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Stundenlohn: Das sind die Rahmenbedingungen

Neben der Bezahlung im Monatslohn ist die Abgeltung im Stundenlohn weit verbreitet. Hier wird nur die effektiv geleistete Arbeitszeit bezahlt. Welche Rahmenbedingungen gelten sonst noch?

01.06.2022 Von: Thomas Wachter
Stundenlohn

Ferien, bezahlte Absenzen und Lohnfortzahlung bei Stundenlohn

Anstellungen im Stundenlohn sind oft zeitlich flexibel ausgestaltet und in diesen Fällen ist für die Mitarbeitenden nicht klar, wie viel Lohn bei der Auszahlung auf dem Konto ist. Ein 13. Monatslohn oder eine Gratifikation wird kaum je ausgerichtet, meist wird jedoch ein 13. Monatslohn bei der Berechnung des Stundenlohns berücksichtigt.

Bezahlte Ferien sind in jedem Fall bei Stundenlohn obligatorisch. Damit ist gemeint, dass während den Ferien Lohnfortzahlung geleistet wird. Viele Unternehmen zahlen hingegen die Ferien laufend aus. Solange die Ferien im Vertrag und auf der Lohnabrechnung in Prozent und in Franken angegeben sind, ist dies zwar falsch, stellt aber in der Regel kein grosses Risiko dar. Angaben wie «inkl. Ferien» reichen aber nicht aus, hier ist das Risiko, dass Ferien nachbezahlt werden müssen, gross.

Die Zuschläge für Ferien betragen:
 

Ferien Zuschlag Bemerkung
4 Wochen 8.33 % Minimale Dauer der Ferien nach dem 20. Altersjahr nach OR
5 Wochen 10.64 % Minimale Dauer bis und mit 20. Altersjahr nach OR
6 Wochen 13.04 %  

Die Abgeltung von Feiertagen ist - mit Ausnahme des Bundesfeiertags - nicht vorgeschrieben (BGE 136 I 290). Teilweise leisten die Unternehmen freiwillig Lohnfortzahlung an Feiertagen, teilweise werden die Feiertage als Zuschläge bezahlt. Wir empfehlen, 3 bis 3.5 % als Abgeltung für Feiertage.

 

Das gleiche gilt für private Absenzen wie Wohnungsumzug, Hochzeiten, Todesfälle etc.: Es besteht keine Pflicht, solche ausgefallenen Stunden zu entschädigen.

Anders jedoch bei Arbeitsverhinderung: hier ist die Lohnfortzahlung auch bei Stundenlohn zu gewähren. Bei Krankheit, Unfall und obligatorischen Dienstleistungen sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gleichgestellt - egal ob sie im Stunden- oder Monatslohn arbeiten. Für Stundenlohnmitarbeitende gelten somit die gleichen Rahmenbedingungen wie für Monatslohnangestellte. Nach OR gilt die Lohnfortzahlung ab dem 4. Anstellungsmonat für die sogenannte „beschränkte Dauer” nach Art. 324a OR: 3 Wochen im ersten Anstellungsjahr und anschliessend entsprechend der Zürcher-, Berner- oder Basler-Skala. Abweichende gleichwertige Lösungen sind möglich.

Dabei stellt sich die Frage, ob die Lohnfortzahlung durch einen Lohnzuschlag abgegolten werden darf. Dies ist gemäss einem Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 19. April 2012 (in JAR 2013) möglich. Allerdings sind die administrativen Hürden hoch, so dass sich diese Lösung kaum lohnt. Der Zuschlag muss genügend hoch sein, um eine Einzelkrankentaggeldversicherung abzuschliessen und der Arbeitgeber muss sich versichern, dass der Arbeitnehmer tatsächlich versichert ist. Der Beitrag an die Krankentaggeldversicherung muss zudem in den Lohnabrechnungen separat ausgewiesen werden.

Auch bei den Sozialversicherungen bestehen keine Sonderregelungen für Mitarbeitende im Stundenlohn. So gilt etwa die gleiche Voraussetzung für die Nichtberufsunfallversicherung (8 Wochenstunden) oder die gleiche Eintrittsschwelle für die berufliche Vorsorge (CHF 21'330.-/Jahr).

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