05.10.2018

Lohnvergleich: Die verschiedenen Arten

Es gibt höchst unterschiedliche Arten von Lohnvergleichen. Im Folgenden soll eine pragmatische Klassifizierung vorgestellt werden.

Von: Thomas Wachter  DruckenTeilen Kommentieren 

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 

Als Unterscheidungskriterien bietet sich eine Spannbreite an, die von verschiedenen Zielgruppen bzw. den Nutzern bis zum Arbeitsmarkt und zur Periodizität reicht. 

1. Lohnvergleich nach Zielgruppen (Nutzer)

Der Lohnvergleich richtet sich an Unternehmen, Arbeitnehmende resp. Arbeitnehmendenvertretungen und deren Verbände, an die Gerichte (z.B. für die Prüfung der Ortsüblichkeit), an Medien oder an die Öffentlichkeit.

2. Lohnvergleich nach Datentyp

Mehrheitlich werden funktionsbezogene Lohnvergleiche durchgeführt. Diese sind danach zu unterscheiden, ob der Vertragslohn oder der Gesamtlohn berücksichtigt wird. Daneben gibt es spezifische Lohnvergleiche, welche beispielsweise auf Lohnnebenleistungen, Boni, Beteiligungen und dergleichen fokussieren. Eine weitere sehr wesentliche Form von Lohnvergleichen sind die Vergleiche der jährlichen Lohnerhöhungen sowie die erwähnten Total-Compensation-Vergleiche, welche die Struktur des gesamten Gehaltspakets vergleichen.

3. Lohnvergleich nach Trägerschaft und Finanzierung

Lohnvergleiche können aus einem spezifischen Bedürfnis heraus für die Beantwortung einer spezifischen Frage lanciert werden. Sie können auch als permanentes Instrument aufgebaut werden und von einem externen Anbieter oder einem Verband für die entsprechende Gruppe regelmässig durchgeführt werden. Diese Lohnvergleiche werden entweder von den Teilnehmenden oder über die allgemeinen Mitgliederbeiträge finanziert. Andere Trägerschaften können Medien oder Stellenbörsen sein, welche eine Plattform zur Verfügung stellen und so den Kunden einen Mehrwert anbieten. Mehrheitlich sind diese Angebote gratis. Sind die Auswertungen kostenpflichtig, wird in der Regel ein Rabatt gewährt, wenn auch Daten geliefert werden. Ausserdem kann eine öffentliche Statistikstelle (BFS, kantonales statistisches Amt, OECD, EU) diese Aufgabe haben oder im Rahmen eines Forschungsprojektes wird durch eine Hochschule ein Angebot geschaffen. Die Finanzierung erfolgt dann durch die Trägerschaft .

4. Lohnvergleich nach Zugänglichkeit

Zu unterscheiden sind Zugänglichkeit und Form der Abfrage und Datenerfassung. Offene Abfragen stehen allen offen, halboffene erfordern eine Registrierung oder Mitgliedschaft, welche aber nicht weiter beschränkt wird, geschlossene Abfragen stehen nur einem geschlossenen Nutzerkreis zur Verfügung. Analog kann die Datenerfassung erfolgen: Von der gesetzlichen Pflicht bei der öffentlichen Statistik mitzumachen, über einen völlig offenen Teilnehmendenkreis (beispielsweise bei Lohnvergleichen von Medien und Stellenbörsen) und bis zu einem geschlossenen, in der Regel vertraglich gebundenen Teilnehmendenkreis.

5. Lohnvergleich nach Arbeitsmarkt und Periodizität

Firmen machen einerseits Lohnvergleiche ohne externe Unterstützung, meistens in Form von regionalen bzw. lokalen Absprachen, so genannten Ad-hoc-Vergleichen. Andererseits arbeiten Firmen, wenn es um Lohnvergleiche geht, mit spezialisierten Beratungsunternehmungen (diese Rolle nehmen zum Teil auch Verbände wahr) zusammen: Entweder sie geben den Auftrag, einen individuellen, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Marktvergleich zu erstellen oder sie entscheiden sich für einen bestehenden Vergleich, in dem sie daran teilnehmen oder diesen einfach nur erwerben. Die direkte Teilnahme ist zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, bietet aber den Vorteil, dass man die eigenen Löhne unmittelbar mit denen der anderen Firmen vergleichen kann. In der Regel lohnt sich eine Teilnahme auch in finanzieller Hinsicht, da Anbieter bei der Teilnahme einen Rabatt auf die Auswertungen gewähren.

Lohnzahlungspflicht

Das wichtigste in Kürze
Die Lohnzahlungspflicht ist die Hauptpflicht des Arbeitgebers. «Durch den Einzelarbeitsvertrag verpflichtet sich der Arbeitnehmer auf bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Leistung von Arbeit im Dienst des Arbeitgebers und dieser zur Entrichtung eines Lohnes, der nach Zeitabschnitten (Zeitlohn) oder nach der geleisteten Arbeit (Akkordlohn) bemessen wird.» (Art. 319, Abs. 1 OR).

«Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer den Lohn zu entrichten, der verabredet oder üblich oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt ist» (Art. 322 Abs. 1 OR). Es besteht somit Vertragsfreiheit betreffend Lohnhöhe. Eingeschränkt ist die Vertragsfreiheit lediglich sofern ein Gesamtarbeitsvertrag oder ein Normalarbeitsvertrag Regelungen enthält (eher die Ausnahme) oder im Fall, wenn keine Vereinbarung betreffend Lohn getroffen wurde (es ist dann der übliche Lohn geschuldet).

Rechtliche Grundlagen

Der Lohn ist dem Arbeitnehmer am Ende jedes Monates auszurichten. Im Einzelarbeitsvertrag können nur kürzere, nicht aber längere Zahltagsperioden verabredet werden (Art. 323 OR).

Dem Arbeitnehmer ist eine schriftliche Abrechnung zu übergeben. Vereinbarungen über die Verwendung des Lohnes im Interesse des Arbeitgebers, also beispielsweise die Verpflichtung einen Teil des Lohnes für Bezüge im eigenen Unternehmen zu verwenden, sind ungültig (Art. 323b OR).

Weitere Vorschriften bestehen u.a. zur Anrechnung des Naturallohnes (Unterkunft und Verpflegung, Art. 322 Abs. 2 OR), zum Anteil am Geschäftsergebnis (Art. 322a OR), zur Provision (Art. 322b und Art. 322c OR), zur Gratifikation (sofern verabredet, Art. 322d OR) und zum Akkordlohn (Art. 326 und Art. 326a OR).

Schlussfolgerung: Aus rechtlicher Sicht kann die Art des Lohnes und die Berechnung der Lohnhöhe frei vereinbart werden. Dabei sind die sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen und die Regelungen des OR betreffend rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten.

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Lohnabrechnung - Basic

Sicher und kompetent korrekte Lohnabrechnungen erstellen

Erarbeiten Sie sich in nur einem Tag das Grundlagenwissen für die korrekte Lohnabrechnung. So erledigen Sie Monats- und Stundenlohnabrechnungen sowie die Schlusslohnabrechnung souverän.

Nächster Termin: 25. Oktober 2018

mehr Infos

Produkt-Empfehlungen

  • Lohn- und GehaltsPraxis

    Lohn- und GehaltsPraxis

    So wickeln Sie Lohnabrechnungsprozesse in allen Fällen effizient und korrekt ab.

    ab CHF 168.00

  • Newsletter Lohn und Sozialversicherungen

    Newsletter Lohn und Sozialversicherungen

    Aktuelles Praxiswissen für Personal- und Lohnverantwortliche.

    Mehr Infos

  • Lohn, Lohnabrechnung und Lohndeklaration

    Lohn, Lohnabrechnung und Lohndeklaration

    Die verschiedenen Entlöhnungsformen, die Lohnabrechnung und die Lohndeklaration am Jahresende.

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Lohnabrechnung - Basic

    Sicher und kompetent korrekte Lohnabrechnungen erstellen

    Nächster Termin: 25. Oktober 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Lohnabrechnung - Advanced

    So rechnen Sie komplexe Lohnabrechnungen 100%ig richtig ab

    Nächster Termin: 20. November 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Lohn und Arbeitsrecht

    Arbeitsrechtsfragen im Zusammenhang mit Lohnzahlungen sicher klären

    Nächster Termin: 15. November 2018

    mehr Infos

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos