12.06.2018

Kollegen verabschieden: wie Sie sich schriftlich verabschieden

Alles hat ein Ende – auch ein Arbeitsverhältnis. Finden Sie für diesen Anlass die richtigen Worte in einem Abschiedsbrief.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen Kommentieren 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Heute ist «Kollegen verabschieden» ein normaler Fakt

Mobil und flexibel. Zwei Eigenschaften, die den Wandel der Arbeit und der Arbeitsverhältnisse auf den Punkt bringen. Nichts ist mehr von Dauer. Die Zeiten, in denen ein Mitarbeiter oder Kollege bis zur Pensionierung im Unternehmen bleibt, gehören der Vergangenheit an (Ausnahmen bestätigen dabei durchaus die Regel). Vielmehr sind die Arbeitsverhältnisse eher von kurzer Dauer. Mal nur Werksverträge, mal ein Praktikums-Vertrag, mal befristet, mal «ausgeliehen», d.h. der Kollege ist ein Leiharbeiter. Mal wird umstrukturiert und der Kollege «freigesetzt» oder er orientiert sich neu und verlässt das Unternehmen.

So rückt – plötzlich – ein Fakt in den Fokus: Sich vom Kollegen oder Mitarbeiter zu verabschieden. Und zwar aus vielen unterschiedlichen Gründen: Sich zu verabschieden, heisst,

  • den Kollegen zu würdigen.
  • die erbrachten Leistungen anzuerkennen.
  • die Zusammenarbeit wertschätzen.
  • besondere Momente, Arbeiten, Projekte und/oder Ideen hervorzuheben.
  • dem anderen Respekt zu erweisen.
  • ihn noch einmal bewusst als Mensch wahrzunehmen – und nicht als Selbstverständlichkeit oder «kleines Rad im Getriebe», dass jederzeit ersetzbar ist. Auch, wenn beispielsweise die Befristung eine schnelle Ersetzbarkeit vorgaukelt, ist jeder Mensch in sich einzigartig und bringt sich entsprechend mit seinen Ressourcen in die Arbeit ein.
  • das Arbeitsverhältnis bzw. die Beziehung zum Kollegen mental zu beenden, so loszulassen und sich für die Veränderungen am Arbeitsplatz zu öffnen – wie immer diese aussehen mag.
  • ein positives Image des Unternehmens weiterzugeben, d.h. die bisher in vielen Unternehmen übliche Praxis beispielsweise Mitarbeiter mit befristeten Verträgen wortlos gehen zu lassen, kann sich mit dem Hintergrund des Fachkräftemangels niemand mehr «leisten». Zum einen trägt ja dieser Mitarbeiter seine Arbeitserfahrungen nach Aussen, so dass eventuell potenzielle Mitarbeiter ihr Interesse verlieren. Zum anderen ist es durchaus möglich, dass genau dieser Mitarbeiter wieder rekrutiert werden soll.

Finden Sie also für dieses Ende die passenden Worte.

3 Tricks, wie Sie sich stilvoll beim Kollegen verabschieden

Ob Mitarbeiter oder Kollege lassen Sie in jedem Falle das Arbeitsverhältnis Revue passieren. Überlegen Sie hierbei, ob Sie

  • zusammen mit Ihren Teamkollegen eine Abschiedskarte überreichen, auf der alle unterzeichnen. Empfehlenswert bei einem Kollegen, der vielleicht sehr kurz mitwirkte und/oder der keinen so engen Kontakt zu allen hatte.
  • mit Ihrem Team einen Abschiedsbrief verfassen wollen, den alle unterzeichnen, der jedoch Raum bietet, um persönlichere Worte zu finden.
  • sich in einem persönlichen Brief verabschieden möchten. Vielleicht stand Ihnen der Kollege sehr nahe. Deshalb ist es Ihr Wunsch, diese Arbeitsbeziehung entsprechend zu ehren.
  • als Vorgesetzter dem Mitarbeiter nicht lieber in einem persönlichen Gespräch am letzten Tag alles Gute wünschen.

Notieren Sie sich erste Ideen. Vertiefen Sie diese Ideen, indem Sie mit Hilfe des einen oder anderen der folgenden Tricks, weitere Entwürfe freisetzen. So finden Sie garantiert die richtigen Worte.

Trick 1: Emotionen sprechen lassen

Ein Abschied ist keine sachliche Angelegenheit. Emotionen spielen dabei immer eine Rolle – und zwar Emotionen jeglicher Couleur. Vielleicht sind Sie erleichtert, dass der Kollege oder Mitarbeiter geht, da die Zusammenarbeit oft schwierig war. Vielleicht ist es auch von wenig Belang, da Sie sich kaum kannten oder am Arbeitsplatz wenig Kontakt miteinander hatten. Vielleicht sind Sie betroffen, wütend und traurig, weil Sie einen geschätzten Kollegen verlieren, der Ihnen stets zur Seite stand.

Sie hegen somit unterschiedliche Emotionen – aber emotional reagieren Sie in jedem Fall. Knüpfen Sie an diesen Emotionen in Ihrem Brief oder Ihrer Karte an. Denn Emotionen sind glaubwürdig, ehrlich und sprechen Ihren Kollegen direkt an. Einem Gefühl kann sich niemand entziehen: Gefühle wecken Gefühle.

 

Art der EmotionBeispiel, was Sie schreiben könnten
ErleichterungMit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen wir auf Wiedersehen. Lachend, weil es manches Mal schwierig war und jetzt die Auseinandersetzungen ein Ende haben. Weinend, weil Du mit Deiner Hartnäckigkeit auch viel angeschoben hast und durchgeboxt hast.
GleichgültigkeitMach’s gut. Kurz war Dein Wirken bei uns. Nicht jeder konnte Dich deshalb so richtig kennenlernen, aber wir alle sagen «Danke» für Deine Arbeit, Deine vielseitige Unterstützung und Dein Engagement.
Trauer + Wut + BetroffenheitDein Gehen tut richtig weh. Es schmerzt Dich ziehen zu lassen. Du bist uns in all den Jahren ans Herz gewachsen. Wie oft hast Du Konflikte geschlichtet. Wie oft hast du mit einer deiner vielen zündenden Ideen einen Funken in uns freigesetzt, der die Arbeit beflügelte und Lösungen bescherte. Wie oft hattest Du ein offenes Ohr für Ärger, Frust, Sorgen und Probleme, ob privat oder im Beruf. Du wirst uns fehlen. Und die Lücke, die Du hinterlässt, wird sich so schnell nicht schliessen.


Trick 2: Anerkennung aussprechen

Vermeiden Sie Standardfloskeln wie «Vielen Dank für Deine Mitarbeit», weil sie nichts aussagen – und sich auf alles oder nichts beziehen können. Präzisieren Sie lieber, was

  • Ihnen gefallen hat. Welches Highlight (selbstverständlich auch mehrere) gab es?
  • Sie besonders an ihm schätzen. Welche Kompetenzen haben Sie beeindruckt?
  • für Sie die Zusammenarbeit ausgemacht hat. Welche Aufgaben hat er übernommen? Wie hat er seine Funktion ausgefüllt? Wodurch und womit hat er das Team und das Unternehmen vorangebracht?

Bei jedem Kollegen oder Mitarbeiter gibt es etwas zu würdigen, wie klein oder gross es auch sein mag – beispielsweise

  • Bei unseren Kunden waren Sie sehr beliebt. Mit Ruhe und viel Empathie haben Sie die Beschwerden bearbeitet.
  • Im Projekt IJK haben wir von deinen vielen Ideen profitiert – und von Deiner praktischen Expertise.
    • Ach, nicht allein Deine Muffins werden wir vermissen. Nein, auch Dein Witz, Dein offenes Ohr und vor allem Deine präzise Zuarbeit und Dein Engagement.

Trick 3: Alles Gute wünschen

Ein Abschied ist stets ein Neubeginn – für Sie, das Team und den ausscheidenden Kollegen. Beenden Sie Ihren Brief deshalb stets mit einem positiven Ausblick auf die Zukunft. Wünschen Sie dem Kollegen alles Gute.

  • Ein Job in den USA. Für Dich geht ein Traum in Erfüllung. Und all die Herausforderungen, die es dort zu meistern gibt, wirst Du schaffen. Kein Zweifel, bei all den Kompetenzen, die Du hast.
  • Ein neues Kapitel beginnt für Dich. Denk stets daran, falls sich mal Zweifel blicken lassen sollten: Du hast schon ganz anderes bewältigt. Wir drücken Dir die Daumen. Viel Erfolg bei Deiner Selbstständigkeit.

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