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Absenzmanagement: Einfluss auf Absenzen nehmen

Die Kosten und Auswirkungen, die durch Absenzen entstehen, werden oft unterschätzt. Was HR-Verantwortliche und Führungskräfte tun können, um Absenzen zu vermeiden oder zu vermindern, lesen Sie im folgenden Beitrag.

11.01.2022 Von: Hildegard Nibel
Absenzmanagement

Grundsätzlich sind Absenzen sind nicht zu vermeiden und auch nicht per se problematisch. Jeder Mensch wird ab und zu krank werden, ca. 10 % aller Menschen verunfallen pro Jahr. Meist sind es Bagatellunfälle oder eine mehr oder weniger harmlose Erkältung, die nach ein paar Tagen auskuriert ist, oder im schlimmeren Fall Arbeitsunfähigkeiten, bedingt durch beängstigende Diagnosen wie eine Krebserkrankung, eine Depression oder einen schweren Unfall, mit intensiven Therapien, vielen Arztterminen oder Spitalaufenthalten.

Im Absenzmanagement ist es besonders wichtig, als Arbeitgeber während der Abwesenheit regelmässig Kontakt mit den betroffenen Mitarbeitenden zu halten. Damit können Sie Ihre Verbundenheit mit dem abwesenden Mitarbeitenden ausdrücken, im Sinne von «wir bedauern, dass es Dir nicht gut geht, es ist schade, dass Du nicht da bist, Du fehlst uns bei der Arbeit».

Als problematisch werden Absenzen aus Arbeitgebersicht häufig eingeschätzt, wenn es keine eindeutigen Diagnosen gibt, oder immer wieder andere Diagnosen genannt werden. Die Absenzen geschehen häufig in konfliktbehafteten Situationen und mangelndem gegenseitigem Vertrauen: die vorhandenen Informationen werden tendenzweise zu Ungunsten der betroffenen Mitarbeitenden interpretiert: nicht belastbar, nicht motiviert usw. Es ist nicht die schwierige Situation mit den zu Pflegenden oder Betreuenden sowie im Pflegeteam, sondern der Mitarbeiter ist zu jung, zu alt, zu schwach, nicht lernfähig, überfordert, um mit den Arbeitsanforderungen kompetent umzugehen.

Dabei werden wir von unseren eigenen Denkmustern ausgetrickst: wenn wir von aussen ein Missgeschick beobachten, gehen wir in der Regel davon aus, dass der Akteur etwas falsch gemacht hat, und alle Erklärungen des Akteurs für den Fehler werden als faule Ausreden genommen.

Misslingt uns selber hingegen etwas, erklären wir den Misserfolg mit Eigenheiten der speziellen Situation. Der Fehler in der Medikamentenausgabe ist passiert, weil wir extrem unter Zeitdruck waren, weil eine Kollegin kurzfristig ausgefallen ist, weil wir bei der Vorbereitung dauernd gestört wurden und gleichzeitig unter den Patienten ein Konflikt eskaliert ist.

Absenzmanagement: Wie Absenzen vermeiden oder vermindern?

Grundsätzlich muss im Absenzmanagement zwischen kurz- und mittelfristigen Absenzen unterschieden werden, also Absenzen unter einem Monat und Absenzen, die länger als einen Monat andauern. Beide verursachen ähnlich hohe Kosten. Je nach Branche und Arbeitsinhalt gelten 2 - 3 % als unterste, gesunde Grenze für Absenzen. Die vom Bundesamt für Statistik in der AVOL Arbeitsvolumenstatistik angegebenen Werte sind unrealistisch niedrig - vermutlich weil die Unternehmen langzeitkranke Mitarbeitende aus den gemeldeten Statistiken ausschliessen, insbesondere wenn diese Mitarbeitenden schon längere Zeit Kranken- oder Unfalltaggelder beziehen.

Die Absenzquoten spiegeln des Ausmass körperlicher und psychischer Belastung sowie das soziale Ansehen der betreffenden Berufe und der Organisation ab. Nicht überraschend sind Bau- und Grünberufe sowie die Pflegekräfte Spitzenreiter, während die Mitarbeitenden in der Beratungs- und Finanzbranche sowie Ingenieure die niedrigsten Absenzen aufweisen.

Kurzabsenzen können schwer beeinflusst werden, weil sie unvorhergesehen passieren, und bevor die Vorgesetzte oder HR-Verantwortliche sich überlegt haben, was sie allenfalls tun könnten, sind die erkrankten Mitarbeitenden schon wieder zurück am Arbeitsplatz.

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