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Lohnausweisempfänger: Die Mehrwertsteuer im Lohnausweis

Mehrwertsteuer und Lohnausweisempfänger – ein immerwährendes Thema, welches häufig unterschätzt wird. Die korrekte Handhabung von Privatanteilen bei Lohnausweisempfängern ist immens wichtig und fordert die Personalabteilung.

16.02.2021 Von: Sibylle Merki
Lohnausweisempfänger

MWST-Info Nr. 8 zum Thema Lohnausweisempfänger

Obwohl es eine grosse Herausforderung ist, sich immer auf dem Laufenden halten zu können, wird sich dieser Zeiteinsatz als lohnenswert erweisen. Dadurch können nämlich unliebsame Nachträge vermieden werden. Kommt es in einem Betrieb zu einer Kontrolle durch die Mehrwertsteuerbehörden, können Nachträge für die fünf vergangenen Kalenderjahre vorgenommen werden. Das kann nicht nur zu höheren Steuernachbelastungen, sondern auch zu Verzugszinsen führen. Im schlimmsten Fall ist allenfalls auch eine Strafsteuer und/oder Busse möglich.

Anfangs November 2018 wurde der erste Entwurf der Anpassungen im Zusammenhang mit Lohnausweisempfängern auf der Homepage der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Mehrwertsteuer, aufgeschaltet. Der zweite Entwurf der Praxisanpassungen wurde dann am 14. März 2019 publiziert. Bei den Praxisanpassungen geht es einerseits um andere Gehaltsnebenleistungen (wie beispielsweise Abgabe eines Generalabonnements usw.) und andererseits um die Übernahme von Weiterbildungskosten durch den Arbeitgeber. Ein weiterer Punkt sind auch noch die mehrwertsteuerlichen Auswirkungen der Finanzierung vorbereitenden Kursen auf eidgenössischen Prüfungen (sog. Subjektfinanzierung).

Aber generell stellt sich die Frage, welche Punkte bei einem Lohnausweisempfänger berücksichtigt werden sollten? Dieser Artikel kann nur (Stand Gesetzgebung: 13.01.2020) auf einzelne Punkte der umfassenden
Mehrwertsteuerinfo 08 eingehen. Ziel dieser Ausführungen ist es, die Personalverantwortlichen einmal mehr für die Wichtigkeit der Mehrwertsteuer im Lohnausweis zu sensibilisieren.

Privatanteile und Lohnausweisempfänger

In einem ersten Schritt sollte festgehalten werden, welche Personengruppen überhaupt als Lohnausweisempfänger gelten und wann wir von Privatanteilen sprechen. Erst dann kann in einem zweiten Schritt die Deklaration in der Mehrwertsteuerabrechnung in Angriff genommen werden.

Sobald an eine gewisse Personengruppe Leistungen unentgeltlich oder vergünstigt erfolgen, sprechen wir der Einfachheit halber von Privatanteilen. Werden solche Leistungen erbracht, kann dies je nach Personengruppe
zu Vorsteuerkorrekturen oder zur Versteuerung eines Entgelts führen.

Als Lohnausweisempfänger gelten einerseits alle Personen, die einer unselbstständigen Tätigkeit nachgehen und dafür einen Lohnausweis erhalten. Den Lohnausweisempfängern gleichgestellt sind ehemalige Mitarbeiter, welche aufgrund des seinerzeitigen Arbeitsvertrags oder einer Vereinbarung auch nach dem Austritt aus dem Unternehmen Anrecht auf Leistungen haben.

Grundsätzlich handelt es sich um nachfolgende Personengruppe:

  • Personal
  • eng verbundene Personen, sofern sie im jeweiligen Betrieb angestellt sind
  • Teilhaber von Personengesellschaften, die im Betrieb mitarbeiten
  • im Betrieb mitarbeitende Familienangehörige
  • Verwaltungs- und Stiftungsräte, welche einen Lohnausweis erhalten

Steuerliche Auswirkungen (Bemessungsgrundlagen)

Wichtig ist es, mindestens einmal jährlich die Privatanteile zu deklarieren. Da die Höhe der zu entrichtenden Privatanteile nach der effektiven Methode nicht immer einfach ist, stellt die Mehrwertsteuerverwaltung für viele Sachverhalte eine annäherungsweise Ermittlung mittels Pauschalen zur Verfügung. Diese gehen auch aus der Mehrwertsteuerinfo 08 hervor.

Bei einem Privatanteil kann es sich um Eigenverbrauch oder Teil einer gemischten Verwendung (Vorsteuerkorrektur) handeln. Auch besteht die Möglichkeit, dass es eine Leistung (Lieferung von Gegenständen oder Dienstleistungen) darstellt.

Werden diese Leistungen an das Personal entgeltlich erbracht, ist die Steuer vom tatsächlich empfangenen Entgelt zu berechnen. Leistungen des Arbeitgebers an das Personal, die im Lohnausweis zu deklarieren sind, gelten als entgeltlich erbracht.

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