Gefühlsblockaden: So lösen Sie blockierende Gefühlsmuster auf
Inhalt
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Starke Gefühle wie Angst, Wut oder Frust können zu blockierenden Mustern werden, die den Alltag erheblich beeinträchtigen. Diese automatisierten Reaktionen entstehen durch Verknüpfungen zwischen Ereignissen und emotionalen Zuständen. Mit der Gefühls-Übungsleiter lassen sich solche Muster systematisch erkennen, nach Stärke sortieren und schrittweise durch neue, positive Lösungsstrategien ersetzen.
Die wichtigsten Punkte:
- Gefühle liefern wichtige Informationen, können aber bei starker Intensität blockieren.
- Jedes Gefühlsmuster wird durch spezifische Auslöser (Trigger) aktiviert.
- Die Gefühls-Übungsleiter hilft, Auslöser nach ihrer emotionalen Stärke zu sortieren.
- Durch schrittweises Üben in Vorstellung oder Realität werden Blockaden gelöst.
- Konsequentes Nachspüren und neue Lösungsstrategien führen zu emotionaler Befreiung.

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Wie können Sie mit der Gefühls-Übungsleiter blockierende Gefühlsmuster effektiv auflösen?
Starke Gefühle
Gefühle gehören zu Ihrem Leben. Jeden Tag – spürbar und erlebbar. Jedes Gefühl ist einzigartig in dem Moment und Kontext. Jedes Gefühl bietet Ihnen stets wichtige Informationen, wie es Ihnen geht oder wie Sie etwas bewerten und einschätzen. Gefühle prägen somit Ihr Denken und Ihr Tun.
Wunderbar. Ohne Gefühle wäre die Welt – Ihre Welt – definitiv farbloser und weniger spannend und interessant. Nur, manches Mal sind Ihre Gefühle doch nicht so wunderbar. Ganz im Gegenteil. Bestimmte Gefühle
- nerven,
- irritieren,
- halten Sie in Schach,
- sind einfach viel zu stark,
- lassen Sie nicht mehr los,
- treten immer wieder in ähnlicher oder gar stärkerer Intensität auf,
- bestimmen Ihr Denken und Handeln, kurz Ihr Leben, auf eine Weise, die Ihnen missfällt,
- blockieren Sie.
Und eine Gefühlsblockade ist kein schönes Gefühl, oder? Egal, wie lange diese emotionale Blockade anhält.
Starke Gefühle getriggert
Gefühle, ob stark oder schwach, fallen nicht vom Himmel. Jedes Gefühl wird getriggert. So auch das Gefühl, das Sie blockiert. Leider geschieht dies so schnell, dass Sie den Auslöser nicht immer registrieren. Es geschieht wie von selbst – ganz automatisch. Dabei unterscheidet dieser Automatismus nicht zwischen Realität und Vorstellung. Egal, ob Sie gerade beispielsweise beim Fahrradfahren von einem Autofahrer geschnitten werden oder sich dies nur vorstellen, Ihre Gefühlswelt springt an:
- Schock über den Beinnahe-Zusammenstoss,
- Wut über den rücksichtslosen Autofahrer,
- Angst, weiterzufahren bis Sie sich ganz langsam wieder in Bewegung setzen.
Solche Situationen kennen Sie. Immer wieder gibt es während Ihres Tages Momente, in denen etwas geschieht, das einmalig ein oder auch mehrere Gefühle aktiviert.
Gefühlsmuster entstehen
Manches Mal jedoch bleibt dieser Auslöser „erhalten“, d.h. es hat sich eine Verknüpfung zwischen einem Ereignis oder einer Situation und einem Gefühl entwickelt – beispielsweise:
- Angst vor Spinnen,
- Angst eine Präsentation zu halten,
- Wut über Autofahrer,
- Wut über einen Kollegen,
- Frust über nicht erhaltene Boni,
- Frust über Vorgaben,
- Trauer über das Ausscheiden eines Kollegen,
- Trauer darüber, nicht den Job in der Auslandsniederlassung Ihres Unternehmens erhalten zu haben.
Das Ereignis, ob nun aktuell und real, bereits vergangen oder nur vorgestellt, löst entsprechende Gefühle in Ihnen aus. Und zwar wieder und wieder und wieder, d.h. Sie haben beispielsweise grundsätzlich Angst vor Spinnen. Oder vor jeder Präsentation, die Sie halten müssen, graut es Ihnen, egal, wie gut die vergangenen gewesen sind. Oder die Wut über einen Kollegen poppt immer wieder auf, wenn Sie ihn sehen.
Sie haben ein Gefühlsmuster entwickelt. Ein Gefühlsmuster, das Sie stört und blockiert. Ein Gefühlsmuster, das Sie gerne weghätten. Verständlich. Und machbar. Denn hinter vielen dieser Muster verbergen sich tief sitzende Gefühlsblockaden. Mit der Gefühls-Übungsleiter lösen Sie blockierende Gefühlsmuster und Gefühlsblockaden auf.
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Die Gefühls-Übungsleiter befreit: 5 Schritte
Mit der Gefühls-Übungsleiter üben Sie Schritt für Schritt, Ihre jeweiligen blockierenden Gefühlsmuster zu reduzieren und loszulassen. Für dieses Üben benötigen Sie zwei Dinge: Zeit und Ihr Engagement.
Schritt 1: Das blockierende Gefühl benennen
Meist gibt es nicht nur ein blockierendes Gefühl. Oft sind es mehrere Gefühlsmuster, die sich entwickelt haben und immer wieder getriggert werden. Vielleicht haben Sie Angst vorm Fliegen. Vielleicht denken Sie mit Grauen an Ihren nächsten Zahnarzttermin. Vielleicht packt Sie Wut, wenn Sie an die verpasste Versetzung denken.
Benennen Sie also Ihr Gefühl und Ihr entstandenes Gefühlsmuster. Gerne listen Sie auch alle anderen blockierenden Gefühlsmuster auf, die Sie nach und nach auflösen möchten.
Schritt 2: Sich den Auslösern stellen
Gefühle passieren nicht einfach so. Gefühle werden aktiviert. So auch Ihr Gefühlsmuster. Deshalb ist es wichtig, die unterschiedlichen Auslöser wahrzunehmen. Listen Sie alles auf, was das jeweilige Gefühlsmuster auslösen kann: Ob ein Gedanke, eine Vorstellung von Ihnen, ein Artikel, eine Geschichte, etwas, was jemand sagt oder etwas, das Sie sehen.
Auslöser für Ihre Gefühlsmuster aufdecken:
| Gefühl | Auslöser |
|---|---|
| Angst, mit dem Aufzug zu fahren |
|
| Wut über die verpasste Versetzung |
|
Checkliste
- Benennen Sie das konkrete blockierende Gefühl und das dahinterliegende Muster.
- Listen Sie alle Auslöser auf, die dieses Gefühl in Ihnen aktivieren (Gedanken, Situationen, Personen).
- Spüren Sie für jeden Auslöser die emotionale Stärke zwischen 5 % und 100 % nach.
- Erstellen Sie die Gefühls-Übungsleiter, sortiert vom schwächsten zum stärksten Auslöser.
- Beginnen Sie das Üben mit dem Auslöser der untersten Stufe (niedrigste Intensität).
- Konzentrieren Sie sich während des Übens auf Ihren Atem, um die Kontrolle zu behalten.
- Unterbrechen Sie die Übung sofort, wenn die emotionale Grenze überschritten wird.
- Entwickeln Sie für jede Stufe neue positive Lösungsstrategien und Visualisierungen.
- Üben Sie so lange auf einer Stufe, bis diese emotional neutralisiert ist.
- Führen Sie das Training konsequent bis zur obersten Stufe der Leiter durch.
Schritt 3: Stärke des Gefühls-„Ausbruchs“ festlegen
Jeder Auslöser triggert Ihr Gefühl und Ihr Gefühlsmuster. Allerdings – und das ist das Gute – unterschiedlich stark. Vielleicht ist der Anblick eines kleinen Aufzugs weniger angsteinflössend, als die Vorstellung, der Strom fällt aus und Sie sitzen im Aufzug fest, ohne jemand über die Notrufanlage zu erreichen. Vielleicht triggert der Anblick eines London-Fotos im Reisemagazin eine kleine Verärgerung, während das „Beileid“ des englischen Kollegen Sie innerlich „zum Kochen bringt.“
Widmen Sie sich Ihrer Liste mit möglichen Auslösern. Sie werden zweifelsfrei mehrere Auslöser notiert haben. Gehen Sie diese nach und nach durch, d.h. spüren Sie, wie stark der jeweilige Auslöser das Gefühl auslöst. Benennen Sie den Grad der Stärke: Mit 5%, 10%, 15% bis hin zu 100%.
Die Stärke der Auslöser:
| Gefühl | Auslöser |
|---|---|
| Angst, mit dem Aufzug zu fahren |
|
| Wut über die verpasste Versetzung |
|
Gönnen Sie sich danach eine kurze Pause. Denn das Nachspüren hat emotional aufgewühlt. Vielleicht stehen Sie auf. Vielleicht trinken Sie etwas Wasser. Vielleicht denken Sie auch an etwas Schönes, wie Ihr letzter Urlaub oder das Abendessen mit Freunden.
Schritt 4: Die Gefühls-Übungsleiter erstellen
Sind Sie emotional wieder in Balance, schichten Sie Ihre Auslöser-Liste um. Sie erstellen Ihre Gefühls-Übungsleiter. Dafür notieren Sie den Auslöser mit dem
- niedrigsten Wert auf der untersten Stelle,
- zweitniedrigsten Wert auf der Stufe danach usw.
- höchsten Wert auf der obersten Stufe.
Prima. Ihre Gefühls-Übungsleiter steht.
Gefühls-Übungsleiter:
| Gefühl | Auslöser und ihre Stufen |
|---|---|
| Angst, mit dem Aufzug zu fahren | Stufe 3: Sie malen sich aus, wie der Aufzug stecken bleibt und die Notrufanlage nicht funktioniert. 90% |
| Stufe 2: Der Aufzug ist überfüllt. Sie befürchten, nicht hinauszukommen. – 35% | |
| Stufe 1: Der Aufzug sieht alt aus. – 15% | |
| Wut über die verpasste Versetzung | Stufe 3: Sie begegnen dem Kollegen im Flur, der statt Ihnen in London arbeiten wird – 95% |
| Stufe 2: Sie telefonieren mit einem Kollegen in London, der sein „Beileid“ über die verpasste Chance ausdrückt. 65% | |
| Stufe 1: Sie sehen ein Prospekt über London. Dort hätten Sie jetzt arbeiten können. – 10% |
Schritt 5: Desensibilisieren mit der Gefühls-Übungsleiter
Gefühlsblockaden aufzulösen, gelingt auf drei Arten: In
- Ihrer Vorstellung
- der Realität
- einer Kombination aus beidem: Zuerst in der Vorstellung, dann mit einem Praxistest.
Damit es gut gelingt,
- gehen Sie nur an Ihre emotionale Grenze, d.h. wenn Ihr Gefühl zu stark getriggert wird, unterbrechen Sie Ihre Vorstellung oder Sie verlassen in der Realität die Situation.
- konzentrieren Sie sich immer wieder auf Ihren Atem, um die Kontrolle zu behalten.
- üben Sie so lange auf einer Stufe, bis Sie diese wirklich bewältigt haben.
- achten Sie auf Ihre Gedanken – und lernen diese zu lenken.
- nutzen Sie Ihre Vorstellung, um Lösungsstrategien zu entwickeln, die neue positive Gefühle auslösen.
- setzen Sie viele Ideen für Lösungsstrategien frei, die Sie auf den einzelnen Stufen der Übungsleiter üben wollen.
Gefühls-Übungsleiter:
| Gefühl | Auslöser und ihre Stufen | Übung neuer Lösungsstrategien |
|---|---|---|
| Angst, mit dem Aufzug zu fahren | Stufe 1: Der Aufzug sieht alt aus. – 15% |
|
| Wut über die verpasste Versetzung | Stufe 1: Sie sehen ein Prospekt über London. Dort hätten Sie jetzt arbeiten können. – 10% |
|
FAQ: Gefühlsblockaden
Was genau ist eine Gefühlsblockade?
Eine Gefühlsblockade entsteht, wenn sich ein spezifisches Ereignis oder eine Situation dauerhaft mit einem starken, oft negativen Gefühl verknüpft hat. Dies führt zu automatisierten Reaktionen, die das Denken und Handeln einschränken, wie etwa Angst vor Aufzügen oder Wut bei bestimmten Gesprächspartnern.
Wie funktioniert die Gefühls-Übungsleiter im Detail?
Die Leiter sortiert die Auslöser eines Gefühls nach ihrer emotionalen Intensität. Man beginnt beim schwächsten Auslöser und übt dort, bis die Reaktion abnimmt. Schritt für Schritt arbeitet man sich zu stärkeren Auslösern vor, wobei man neue, positive Lösungsstrategien anwendet.
Kann ich die Methode auch ohne therapeutische Begleitung anwenden?
Ja, die Methode ist als Selbsthilfe-Tool konzipiert. Wichtig ist jedoch, sich nur an die eigene emotionale Grenze heranzutasten und die Übung bei zu starker Überwältigung sofort zu unterbrechen, um sich wieder zu beruhigen.
Wie lange dauert es, bis ein Gefühlsmuster aufgelöst ist?
Die Dauer variiert individuell und hängt von der Tiefe der Blockade sowie der Regelmässigkeit des Übens ab. Entscheidend ist, jede Stufe der Leiter so lange zu üben, bis sie emotional neutralisiert ist, bevor man zur nächsten Stufe übergeht.