15.02.2017

Konsequent sein: Es genügt nicht zu wollen, man muss es auch tun

Konsequenz leitet sich vom lateinischen Wort «consequentia» ab und bedeutet «folgen» oder auch «mit Folge» («cum sequentia»). Im übertragenen Sinne bedeutet es die Folgerichtigkeit Ihres Denkens und Handelns. Der Unterschied zwischen einem erfolgreichen Leader und einem weniger erfolgreichen liegt allein in der konsequenten Umsetzung der vereinbarten Massnahmen, dem Nachhalten, dem Dranbleiben, dem Follow-through, bis das Ziel erreicht ist.

Von: Matthias K. Hettl   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in verschiedenen Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Als ausgezeichneter «excellent speaker» und «excellent trainer» gehört er zu den bedeutendsten Referenten im deutschen Sprachraum und ist für die TOP-Seminar- und Kongressveranstalter in Europa tätig. Er begeistert seine bisher 25 000 Zuhörer durch einen motivierenden und kompetent direkten Vortagsstil mit 1:1 einsetzbaren Praxistipps. Seine Veranstaltungen werden regelmässig mit Bestnoten bewertet.

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«Es genügt nicht zu wissen, man muss es auch anwenden. Es genügt nicht zu wollen, man muss es auch tun.» (Johann Wolfgang von Goethe)

Ihre Mitarbeiter achten sehr genau darauf, was Sie sagen und ob Sie das Gesagte auch von sich und anderen einfordern. Ihre Mitarbeiter erwarten von Ihnen, dass Sie konsequent handeln und beispielsweise andere, die sich nicht an die gemeinsamen Spielregeln halten, ansprechen und sie gegebenenfalls auch «zur Brust nehmen». Sie sorgen als Leader dafür, dass jedem klar ist, innerhalb welcher Grenzen er sich bewegen kann und mit welchem Nachdruck ein Thema verfolgt wird. Konsequenz ist dann am hilfreichsten für alle Beteiligten, wenn Sie sie als Vorgesetzter als Mittel sehen und nutzen, um Ihren Bereich möglichst gut zu führen und Ihren Mitarbeitern sowohl Orientierung zu geben als sie auch in die Pflicht zu nehmen.

Lassen Sie nichts «schleifen»

Es ist für Ihr Image, Ihre Persönlichkeit und Ihre Akzeptanz bei den Mitarbeitern schädlich, wenn Sie als Leader Dinge schleifen lassen, zu lasch in Ihren Handlungen erscheinen oder gar Konsequenzen ankündigen und dann nicht umsetzen. Die Auswirkung dieses Verhaltens ist klar: Sie werden auf Dauer nicht mehr ernst genommen, Sie gelten als «lahme Ente», wie die US-amerikanischen Präsidenten in ihrer letzten Phase der Präsidentschaft oftmals uncharmant genannt werden, und das wird von Mitarbeitern ausgenutzt.

Da Konsequenz viel mit Klarheit, Berechenbarkeit und Orientierung zu tun hat, macht sie allen Beteiligten das Leben leichter. Ihre Mitarbeiter wissen genau, woran sie sind und welche Grenzen es gibt. So ist es für Sie als Leader leichter, Ihre Mitarbeiter zu führen, und für Ihre Mitarbeiter leichter, sich von Ihnen führen zu lassen. Wenn Sie als Leader zu lange zu wenig konsequent waren, wissen Sie sich in schwierigen Situationen oft nicht anders zu helfen, als zur härtesten Variante zu greifen und «auf den Tisch zu hauen». Hier erleben Ihre Mitarbeiter dann Autorität im negativen Sinne. Besser ist es, im normalen Arbeitsalltag ein gesundes und hilfreiches Mass an Konsequenz zu leben und auch bei kleinen Verstössen gegen Vereinbarungen sofort zu reagieren; dann kann Ihnen eine solche Reaktion nicht passieren. Ansonsten verlieren Sie an Glaubwürdigkeit und Akzeptanz als Leader.

Praktizieren Sie Konsequenz

Der grösste Feind der Konsequenz ist die Bequemlichkeit, und deshalb ist die Verführung gross, über vermeintliche Kleinigkeiten hinwegzusehen und abzuwarten. Beispielsweise dann, wenn einige Ihrer Mitarbeiter etwas zu spät kommen, die Mittagspause überziehen oder immer öfter eine Raucherpause einlegen, obwohl das offiziell nicht erlaubt ist. Hier ergeben sich für Sie gute Gelegenheiten, Ihre eigene Konsequenz zu praktizieren und den Mitarbeitern klare und unmissverständliche Botschaften zu geben. Je schneller Sie eingreifen, umso souveräner und ruhiger können Sie dabei vorgehen.

Machen Sie es wie der Chefausbilder der US-Army, der mit 33 Absprüngen aus dem Flugzeug brilliert, in jedem Fitnesstest erstklassige Werte erzielt und eine schwarze Corvette mit dem Nummernschild «No Slack!» fährt, was so viel heisst wie «Nicht nachlassen!». Etwas anderes würden Sie von einem Drill-Sergeant wahrscheinlich auch nicht erwarten. Die Überraschung: Es handelt sich um Commander Sergeant Major Teresa L. King. Sie ist die erste Frau, die das Oberkommando über die strengen Drilleinheiten der US-amerikanischen Armee übernommen hat. Teresa King hat nicht nur durch ihren Rang, sondern gerade aufgrund ihrer konsequenten Art den Respekt ihrer Soldaten.

Agieren Sie – frühzeitig

Die meisten Dinge regeln sich nicht von selbst. Je früher Sie agieren, umso leichter lassen sich Missverständnisse klären bzw. Schwierigkeiten beseitigen. Ausserdem zeigen Sie durch frühzeitiges Eingreifen, dass Sie als Leader präsent sind und sich konsequent in Dinge einmischen, die Sie etwas angehen. Oder Sie zeigen, dass Sie Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stehen, wenn sie Ihre Unterstützung benötigen.

Wenn Sie mit der Leistung eines Mitarbeiters nicht einverstanden sein können, warten Sie nicht die nächste offizielle Gelegenheit ab, sondern organisieren Sie zeitnah ein Gespräch unter vier Augen. Sorgen Sie darüber hinaus für die Einhaltung von Terminen. Lassen Sie es auf keinen Fall zu, dass Deadlines überschritten werden. Sprechen Sie die betroffenen Mitarbeiter an und klären Sie, was dazu geführt hat.

Fordern Sie Lösungsvorschläge ein

Nehmen Sie Ihre Leute in die Pflicht, sprechen Sie mit ihnen über deren Schwierigkeiten und Hindernisse und fordern Sie sie auf, Lösungen zu präsentieren. Vereinbaren Sie klare Regeln und Vorgehensweisen, beispielsweise indem Sie Zwischenberichte einfordern bzw. Checkpoints mit Ihren Mitarbeitern vereinbaren sowie Teilziele entsprechend ausreichend operationalisieren. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf, aktiv zu werden, und geben Sie Ihnen das nötige Vertrauen, dass sie sich an Sie wenden können.

Halten Sie vor allem Ihre Versprechen gegenüber Ihren Mitarbeitern ein, denn das ist sehr wichtig und spielt eine grosse Rolle dabei, wie ernst Sie als Vorgesetzter genommen werden und wie sehr man Ihnen vertraut. Egal, ob es sich um Positives oder um angekündigte Sanktionen handelt, lassen Sie sie Wirklichkeit werden. Falls das einmal nicht möglich sein sollte, erklären Sie es mit Ihren Mitarbeitern bzw. Ihrem Team und gehen Sie auf keinen Fall stillschweigend darüber hinweg

Sind Sie Vorbild und halten Sie sich als erster an die Regeln

Wie Sie als Leader Ihre eigenen Aufgaben erfüllen und Ihre Deadlines einhalten, wie ernst Sie Vereinbarungen nehmen und wie intensiv Sie getroffene Entscheidungen mittragen, ja auch «Kleinigkeiten» beachten – zum Beispiel ob Sie sich selbst an die Regeln in der Kaffeeküche halten oder nicht –, hat enorme Auswirkungen. Je mehr Konsequenz und damit Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit Sie in eigener Sache beweisen, desto leichter werden Ihre Mitarbeiter Ihre Konsequenz ihnen gegenüber annehmen.

Etablieren Sie eine Kultur der Konsequenz: Setzen Sie getroffene Entscheidungen konsequent um und orientieren Sie Ihr Führungsverhalten an den gesteckten Zielen und getroffenen Vereinbarungen.

Checkliste – Konsequent sein

  • Wie konsequent sind Sie in der Umsetzung der vereinbarten Ziele?
  • Halten Sie sich selbst an die vereinbarten Regeln, Prinzipien und Aussagen?
  • Sprechen Sie Ihre Mitarbeiter darauf an, wenn sie sich nicht an die gemeinsam vereinbarten Regeln, Prinzipien und Aussagen halten?
  • Warten Sie zu lange mit der Ansprache einzelner Mitarbeiter, wenn diese nicht liefern, was sie zugesagt haben?
  • Sind Sie zu tolerant und bequem und sehen über vermeintliche Kleinigkeiten hinweg?

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