07.05.2018

Lohnzuschläge: Stundenlöhne mit Aufpreis

Ferien- und Feiertags-, Nacht-, Sonntagszuschläge sorgen bei der Lohnabrechnung von Stundenlohnmitarbeitenden immer wieder für Unsicherheiten. In welchen Fällen werden Entschädigungen fällig und wie sind diese zu berechnen? Und wie soll überhaupt der Stundenlohn ermittelt werden?

Von: Thomas Wachter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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Lohnzuschläge

Berechnung des Stundenlohns

Wie viel soll ich einem Pensionierten mit einer Anstellung im Stundenlohn bezahlen? Wie hoch soll der Stundenlohn einer Aushilfe sein? Um diese Frage zu beantworten, müssen die Stundenlöhne mit den Monatslöhnen verglichen werden. Die Umrechnung eines Stundenlohns von CHF 25.– in einen Monatslohn erfolgt mit der Anzahl der Jahresstunden. Bei einer 40-Stunden-Woche wird mit 52 Wochen gerechnet, also mit 2080 Stunden pro Jahr. Der Jahreslohn beträgt somit CHF 52 000.–, der Monatslohn bei 13 Monatslöhnen CHF 4000.–.

Wir empfehlen, jedes Jahr gleich zu rechnen, also nicht über die jeweilige Anzahl Arbeitstage oder Kalendertage pro Jahr. Der Grund: Die Stundenlöhne würden jedes Jahr ändern. Wahlweise kann jedoch mit der exakten Wochenzahl gerechnet werden. Im langjährigen Mittel umfasst ein Jahr 365,24 Tage, also kann mit 364,24 / 7 = 52,18 Wochen gerechnet werden. Die obige Berechnung ergibt dann 2087,2 Jahresstunden und einen Monatslohn von CHF 4013.85. Der Unterschied ist minimal.

Die Umrechnung eines Monatslohns von CHF 3000.– (bei 13 Monatslöhnen und 42-Stunden-Woche) in einen Stundenlohn erfolgt dann analog: (13 × CHF 3000.–) / (52 × 42) = CHF 17.86.

Zuschlag für den 13. Monatslohn

Der 13. Monatslohn ist in der obigen Berechnung eingerechnet, die ermittelten Stundenlöhne sind also inklusive 13. Monatslohn. Der 13. Monatslohn ist freiwillig und muss in aller Regel nicht einzeln ausgewiesen werden. Abweichungen ergeben sich nur dort, wo allen Mitarbeitenden, also auch den Mitarbeitenden im Stundenlohn, ein 13. Monatslohn versprochen wird. Dann empfi ehlt es sich, den 13. Monatslohn einzeln auszuweisen. Die Berechnung bei einem Stundenlohn von CHF 22.50 geschieht wie folgt:

Wahlweise kann auch auf CHF 0.05 gerundet werden. Bei korrekter Rundung ergeben sich in keinem Fall Rundungsdifferenzen.

 

BasisansatzCHF 22.50 × (12/13) =CHF 20.77
13. MonatslohnCHF 22.50 × (1/13) =CHF 1.73
Total CHF 22.50

Ferienzuschlag

Bei Stundenlohnangestellten werden oft die Ferien laufend ausbezahlt. Bei der Berechnung des Ferienzuschlags hat es sich eingebürgert, mit 260 Arbeitstagen pro Jahr zu rechnen, obwohl ein Jahr im langjährigen Mittel 261 Arbeitstage umfasst. Die Formel für den Ferienzuschlag lautet: Ferienzuschlag in % = Anzahl Ferientage / (260 – Anzahl Ferientage). Für 4 Wochen Ferien (20 Ferientage) errechnen wir dann (20 / 260 – 20) = 8,33 Prozent. Wird mit 261 Arbeitstagen gerechnet, ergeben sich leichte Abweichungen: Bei 4 Wochen Ferien beträgt der Zuschlag dann 8,3 Prozent.

Gemäss Art. 329d Abs. 2 OR dürfen Ferien nicht durch Geldleistungen abgegolten werden, sondern müssen bezogen werden. Ferienzuschläge sind nur bei unregelmässigen Arbeitseinsätzen oder sehr kurzem Arbeitsverhältnis möglich. Mehrere Bundesgerichtsentscheide machen die Rechtslage klar: Die Ferienentschädigung gilt bei Mitarbeitenden im Stundenlohn nur dann als ausbezahlt, wenn sie in der Lohnabrechnung separat in CHF deklariert wird. Wer sich nicht an diese Bestimmungen hält, riskiert, die Ferienzulagen am Ende des Arbeitsverhältnisses nochmals bezahlen zu müssen. Bei Stundenlohnangestellten, welche regelmässig arbeiten, besteht ein Abgeltungsverbot. Wer sicher sein will, bezahlt diesen Mitarbeitenden die Ferienentschädigung nicht laufend aus, sondern schreibt die Ferienentschädigung monatlich gut. Beispielsweise werden also monatlich 8,33 Prozent als Ferienanteil aufsummiert, auf der Lohnabrechnung als Guthaben deklariert und erst beim Bezug von Ferien ausbezahlt.

 

Ferienanspruch

Ferienzuschlag
ArbeitstageWochenFormelProzent
204.020 / (260 – 20) =8.33%
234.623 / (260 – 23) =9.70%
255.025 / (260 – 25) =10.64%
275.427 / (260 – 27) =11.59%
306.030 / (260 – 30) =13.04%

Feiertagszuschlag

Der Feiertagszuschlag von Mitarbeitenden im Stundenlohn war lange Zeit umstritten. Am 4. Mai 2010 hat das Bundesgericht jedoch entschieden, dass kein Anspruch auf Abgeltung der von den Kantonen defi nierten Feiertage besteht (BGE 4A_54/2010). Lediglich der 1. August ist zu bezahlen, sofern dieser auf einen Werktag fällt. Damit widerspricht das Bundesgericht der Genfer Justiz sowie Arbeitsrechtsexperten, die ein solches Recht aus dem UNO-Pakt I ableiten wollten. Der Feiertagszuschlag für Mitarbeitende im Stundenlohn ist also nicht vorgeschrieben und – sofern nicht vertraglich vereinbart – freiwillig.

PRAXISTIPP
Obwohl aus rechtlicher Sicht mit Ausnahme des 1. August kein Anspruch auf Abgeltung der Feiertage für Mitarbeiter im Stundenlohn besteht, empfehlen wir, eine Feiertagsentschädigung zu vereinbaren, um eine Benachteiligung gegenüber einer Anstellung im Monatslohn zu vermeiden.

Wie aber sollen Feiertage entschädigt werden? Tatsächlich ist die Berechnung des Feier tagszuschlags nicht ganz einfach. Feiertage sind kantonal verschieden, teilweise noch regional. Die Kantone können nach Arbeitsgesetz maximal 8 Feiertage den Sonntagen gleichstellen. Dazu kommt noch der in der Verfassung festgeschriebene 1. August. Üblicherweise ist somit von 9 Feiertagen pro Jahr auszugehen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass einige der Feiertage fest sind, also immer am gleichen Datum stattfi nden und somit mit einem Wochenende zusammenfallen können, während die beweglichen Feiertage immer gewährt werden. Im Schnitt fallen somit nicht 9, sondern lediglich 7,5 Feiertage auf einen Werktag.

Eine einfache Rechnung geht davon aus, dass der Feiertagszuschlag gleich wie Ferien gerechnet wird: 7,5 Feiertage ergeben dann 7,5 / (260 – 7,5) = 2,97 Prozent, gerundet also 3 Prozent. Diese Berechnungsweise hat den Nachteil, dass dann nicht mit dem Basislohn gerechnet werden kann, sondern der Basislohn plus der Ferienanteil die Basis für die 3 Prozent bilden müssen. Eine zweite Berechnungsweise betrachtet Ferien und Feiertage zunächst gemeinsam: Bei 20 Ferientagen und 7,5 Feiertagen sind total 27,5 Tage frei, also 27,5 / (260 – 27,5) = 11,83 Prozent. Davon beträgt der Ferienanteil 8,33 Prozent, der Feiertagsanteil somit 3,5 Prozent. Diese Methode hat den Nachteil, dass der Feiertagszuschlag vom Ferienanspruch abhängt. Bei 5 Wochen Ferien ergibt obige Rechnung 3,65 Prozent. Viele Unternehmen gewähren mehr als 9 Feiertage im Jahr. Wir empfehlen Ihnen, mit folgenden Zuschlägen zu arbeiten:

 

Feiertage Zuschlag
93,25%
103,65%
114,05%
124,45%
134,85%
145,25%
155,65%
166,05%

Die Werte sind so optimiert, dass der Unterschied zwischen einer Person im Monatslohn und einer im Stundenlohn mit einem 100-Prozent-Pensum möglichst gering ist. Die Berechnung des Stundenlohns erfolgt dabei nach der eingangs beschriebenen Methode mit 52 Wochen (was etwas zu hohe Werte ergibt). Die Matrix kann für 4 oder 5 Wochen Ferienanspruch verwendet werden.

Familienzulagen

Auch Mitarbeitende im Stundenlohn haben Anrecht auf Familienzulagen. Mindestens muss im Jahr ein Lohn von CHF 7050.– (Stand 2018) erzielt werden. In der Regel wird auf den Monat abgestellt, der minimale Monatslohn beträgt CHF 587.50

Zuschlag bei Nachtarbeit

Nachtarbeit zwischen 23.00 und 6.00 Uhr ist in der Schweiz untersagt. Für Ausnahmen braucht es eine Bewilligung. Das Gesetz unterscheidet zwischen dauernder oder regelmässig wiederkehrender Nachtarbeit sowie vorübergehender Nachtarbeit. Es gilt eine Vielzahl von Bestimmungen und Ausnahmen. Für regelmässige oder dauernde Nachtarbeit ist zusätzliche Freizeit von 10 Prozent zu gewähren. Vorübergehende Nachtarbeit ist mit einem Lohnzuschlag von 25 Prozent zu entschädigen.

Zuschlag bei Sonntagsarbeit

Wie Nachtarbeit ist auch Sonntagsarbeit bewilligungspfl ichtig. Sonntagsarbeit zwischen Samstag 23.00 und Sonntag 23.00 Uhr ist ohne Bewilligung untersagt. Feiertage gelten als Sonntage, soweit sie den Sonntagen rechtlich gleichgestellt sind. Das Gesetz unterscheidet zwischen dauernder oder regelmässig wiederkehrender Sonntagsarbeit sowie vorübergehender Sonntagsarbeit. Bei dauernder oder regelmässiger Sonntagsarbeit gibt es keinen Zeitzuschlag und keinen Lohnzuschlag. Bei vorübergehender Sonntagsarbeit beträgt der Lohnzuschlag 50 Prozent.

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