14.06.2016

Teilweise Arbeitsunfähigkeit: Lohnabrechnung bei Arbeitsverhinderung

Die Lohnfortzahlung orientiert sich daran, was die Person an Lohn erzielt hätte, wenn sie gearbeitet hätte. Dabei sind nicht nur der eigentliche Lohn, sondern auch beispielsweise ausfallende Schichtzulagen, Boni, Provisionen sowie Naturalleistungen einzurechnen. Selbst Spesen für weiterlaufende Kosten sind weiterhin zu erbringen. Die Höhe von schwankenden Lohnbestandteilen kann entweder durch das Referenzperiodenprinzip (z. B. die vergangenen zwölf Monate als Referenzperiode) oder das Lohnausfallprinzip (Lohn, welcher in der betreffenden Zeit erzielt worden wäre) bestimmt werden.

Von: Thomas Wachter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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Teilweise Arbeitsunfähigkeit

Teilweise Arbeitsunfähigkeit

Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit stellt sich die Frage, ob die gesetzlichen Mindestansprüche gemäss OR 324a als Geldminimum zu betrachten ist, also der Betrag zu errechnen und auf eine entsprechend längere Zeit umzurechnen ist. Die andere Lösung, das Zeitminimum, würde nicht zu dieser Umrechnung führen. Gemäss Obligationenrecht hat der Arbeitgeber den Lohn für eine beschränkte Zeit (nicht während einer beschränkten Zeit) zu entrichten. Daraus wird gemäss heute vorherrschender Interpretation abgeleitet, dass das Geldminimum gilt. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit ist also der Lohnfortzahlungsanspruch auf einen längeren Zeitraum umzurechnen:

Beispiele:

 

Lohnfortzahlung nach SkalaArbeitsunfähigkeitAufgerechnete Lohnfortzahlung
15 Wochen50%30 Wochen
12 Wochen60%20 Wochen
3 Wochen80%3,8 Wochen

Berechnungsbeispiel für 50 % Arbeitsunfähigkeit mit 15 resp. 30 Wochen Lohnfortzahlung (erste Zeile):

 

Beginn Arbeitsunfähigkeit15.4.2016
Grad Arbeitsunfähigkeit 50 %
Lohn CHF 6 000.–
Lohnfortzahlung nach Skala 15 Wochen
Lohnfortzahlung bei 50 % 30 Wochen
Ende Lohnfortzahlung 10.11.2016

 

 

MonatLohnLohnfortzahlungTotal
April CHF 4 400.– CHF 1 600.– CHF 6 000.–
Mai CHF 3 000.– CHF 3 000.– CHF 6 000.–
Juni CHF 3 000.– CHF 3 000.– CHF 6 000.–
Juli CHF 3 000.– CHF 3 000.– CHF 6 000.–
AugustCHF 3 000.– CHF 3 000.– CHF 6 000.–
SeptemberCHF 3 000.– CHF 3 000.– CHF 6 000.–
OktoberCHF 3 000.– CHF 3 000.– CHF 6 000.–
NovemberCHF 3 000.– CHF 1 000.– CHF 4 000.–
DezemberCHF 3 000.– CHF 3 000.–
TotalCHF 20 600.–

Dabei kann auch direkt mit dem Geldminima gerechnet werden. Dabei wird erst der Lohnfortzahlungsbetrag ermittelt:

 

Beginn Arbeitsunfähigkeit 15.4.2016
Grad Arbeitsunfähigkeit 50 %
Lohn CHF 6 000.–
Durchschn. Tage pro Jahr 365.25
Wochen pro Jahr 52.18
Lohnfortzahlung nach Skala 15 Wochen
Betrag CHF 20 697.60

 

 

MonatLohnLohnfortzahlungTotal
AprilCHF 4 400.– CHF 1 600.– CHF 6 000.–
MaiCHF 3 000.–CHF 3 000.–CHF 6 000.–
JuniCHF 3 000.–CHF 3 000.–CHF 6 000.–
JuliCHF 3 000.–CHF 3 000.–CHF 6 000.–
AugustCHF 3 000.–CHF 3 000.–CHF 6 000.–
SeptemberCHF 3 000.–CHF 3 000.–CHF 6 000.–
OktoberCHF 3 000.–CHF 3 000.–CHF 6 000.–
NovemberCHF 3 000.–CHF 1 097.60 CHF 4 197.60
DezemberCHF 3 000.– CHF      0.00CHF 3 000.–
Total
CHF 20 697.60

Die beiden Berechnungen führen nicht exakt zum gleichen Resultat, da in der zweiten Berechnung das Jahr normalisiert ist. Zwischen April und November liegt die Mehrheit der Monate mit 31 Tagen, was zu der Differenz führt. Es sind beide Berechnungsarten möglich, wobei diese nicht von Fall zu Fall gewechselt werden sollte. Die zweite Berechnungsweise dürfte einfacher sein, da die Berechnung bei der ersten Methode oft nicht zu ganzen Wochen führt (z. B. 11,25 Wochen), was bei der Umrechnung auf ein Datum zu Schwierigkeiten führt.

Erst im November endet die Lohnfortzahlung, da insgesamt der ganze Betrag der Lohnfortzahlung geleistet werden muss. Wechselt in der Zwischenzeit das Anstellungsjahr, so beginnt die Lohnfortzahlung neu zu laufen. Es ist also der Betrag für das neue Anstellungsjahr zu rechnen und wiederum die volle Lohnfortzahlung bis zur Erschöpfung des Betrags zu leisten.

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