ruhig und selbstverständlich den Inhalt in den Vordergrund. Sie brauchen den Scheinwerfer eigentlich nur, damit das Publikum die Richtung kennt, aus der der Vortrag kommt...

Diese Punkte machen Intros als Redner vor allem für diejenigen sympathisch, die sich in Vorträgen gern informieren wollen. Aber auch Humor ist bei Intros bestens aufgehoben. Beispiel gefällig? Emil Steinberger ist ein Introvertierter.

Intros halten vieles von dem, was sie auf der Bühne stark macht, für nicht besonders wichtig. Oder sie vergleichen sich mit dem, was Extros so tun, und finden sich weniger überzeugend. Dabei sind sie oft gefragte Redner und schaffen es in vielen Fällen, eine Atmosphäre intensiven Zuhörens zu schaffen.

Als Extro auf die Bühne

Wenn Sie extrovertiert sind: Tja, dann haben Sie viele Vorteile auf Ihrer Seite, die uns Intros richtig neidisch werden lassen.

  1. Meistens fällt Ihnen das Reden selbst leicht, die Angst vor dem Blackout plagt Sie weniger. Sie mögen es, mit Worten zu wirken und schaffen es immer wieder, wirkungsvoll das Scheinwerferlicht für den Effekt zu nutzen, den Sie anstreben. Aufmerksamkeit von aussen ist Ihnen angenehm – ein wenig glänzen schadet nichts.
  2. Wenn Sie öfter reden (oder es lange genug geübt haben), dann sind Sie vielleicht sogar mitreissend, begeisternd und motivierend. Extros können mitreissende Entertainer sein, aber auch Inspirationsquelle vor einem Riesenpublikum. Das lacht und weint mit ihnen, wenn sie es darauf anlegen.
  3. Extros wirken lebendig und nahbar. Sie sind als Vortragende Mensch unter Menschen – und sie lieben es. Das gibt Ihnen viel Überzeugungskraft. Viele Extros nutzen das Vortragspodium, um ihre Rolle als Führungskraft mit ihrer persönlichen Wirkung zu untermauern. .

Ein grosser Vorteil ist, dass Sie als Extro meistens gern reden. Sie brauchen nicht wie Ihre Intro-Mitvortragenden einen Grund, um sich den Gang auf die Bühne anzutun. Das entstresst die Aufgabe, birgt aber auch einige Versuchungen. Dazu demnächst mehr.

Und jetzt Bühne frei...

Wo liegen die jeweiligen Hürden beim Vortragen? Und wie können Sie mit ihnen umgehen? In meinem nächsten Beitrag zu Intros und Extros gehe ich auf die schwierigeren Seite des Vortragens bei Intros und Extros ein.

Nehmen Sie aber einstweilen als Intro oder Extro Ihre starken Seiten mit aufs Podium und in die Vorbereitung Ihres Vortrags. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie können – und schielen Sie weniger auf das, was der jeweils andere Persönlichkeitstyp so macht. Sie werden an der Resonanz merken, dass Sie anders ankommen.

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