24.09.2019

Einzelkämpfer: 7 Tricks für Einzelkämpfer im Unternehmen

In jedem Unternehmen gibt es sie: Die Ein-Mann-Teams. Erfahren Sie, wie Sie als Einzelkämpfer Herausforderungen meistern und dabei gut für sich sorgen.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Einzelkämpfer

Ein Superkleines Team: Das Team of one

Ob am Empfang, im Sekretariat, der Buchhaltung oder im Verkauf, manches Mal gibt es nur eine Frau oder einen Mann im Team: Sie. Sie allein sind das Team – und zwar das Team of one. Solche Eine-Frau-Teams/Ein-Mann-Teams sind keine Seltenheit. Vielleicht ist das Unternehmen eher klein und deshalb sind auch die jeweiligen Abteilungen oder Teams entsprechend personell angepasst. Vielleicht sind Sie auch der Teamkollege, der die Nachtschicht stemmt, während alle anderen am Tag arbeiten. Vielleicht arbeiten Sie im Homeoffice und kommen nur einmal die Woche zum Team ins Unternehmen. Vielleicht sind Sie ein Freelancer, der nur sporadisch dem Team vor Ort angehört.

Die besonderen Herausforderungen der Team-of-ones

In all diesen Fällen heisst es für Sie: Ihre Frau oder Ihren Mann zu stehen. Und obwohl Sie kompetent und hochmotiviert Ihrer Arbeit nachgehen und Ihre Aufgaben stets erfüllen, sehen Sie sich als Einzelkämpfer Herausforderungen ausgesetzt, die Kollegen in grösseren Teams nicht kennen:

  • Erfolge werden nur im kleinen Rahmen – vom Vorgesetzten – gewürdigt.
  • Sie tragen die alleineinige Verantwortung für die Erledigung all Ihrer Aufgaben.
  • Fehler und Probleme gilt es selbst und alleine zu lösen.
  • Frust gilt es alleine zu überwinden, da es „kein offenes Ohr“ eines Teamkollegen gibt.
  • Erhöhtes Risiko für Überarbeitung und Arbeitsüberlastung.
  • Verringerte Sozialanbindung zu Kollegen aus anderen Teams/der Belegschaft.
  • Erhöhtes Risiko sich isoliert und ausgeschlossen zu fühlen.
  • Verringerter Austausch über die Arbeit, über eigene Ideen und Unternehmensneuigkeiten.
  • Erhöhtes Risiko mit seinen Belangen ungehört zu bleiben.

Als Einzelkämpfer kennen Sie alle oder einige dieser Herausforderungen nur zu gut. Und vielleicht spüren Sie auch, wie Ihr Stress dadurch ansteigt. Hier wollen Sie gegensteuern – und tun es sicherlich schon. Die eine oder andere Strategie, wie Sie so manche dieser Herausforderungen meistern, wenden Sie an. Loben Sie sich einmal jetzt dafür.  

7 Tricks, wie Sie als Einzelkämpfer im Unternehmen gut für sich sorgen

Gleichzeitig wissen Sie:  Je mehr Handlungsoptionen Ihnen zur Verfügung stehen, desto besser geht es Ihnen als Team of one. Die folgenden Tricks bieten Ideen, wie Sie als Einzelkämpfer gut für sich sorgen können.

Trick 1: Sozialkontakt erhöhen

Als Ein-Mann-Team sind Sie nie komplett ausgeschlossen. Selbstverständlich werden Sie gegrüsst. Selbstverständlich werden Ihre E-Mails beantwortet. Selbstverständlich klären Sie beispielsweise am Telefon Fragen zu einer Aufgabe. Dennoch sind Sie gleichzeitig nicht immer eingebunden – beispielsweise beim Spaziergang in der Mittagspause oder dem After-Work-Treffen. Und dieses Nicht-Eingebunden-sein triggert vielleicht ein Gefühl des Isoliert-Seins. Durchbrechen Sie deshalb gezielt diese Isolations-Barriere.

So gehen Sie vor:

  • Kontakte anbahnen. Setzen Sie sich beispielsweise in der Kantine zu einem Kollegen, den Sie noch nicht kennen. Machen Sie sich gegenseitig bekannt. Oder schlagen Sie selbst ein After-Work-Treffen vor. Oder Sie bringen Kuchen mit, von dem Sie jedem ein Stück persönlich an den Arbeitsplatz bringen.
  • Walk the talk. Praktizieren Sie ein Wandering around, d.h. statt alles per E-Mail oder per Telefon zu klären, suchen Sie mal den Kollegen in seinem Büro auf. Besprechen Sie bei einer Tasse Kaffee Ihr Anliegen und nutzen Sie die Gelegenheit, um sich auch über Unternehmensneuigkeiten oder Ideen auszutauschen.

Trick 2: Ihre Arbeit bekannt machen

Wenige werden wissen, was Sie als Einzelkämpfer alles leisten. Solch eine Wissenslücke müssen Sie unbedingt schliessen. Zum einen, um auch eine Würdigung und Anerkennung für Ihre Arbeit zu erhalten. Zum anderen, um nicht mit Anfragen wie „Kannst du mal schnell übernehmen?“ bombardiert zu werden.

So gehen Sie vor:

  • Informationsfluss offenhalten. Teilen Sie in Meetings allen mit, woran Sie gerade arbeiten und wie diese Aufgaben die Unternehmensziele unterstützen.
  • Intranet und Newsletter. Nutzen Sie beideMedien, um sich und Ihre Arbeit zu präsentieren. Dies hat nichts mit Angeben zu tun. Vielmehr stellen Sie so sicher, dass Ihre Arbeit und Leistungen von allen wahrgenommen werden.

Trick 3: Unterstützung suchen und anfordern

Als Team of one leisten Sie in der Regel mehr als diejenigen, die in einem grösseren Team eingebunden sind. Einfach, weil nichts aufgeteilt werden kann. Und – ganz wichtig – Sie sind es auch gewohnt, alles stets alleine zu stemmen. Deshalb überschreiten Sie oft eigene Grenzen. Grenzen des Wohlbefindens, der Energie, der Kompetenzen und/oder der Leistungsfähigkeit. Stoppen Sie diese Stress-Spirale. Akzeptieren Sie Ihre Grenzen – und bitten Sie um Unterstützung.

So gehen Sie vor:

  • Fehlzeiten und Fehlschläge. Nach Fehlzeiten stapeln sich die Aufgaben auf Ihrem Schreibtisch. Schlägt eine Bearbeitung fehl (vielleicht, weil der Computer streikt), erhöht sich der Zeitdruck. In solchen Momenten heisst es, andere um Beistand zu bitten.
  • Unterstützung anfordern. Berichten Sie Ihrem Vorgesetzten von Ihrer Lage. Legen Sie neue Prioritäten für Ihre Arbeit fest. Und klären Sie, welche Art von Unterstützung Sie von ihm direkt oder von anderen Teams benötigen.

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Trick 4: Eigene Weiterentwicklung planen

Alleine zu arbeiten birgt ein Risiko: Ihre Weiterentwicklung und/oder Weiterbildung gerät ins Stocken. Zum einen, weil Sie einfach so mit Arbeit eingedeckt sind, dass Sie gar keine Gedanken an Weiterbildung aufbringen. Zum anderen, weil Sie vielleicht auch von Ihrem Vorgesetzten in Sachen Weiterentwicklung „übersehen“ werden. Um aber Ihre Karriere voranzutreiben und gute Argumente für die nächste Gehaltserhöhung zu haben, dürfen Sie diesen Aspekt nicht vernachlässigen.

So gehen Sie vor:

  • Stärken-Schwächen-Analyse. Führen Sie für sich selbst regelmässig persönlich eine Stärken-Schwächen-Analyse durch. Hilfreich ist es darüber hinaus, zu notieren, welche Aufgaben Ihnen leichtfallen, welche herausfordern, welche neu sind und wofür Sie Wissenslücken schliessen müssen.
  • Ziel und Plan aufstellen. Leiten Sie aus Ihrer Analyse, Ihren Bedarf an Weiterbildung und Weiterentwicklung ab. Bestimmen Sie, welche Aspekte Sie sich selbst aneignen können. Besprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten, welche Förderung Sie von Seiten des Unternehmens benötigen: Training on the job, Mentoring, Coaching.

Trick 5: Kreatives Denken ankurbeln

Als Einzelkämpfer lösen Sie auftretende Probleme – und zwar in der Regel alleine. Denn es ist ja niemand da, den Sie mal schnell um Hilfe bitten können. Vielleicht müssen Sie einige Arbeitsschritte zusammenfassen, um eine Aufgabe rechtzeitig fertigzustellen. Vielleicht müssen Sie auch für sich neue Arbeitsabläufe entwickeln, um Ihre Arbeit effizienter durchführen zu können.

So gehen Sie vor:

  • Kreativitätstechniken aneignen. Machen Sie sich mit unterschiedlichen Kreativitätstechniken vertraut – von Brainwriting bis hin zu den 6-denkenden-Hüten. Skizzieren Sie diese am besten auf einem Blatt Papier oder in OneNote, um diese mühelos abrufen zu können.
  • Lösungsstrategien protokollieren. Notieren Sie bei einem schwerwiegenden Problem alle Lösungsschritte, die Sie unternommen haben – auch die Gespräche mit Ihrem Vorgesetzten über das aufgetretene Problem. Denn nicht immer finden Sie die passende Lösung, egal, wie gut Ihre Kreativität sonst Lösung generiert. Dann können Sie nachweisen, was Sie alles unternommen haben.

Trick 6: Fokussiert und organisiert bleiben

Sie wissen es selbst: Ablenkungen kosten Zeit. Zeit, die Ihnen als Ein-Mann-Team fehlt. Optimieren Sie Ihr Zeitmanagement. Erhöhen Sie Ihre Achtsamkeit, um fokussiert zu bleiben.

So gehen Sie vor:

  • Zeitdiebe entlarven. Vielleicht sind es die Gespräche aus den anderen Büros, die Sie als störend empfinden. Vielleicht poppt sofort eine Benachrichtung auf, sobald Sie eine neue E-Mail erhalten haben. Es gibt viele Zeitdiebe. Notieren Sie die Ihrigen. Kurbeln Sie anschliessend Ihr kreatives Denken an, um Lösungsstrategien zur Reduzierung der Zeitdiebe freizusetzen.
  • Prioritäten setzen. Ohne Aufgabenpriorisierung verzetteln Sie sich als Team-of-one. Machen Sie sich bei jeder Aufgabe bewusst, welche Priorität diese hat und berücksichtigen Sie dann Ihren Biorhythmus, um Aufgaben der Priorität A effektiv erledigen zu können.

Trick 7: Arbeitsschutz ins Visier nehmen

Als Einzelkämpfer arbeiten Sie alleine – manches Mal auch alleine in einem Büro oder an einem anderen Ort im Unternehmen. Durch diese „physische Isolation“ erhöht sich das Risiko, Gefahren ausgesetzt zu sein, die Ihre Gesundheit und Ihre Arbeit beeinträchtigen, ohne dass Ihnen schnell Hilfe zuteilwerden kann. Deshalb besprechen Sie unbedingt den Arbeitsschutz für Ihren Arbeitsplatz.

So gehen Sie vor:

  • Arbeitsschutzbeauftragten heranziehen. Besprechen Sie mit dem Arbeitsschutzbeauftragen Ihres Unternehmens, was an Ihrem Arbeitsplatz beachtet werden muss und welche Massnahmen für den Arbeitsschutz durchgeführt werden müssen (beispielsweise lose Kabel entfernen).
  • Buddy System etablieren. Manches Mal ist es auch sinnvoll, ein Buddy System aufzubauen – gerade bei stark isolierten Arbeitsplätzen. Mit solch einem Buddy System geben Sie Kollegen in einem anderen Team Rückmeldung, dass Sie beispielsweise in die Pause gehen oder Feierabend machen. Solch eine positive Kontrolle stellt sicher, dass es Ihnen gut geht und Sie beispielsweise nicht ohnmächtig an Ihrem Arbeitsplatz liegen.

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